Credits
Regie
Kamera
Darsteller
- Gerti Donath
- Rudolph Donath
- Ralph Donath
- Inge
- Großmutter Donath
- Großvater Donath
- Onkel Hans
- Tante Helli
- Lehrer Kirsche
- Janker
Produktionsfirma
Alle Credits
Regie
Szenarium
Vorlage
Kamera
Darsteller
- Gerti Donath
- Rudolph Donath
- Ralph Donath
- Inge
- Großmutter Donath
- Großvater Donath
- Onkel Hans
- Tante Helli
- Lehrer Kirsche
- Janker
- Cordy
- Antifa-Mann
Produktionsfirma
im Auftrag von
Länge:
4131 m
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
Orwocolor
Titel
- Originaltitel (DD) Meines Vaters Straßenbahn
Fassungen
Original
Länge:
4131 m
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
Orwocolor
Teilfassung
Länge:
2059 m
Aufführung:
Uraufführung (DD): 28.12.1980, DDR-TV
Länge:
2072 m
Aufführung:
Uraufführung (DD): 29.12.1980, DDR-TV
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„Die Straßenbahn und ich. Wir bleiben immer im Gleis“: An seinen ordnungsliebenden Vater Rudolph Donath und seine Sprüche, der stets die daheim blankgeputzte Wechselkasse umgehängt hatte und selbst bei der eigenen Familie, Gattin Gerti und dem Erstgeborenen Ralph (auch André Brüggemann und Andreas Hügelland), keine Ausnahmen machte: „Dienst ist Dienst. Bei mir gibt’s keine Schwarzfahrer.“
Zur Geburt von Ralphs Bruder Achim versammelt sich letztmals vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die zahlreiche Familie bei den Großeltern Donath. Darunter Onkel Max (Gisbert-Peter Terhorst) und Tante Lotte (Erdmute Schmidt-Christian), die stets mit Gerti zusammenkluckende Tante Helli sowie Rudolphs Bruder Hans, der mit der Zeit geht und neue Kunststoff-Erzeugnisse verkauft, darunter auch ein Porträt Adolf Hitlers.
Als Vater Rudolph eingezogen und der zu räumende Donathsche Keller zum Luftschutzraum erklärt wird, spricht Lehrer Knörschild (Hannes Fischer) in der Schule von deutschen Helden und dem Sieg der germanischen Rasse. Und Ralph marschiert mit der Hitlerjugend – nach dem verheerenden Bombenangriff Mitte Februar 1945 nur noch zu Löscheinsätzen. Er versteht nicht, dass sich seine Mutter Gerti („Verkriechen möcht‘ man sich“) mit Onkel Hans und später mit dem Autoschlosser Alfred „Fred“ Fingerhut (Michael Christian), der Lebensmittel aus der Ruine einer Polizeikaserne „organisiert“, einlässt, um die Familie durchzubringen.
Als der Krieg vorbei und Vater Rudolph als gebrochener Mann aus der Gefangenschaft zurückgekehrt ist, ist nichts mehr so wie früher. Weder im Trümmerfeld Dresden noch „daheim“ in der Familie. Der Vater ist arbeitslos, Mutter Gerti bewährt sich im Schwarzmarkt-Handel und Ralph lernt zuerst beim engagierten Junglehrer Hauptvogel (Till Kretschmar) bei den Nazis verbotene Autoren wie Thomas Mann kennen und dann bei der jungen Theater-Schauspielerin Cordy die Liebe.
Straßenbahnschaffner will Ralph nun nicht mehr werden, der Tramverkehr liegt völlig brach. Ähnlich verhält es sich mit dem Autoverkehr, weshalb ihn der Kfz-Meister (Martin Trettau) auch nicht als Lehrling aufnimmt. Da trifft es sich gut, dass ein sowjetischer General (Walter Ruge) seinem Vater neuen Lebensmut einimpft, Ralph die Prüfung zur Oberschule bestanden hat und dort auf die engagierte sozialistische Mitschülerin Ursel (Theresia Wider) trifft, die ihm so manche Flausen der Vergangenheit austreibt.
Zwar macht der Oberschullehrer Kirsche Stress wegen eines kritischen Wandzeitungs-Beitrags, findet aber einen Zugang zu seinen immer noch unsicheren und daher häufig provozierenden Schülern, indem er ihnen die Burg Hohenstein in der Sächsischen Schweiz zeigt, wo er während der Nazi-Diktatur als „Politischer“ inhaftiert gewesen ist. Ralph trägt jetzt das Blauhemd der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und beteiligt sich am Bau einer Talsperre, ist aber nicht begeistert, demnächst Vater zu werden. Weshalb Ursel, die das Kind behalten will, nach Berlin geht.
Auch daheim hängt der Haussegen schief. Vater Rudolph ist in die SED eingetreten, hat sich zum Fahrzeugführer ausbilden lassen, ist aber mit der Verantwortung überfordert und tritt freiwillig ins zweite Glied als Schaffner zurück. Seiner nun mit einem offiziellen Lebensmittelgeschäft erfolgreichen Gattin Gerti verzeiht er ihren Lebenswandel nicht und zieht mit der Kollegin Emmy (Elisabeth Seidel) zusammen. Von seinem Tod erfährt die Familie nur durch eine Zeitungsanzeige…
Celino Bleiweiß (Buch und Regie) ist nach dem Szenarium von Eberhard Panitz, das auf seiner gleichnamigen, 1979 im Mitteldeutschen Verlag Halle/Saale erschienenen autobiographischen Erzählung fußt, ein erstaunlich ausgewogener, sich der DDR-Aufbaurhetorik weitgehend entziehender TV-Zweiteiler gelungen, nimmt man die ambivalente Vorlage des „sozialistischen Realisten“ als Maßstab. Der gebürtige Dresdener Panitz, Sohn eines Straßenbahnschaffners und einer Verkäuferin, hat sich in seinem umfangreichen schriftstellerischen Werk ganz der Gründung und Festigung des sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaats verschrieben. Teil 1 spielt in den ausgehenden 1930er Jahren bis Kriegsende 1945, Teil II in der Gründungsphase der DDR. Die 152-minütige Defa-Produktion (PL Dieter Dormeier) ist am 28. und 29. Dezember 1980 im Fernsehen der DDR erstausgestrahlt worden.
Pitt Herrmann