Rosa Porten

Weitere Namen
Therese Eckstein (Weiterer Name) Dr. R. Protegg (Weiterer Name) Therese Porten (Weiterer Name)
Darstellerin, Regie, Drehbuch
Düsseldorf München

Biografie

1884 wird Rosa Porten als älteste Tochter des Opernsängers Franz Porten in Düsseldorf geboren. Ihr Vater unterrichtet sie und ihre sechs Jahre jüngere Schwester Henny früh in Gesang und Schauspiel. Nachdem die Familie aufgrund neuer Berufsaussichten nach Berlin übersiedelt, beauftragt Filmpionier Oskar Messter Franz Porten mit der Herstellung von "Tonbildern": Bis 1910 entstehen so rund 30 Kurzfilme mit parallel auf Platten abgespieltem Ton mit Henny sowie einige mit Rosa, darunter Titel wie "Meissner Porzellan" (1906), "Im Fasching" (1908) und "Der Rastelbinder" (1909). 1907 erhält Rosa Porten zudem ihr erstes Festengagement am Berliner Thalia-Theater.

Somit laufen die Karrieren der beiden Schwestern zunächst parallel, bis Rosa Porten das Drehbuchschreiben für sich entdeckt. Ihr erstes Skript über ein blindes Mädchen, das sich in ihren Augenarzt verliebt, wird für die Messter-Projektion-GmbH unter dem Titel "Das Liebesglück der Blinden" (1911, Heinrich Bolten-Baeckers, Curt A. Stark) mit Henny in der Hauptrolle verfilmt. Ihre stets enge Beziehung zu ihrer Schwester äußert sich in Rosas 1919 erscheinendem Roman "Die Filmprinzeß", den sie Henny widmet. Im Vorwort des in der Filmwelt angesiedelten fiktiven Werks definiert sie die Rollenverteilung bzw. das Selbstverständnis der beiden Schwestern: "als Film-Schauspielerin Du, als Film-Autorin ich". Es folgen weitere Drehbücher für die damals ersten 20-minütigen Filme der Messter-Projektion-GmbH, in denen sie teilweise auch als Darstellerin auftritt.

Um 1915 heiratet sie den Regisseur Franz Eckstein; fortan entstehen gemeinsame Drehbuch- und Regiearbeiten unter dem Pseudonym Dr. R. Portegg, das sie schon in der Zusammenarbeit mit ihrem Vater benutzt hat. Ebenfalls 1915 beginnt die Mitarbeit des Ehepaares in der Berliner Treumann-Larsen-Film- Vertriebs-GmbH, die Produktionsfirma der beiden Schauspieler*innen Wanda Treumann und Viggo Larsen. Die nächsten Jahre werden die produktivsten ihrer Karriere. Gemeinsam realisieren die vier Filmschaffenden mehrere Dutzend Filme, darunter "Die Erzkokette" (1917), in welchem Rosa zusammen mit Reinhold Schünzel und Eduard von Winterstein spielt und auch die Co-Regie übernimmt. Rosa Porten und Franz Eckstein wechseln 1920 zur National-Film AG. Porten adaptiert in dieser Schaffenszeit vor allem Roman- und Dramenvorlagen, u. a. "Die Schmetterlingsschlacht" (1924) und "Hedda Gabler" (1925), in denen Asta Nielsen jeweils die Hauptrolle spielt und Franz Eckstein die Regie übernimmt.

1928 zieht sich Rosa Porten aus dem Filmgeschäft zurück. Fortan entstehen insbesondere journalistische Arbeiten. Anfang der 1930er Jahre erfolgt ihr Rückzug ins Privatleben. Bis dahin wurden über 30 Drehbücher von ihr verfilmt. Sie lässt sich in Bauerhufen (heute: Chłopy, Westpommern, Polen) nieder. 1950 tritt sie ein letztes Mal neben Jenny Jugo als Darstellerin in der deutsch-italienischen Produktion "Land der Sehnsucht" (Erich Engel, Camillo Mastrocinque) auf, die jedoch nicht fertiggestellt wird. Rosa Porten stirbt 1972 in München.

Ausgewählte Literaturhinweise

Annette Förster: »Dr. R. Portegg, I presume?«. Comedies by and with Rosa Porten. Catalogue Il Cinema Ritrovato. Bologna: Cineteca di Bologna 2014. S. 48–54.

Annette Förster: »Rosa Porten.«. In: Jane Gaines, Radha Vatsal, Monica Dall’ Asta (Hg): Women Film Pioneers Project. New York, NY: Columbia University Libraries 2016. URL: https://doi. org/10.7916/d8-q5qw-0p84 (15.05.2025).

Quelle:

Berten, Daria; Haupts, Annika; Heizmann, Anna; Jaspers, Kristina (Hg.): Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933). München: Edition text+kritik 2025 (Film Erbe, Bd. 7).

FILMOGRAFIE

1950
  • Darsteller
1927
  • Drehbuch
1927
  • Regie
  • Drehbuch
1924
  • Drehbuch
1921
  • Drehbuch
1921
  • Drehbuch
1921
  • Drehbuch
1921
  • Drehbuch
1921
  • Drehbuch
1920/1921
  • Drehbuch
1920
  • Darsteller
  • Drehbuch
1920
  • Drehbuch
1920
  • Drehbuch
1920
  • Darsteller
  • Drehbuch
1920
  • Darsteller
  • Drehbuch
1918
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1917/1918
  • Regie
1918
  • Darsteller
  • Drehbuch
1918
  • Regie
1918
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1917
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1917
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1917
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1917
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1917
  • Darsteller
  • Regie
1916
  • Darsteller
  • Regie
  • Drehbuch
1915
  • Drehbuch
1909
  • Darsteller
1908?
  • Darsteller
1908
  • Darsteller
1906
  • Darsteller