Ich bin Greta

Schweden Deutschland USA Großbritannien 2018-2020 Dokumentarfilm

Inhalt

Dokumentarfilm über die Klimaaktivistin Greta Thunberg, die binnen kurzer Zeit zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten weltweit und Vorbild für Millionen von Jugendlichen wurde. Der Film erzählt ihre Geschichte ausgehend von den ersten Schulstreiks der 15-jährigen im August 2018, als sie freitags mit einem selbstgemalten Plakat vor dem schwedischen Parlamentsgebäude demonstrierte, und vollzieht die Entwicklung der globalen "Fridays For Future"-Bewegung nach. Er beleuchtet Gretas stetig größer werdende Popularität und ihren Umgang damit und begleitet sie schließlich auch bei ihrem emissionsfreien Segeltörn zum UNO-Klimagipfel in New York im Herbst 2019.

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Heinz17herne
Heinz17herne
Atlantik, August 2019. Stürmische See. Greta, die zu einer Rede bei den Vereinten Nationen in New York eingeladen ist, benutzt grundsätzlich nicht das Flugzeug. So vertraut sie sich zusammen mit ihrem Vater Svante, der offenbar nie von ihrer Seite weicht, einem deutschen Skipper, dem gebürtigen Oldenburger Boris Herrmann, an. Was ihr zumindest in diesem Moment nicht gut bekommt: Greta ist kotzübel und sie fragt sich einmal mehr, warum sie diese Strapazen auf sich nimmt.

Schnitt. Dokumentarische Schnipsel zu den verheerenden Auswirkungen des globalen Klimawandels: Monster-Hurricans, Überschwemmungen, Waldbrände, Tanker-Unglücke auf Hoher See und an den Küsten…

Stockholm, August 2018. Die schmächtige 15-jährige Schülerin Greta Thunberg hockt gegenüber dem schwedischen Parlamentsgebäude, daneben lehnt ein selbstgeschriebenes Plakat mit der Aufschrift „Schulstreik fürs Klima“. Greta, die unter dem Asperger-Syndrom leidet, scheint unberührt von dem, was um sie herum geschieht.

Bis aus dem so verletzlich erscheinenden, für ihr Alter eher kleinen und unscheinbaren Mädchen mit trotzigen Stirnfalten im ersten Gesicht eine weltbekannte Klimaschutzaktivistin wird, dauert es geraume Zeit. Bald jedoch stellen nicht nur zufällig vorbeikommende Passanten Fragen an Greta, auch die sozialen Medien werden aufmerksam.

Und dann rollt eine Welle medialer und bald auch politischer Aufmerksamkeit auf Greta zu, die ein so zartes Geschöpf ohne die mit ihrer Krankheit verbundene Ichbezogenheit wohl hinweggespült hätte: „Fridays For Future“ wird zu einer weltweiten Bewegung, die weder die Europäische Union noch die Uno, weder Papst Franziskus noch den Hollywood-Star und früheren Gouverneur Kaliforniens Arnold Schwarzenegger kalt lassen.

„Ich bin Greta“ – so beginnt gefühlt jede Rede des derzeit vielleicht weltweit bekanntesten und jedenfalls populärsten Teenagers. Sie ist zunehmend frustriert über die Wirkungslosigkeit der eigenen Aktivitäten und der ihrer zumeist jugendlichen Mitstreiter auf allen Kontinenten. Greta, die eigentlich eine feste Alltagsroutine braucht, die Eingebundenheit in familiäre Abläufe, und die sich nach Momenten der Einsamkeit in der Natur sehnt, lebt nur noch nach dem eng getakteten Terminkalender. Svante Thunberg zeigt sich besorgt über die physischen und psychischen Folgen der weiten (Zug-) Reisen für seine Tochter. Und ist entsetzt über den bis zu Todesdrohungen reichenden Hass, der Greta entgegenschlägt.

Am Ende, nach einer strapaziösen zweiwöchigen Atlantik-Überquerung auf der Segelyacht Malizia II nach New York City, wo sie von Schaulustigen und Anhängern begeistert empfangen wird, hält Greta im Land des übelsten Leugners der von Menschen beförderten Klimaveränderung eine eindrucksvolle Rede auf der UN-Klimakonferenz: „Die Welt wacht auf und die Veränderung kommt – ob Sie es wollen oder nicht.“

„I am Greta“, eine europäische Koproduktion mit dem in Santa Monica/Kalifornien residierenden Walt-Disney-Ablege Hulu, ist ein sehr persönlicher Blick auf Greta Thunberg und ihren Weg von einer schwedischen Schülerin zu einer international bekannten Umweltschutzaktivistin. Der schwedische Umweltfilm-Regisseurs Nathan Grossman hat das 98minütige Porträt im Stil des Cinéma Vérité auch selbst gedreht. Es zeigt nicht nur die öffentlichkeitswirksamen Auftritte bei Klima-Konferenzen von Kattowitz bis New York und ihre Treffen mit Spitzenpolitikern wie Emmanuel Macron, Angela Merkel und Jean-Claude Juncker. Sondern gibt auch sehr private Einblicke in das Leben Gretas und ihrer Familie. Dabei hält sich Nathan Grossman mit jeglicher Kommentierung zurück, lässt vielmehr Bilder sprechen: Greta erwartet auf einem deutschen Bahnhof ihren Zug zurück nach Stockholm, als Güterwaggons mit nagelneuen Autos über die Gleise donnern.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Titel

  • Originaltitel (DE) Ich bin Greta
  • Arbeitstitel Greta
  • Weiterer Titel (eng) I am Greta

Fassungen

Original

Länge:
98 min
Format:
DCP 2K
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Aufführung:

Uraufführung (IT): 05.09.2020, Venedig, IFF;
Kinostart (DE): 16.10.2020

Auszeichnungen

Deutscher Dokumentarfilmpreis 2021
  • Hauptpreis