Credits
Regie
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Nathalie Wagner
- Caroline Wagner
- Gregor Wagner
- Sarah Wagner
- Herr Evers
- Kerstin
- Yildiz
- Gabriel
- Frau Baltinger
- Sibille
Produktionsfirma
Produzent
Alle Credits
Regie
Regie-Assistenz
Kamera
Ausstattung
Maske
Kostüme
Schnitt
Musik
Darsteller
- Nathalie Wagner
- Caroline Wagner
- Gregor Wagner
- Sarah Wagner
- Herr Evers
- Kerstin
- Yildiz
- Gabriel
- Frau Baltinger
- Sibille
- Sibilles Mutter
- Trauernde Frau
Produktionsfirma
im Auftrag von
Produzent
Redaktion
Producer
Herstellungsleitung
Dreharbeiten
- Berlin
Länge:
85 min bei 25 b/s
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SR
Aufführung:
Uraufführung (DE): 28.10.2004, Hof, Internationale Filmtage;
TV-Erstsendung: 06.04.2005, West 3
Titel
- Originaltitel (DE) Delphinsommer
Fassungen
Original
Länge:
85 min bei 25 b/s
Format:
35mm, 1:1,85
Bild/Ton:
Farbe, Dolby SR
Aufführung:
Uraufführung (DE): 28.10.2004, Hof, Internationale Filmtage;
TV-Erstsendung: 06.04.2005, West 3
Auszeichnungen
Deutscher Fernsehpreis 2005
- , Beste Schauspielerin Nebenrolle
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Nathalie verweigert schon gar den Kinobesuch, wo die Leinwandadaption des aus ihrer Sicht anstößigen Romans auf dem Programm steht. Was selbst der verständnisvolle Klassenlehrer Günther Evers, der zuvor an einer Mädchenschule gearbeitet hat und die schwierige „Neue“ als „Chance für die Herren“ ansieht, nicht nachvollziehen kann: Nathalie versteht ihr betontes Anderssein als Bessersein in den Augen des Herrn – und damit auch als Dienst für die diesseitige Welt. Nathalies Eltern geben sich immerhin Mühe, ihr den Spagat zwischen den neuen Anforderungen der öffentlichen Schule und den strengen Geboten der Sekte zu erleichtern.
Anders bei ihrer gleichaltrigen Glaubensschwester Sibille, die in einer Pommesbude jobbt statt zur Schule zu gehen: Die rebelliert gegen die Zwänge der kirchlichen Gemeinschaft (Abtreibungsverbot, Erwachsenen-Wassertaufe) und will spätestens nach ihrem 18. Geburtstag abhauen. Als der Druck zu groß wird, versucht Sibille, unterstützt von Nathalies Klassenkameraden Gabriel, ein Leben außerhalb der Gemeinde – und damit zwangsläufig auch außerhalb des Landes – zu führen. Doch der Plan, mit Hilfe von Gabriels Vater in Zürich eine Ausbildung als Krankenschwester zu beginnen, wird von ihrer Mutter vereitelt – und Sibille nimmt sich das Leben.
Nun beginnt auch Nathalie, die Dogmen der Sekte kritisch zu hinterfragen. Als an ihrem Geburtstag plötzlich ihr leiblicher Vater, Michael Scholl (Rainer Sellien), auftaucht, öffnet sich für sie zumindest ein kleiner Spalt der Tür zur Freiheit. Sie erinnert sich an eine Episode aus früher Kindheit, an einen gemeinsamen Zoobesuch mit ihrem Vater: Delphine sprangen munter in ihrem Becken und verließen sogar kurzzeitig ihr feuchtes Element. Fortan gilt für Nathalie der Delphin als – auch ihr eigenes – Freiheits-Symbol. Plötzlich beteiligt sie sich am Sportunterricht, zeigt sich nach zahlreichen heimlichen Übungsstunden als begeisterte, ausgelassene Tänzerin.
Sie wird ein anderer, fröhlicherer Mensch, was ihrem Stiefvater nicht verborgen bleibt. Der ihr den weiteren Schulbesuch untersagt, sie sogar eigenhändig aus dem Unterricht herausholt. Um Nathalie vor versammelter Gemeinde einer Art Gehirnwäsche zu unterziehen. Doch sie kann durch die Kirchentoilette entkommen und flieht, begleitet von Gabriel, zu ihrem leiblichen Vater Michael. Was freilich nur ein vorübergehendes Exil bedeutet, denn der Staat macht sich zum Erfüllungsgehilfen Gregor Wagners, der Nathalie mit Hilfe der Polizei wieder in seine Gewalt bekommt und sie unter Androhung eines blutigen Exorzismus gefügig macht. Nur ihre Mutter Caroline kann sie jetzt noch retten...
„Delphinsommer“ geht unter die Haut. Weil Jobst Oetzmann nach einem Drehbuch von Regine Bielefeld mit der Schärfe eines Seziermessers, aber gleichzeitig scheinbar mit der kühlen Distanz eines Dokumentarfilmers die repressiven Strukturen der „Kirche des Herrn“ offenlegt. Und nicht zuletzt, weil Anna Maria Mühe die Nathalie so authentisch verkörpert, als hätte die Tochter aus großer Schauspielerfamilie selbst einer Sekte angehört.
Pitt Herrmann