Die Halbstarken

Die Halbstarken

BR Deutschland 1956, Spielfilm

Inhalt

Berlin, in den 1950er Jahren. Der 19-jährige Freddy ist von zu Hause abgehauen, weil er die Tyrannei seines kleinbürgerlichen Vaters nicht mehr ertragen konnte. Mittlerweile ist Freddy zum Anführer einer Jugendbande aufgestiegen, die sich mit Gaunereien durchs Leben schlägt. Eines Tages wird Freddy, der gerade seinen "größten Coup" vorbereitet, von seinem jüngeren Bruder gebeten, dem hoch verschuldeten Vater finanziell unter die Arme zu greifen. Seiner Mutter zuliebe willigt Freddy ein.

Doch der groß angelegte Postraub geht schief. Um sein Ansehen als Bandenführer wieder herzustellen und um seiner Freundin Sissy zu beweisen, dass er ein ganzer Mann ist, bricht Freddy in die Villa eines reichen Mannes ein. Als er vom Hausbesitzer überrascht wird, eskaliert die Situation.

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Nirgendwo ein starker Vater zu sehen

Regisseur Georg Tressler wirbelte den deutschen Film auf und machte alles anders - er nahm die Kamera in die Hand, filmte draussen, ging an die oft schäbigen Originalschauplätze, stellte kein Hallenbad nach, sondern war körperdicht an den Laiendarstellern dran und produzierte ausserdem zur Hälfte der üblichen Kosten. Was die Jungs auch machen, die Kamera folgt ihnen durch die Straßen, in die Bars, in die Wohnungen. Nichts ist gestellt. Da wird Rockn'-Roll getanzt, sich laut geflegelt und den pomadig gewordenen Erwachsenen eine Lektion erteilt. Der Erfolg war überwältigend. Horst Buchholz ist aggressiv, mitleidlos, halbstark und halbreif. Er kämpft gegen einen unsichtbaren Vater, der nicht da ist, der nicht eingreift. Sein eigener (starr und kantig: Hans Wagner) ist verbittert und voller Abwehr. Doch die staccato-Art von Horst Buchholz wirkt überforciert. Er kennt keine Zwischentöne, ein lautstarker Rowdy, der nur aus einem Impuls heraus spielt. Dann die Moral: die Jungs sind ja im Herzen gut, nur die Verhältnisse sie sind nicht so. Und der Realismus? Verglichen mit "Berlin-Ecke Schönhauser" zeigt sich, dass Tressler unter der Hand eher einen Unterhaltungsfilm gedreht hat. Die vorsichtige, eher unkommentierende Haltung von Gerhard Klein dagegen beeindruckt eben wegen seines nicht erhobenen Zeigefingers und dem Verzicht auf Showeffekte. Da muss keine Karin Baal plötzlich den Revolver ziehen. Klein gelingt ein zeitloses Porträt einer Gruppe Jugendlicher, Tressler eher ein rabaukig inszenierter Jugendkrimi.

Credits

Alle Credits

Regie:Georg Tressler
Regie-Assistenz:Benno Hoffmann
Drehbuch:Will Tremper, Georg Tressler
hat Vorlage:Will Tremper (Erzählung)
Kamera:Heinz Pehlke
Kameraführung:Hans Biensfeldt
Kamera-Assistenz:Bernhard Hellmund
Standfotos:Helmut Kiehl
Bauten:Lothar Wloch
Maske:Gertrud Schäfer
Schnitt:Wolfgang Flaum
Ton:Joachim Flamme
Musik:Martin Böttcher
  
Darsteller: 
Horst BuchholzFreddy Borchert
Karin BaalSissy Bohl
Christian DoermerJan Borchert
Jo HerbstGünther
Viktoria von BallaskoMutter Borchert
Stanislav LedinekAntonio Garezzo
Mario AhrensMario
Manfred HoffmannKlaus
Hans Joachim KetzlinWilli
Karlheinz GafkusKudde
Wolfgang HeyerWölfi
Paul WagnerVater Borchert
Eduard WandreyPepe Garezzo
Friedrich JoloffTheo
Ruth MüllerRita
Egon VogelPrillinger
Gudrun Krüger
Ingrid Kirsch
Oskar Lindner
Marion Lebens
Editha Horn
Heinz Palm
Paul Bladschun
Hans Putz
Heinz Holl
Gerd Bender
Margit Moos
Benno Hoffmann
Fritz Daninger
Anneliese Würtz
Elke Haedrich
  
Produktionsfirma:Inter West Film GmbH (Berlin)
in Zusammenarbeit mit:CCC-Film GmbH (Berlin) (ungenannt)
Produzent:Wenzel Lüdecke
Produktionsleitung:Gert Weber
Aufnahmeleitung:Erich Fahrun, Heinz Karchow, Peter Krahé
Dreharbeiten:02.07.1956-08.1956: Berlin; CCC-Studios Berlin-Spandau
Erstverleih:Union Film Verleih GmbH (München)
Länge:2647 m, 97 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 21.09.1956, 12950, Jugendfrei ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 27.09.1956, Essen, Ufa-Palat

Titel

Originaltitel (DE) Die Halbstarken

Fassungen

Original

Länge:2647 m, 97 min
Format:35mm, 1:1,33
Bild/Ton:s/w, Ton
Prüfung/Zensur:FSK-Prüfung (DE): 21.09.1956, 12950, Jugendfrei ab 16 Jahre / feiertagsfrei
Aufführung:Uraufführung (DE): 27.09.1956, Essen, Ufa-Palat
 

Auszeichnungen

Deutscher Filmpreis 1957
Filmband in Silber, Beste Nachwuchsregie