Regie, Kamera, Bauten, Ton, Sonstiges, Produzent
Gelnhausen Hollywood, Kalifornien, USA

Biografie

Oskar Fischinger wird am 22. Juni 1900 in Gelnhausen bei Frankfurt/Main geboren, wo seine Familie eine Drogerie und eine Gastwirtschaft besitzt. Als Schüler erlernt er das Geigenspiel und beginnt eine Lehre bei einem Orgelbauer, der jedoch zum 1. Weltkrieg eingezogen wird. Fischinger beginnt eine neue Lehre als Zeichner beim Stadtbaumeister von Gelnhausen. Im Februar 1916 zieht er nach Frankfurt, um dort in der Turbinenfabrik Pokorny & Wittekind seine Lehre fortzusetzen, die er als Maschinenbau-Techniker abschließt. Im August 1922 erhält er ein Zeugnis als Ingenieur.

Im April 1921 – bei der Weltpremiere von Walther Ruttmanns "Lichtspiel Opus I." in Frankfurt – macht Dr. Bernhard Diebold Fischinger mit Ruttmann bekannt. Fischinger berichtet von seiner Idee zu einer arbeitssparenden Animations-Maschine: Von einem präparierten Wachsblock werden dünne Scheiben abgeschnitten und dies mit Einzelbildschaltung aufgenommen, sodaß sich im Film ein "lebendiger" Querschnitt durch den Wachsblock ergibt. Obwohl Ruttmann mit seinem Studio nach München zieht, bleibt Fischinger mit ihm in brieflichem Kontakt und schließt im November 1922 mit Ruttmann einen Lizenzvertrag für eine dieser Wachs-Maschinen.

In der Zwischenzeit beginnt Fischinger Animations-Versuche mit dreidimensionalen abstrakten Wachsfiguren und mit verwirbelten Farbflüssigkeiten. Dr. Diebold regt Fischinger an, einen Film aus abstrakten Diagrammen zu machen, die er im Dezember 1921 für einen Vortrag über die Dynamik in Shakespeares "Was ihr wollt" entworfen hat.

Nach Erhalt seines Ingenieurs-Zeugnisses zieht Fischinger nach München, um sich ganz dem Filmmachen zu widmen. Neben seinen eigenen abstrakten Filmen, die er mit der Wachs-Maschine und anderen Animationstechniken herstellt, produziert Fischinger gemeinsam mit Louis Seel ein halbes Dutzend gegenständlicher Cartoon-Filme in der Rotoscope-Technik. Mit dem Komponisten Alexander Lászlo entwickelt er "Farblichtmusik", eine Lightshow mit Mehrfachprojektionen, die in Kinos und Ausstellungen gezeigt wird.

Im Juni 1927 zwingen finanzielle Schwierigkeiten der Firma Louis Seel & Co Fischinger, München zu verlassen. Er wandert nach Berlin, wo er nur schwer Arbeit findet. Im Juli 1928 dreht er bei der Ufa Spezial-Effekte für Fritz Langs Science fiction-Film "Die Frau im Mond". Ein Jahr später bricht er sich auf dem Ufa-Gelände ein Bein und nimmt dies als ein Zeichen, sich ganz seinen abstrakten Filmen zu widmen.

In den nächsten drei Jahren produziert er eine Serie präzise zu Musikstücken synchronisierter, schwarz-weißer "Studien". Diese Filme werden mit so großem Erfolg in Europa, Japan und Amerika gezeigt, daß Fischinger im Jahre 1932 seinen Bruder Hans, seine Ehefrau Elfriede und drei Mädchen in seinem Fischinger-Studio beschäftigen kann.

Der Erfolg erlaubt es ihm auch, seinen Experimenten mit gezeichnetem, synthetischen Ton nachzugehen und in Zusammenarbeit mit Bela Gaspar an der Entwicklung eines subtraktiven 3-Farben-Film-Verfahrens – "Gasparcolor" – zu arbeiten, das es ihm ermöglicht, im Dezember 1933 seinen ersten Farbfilm "Kreise" zu vollenden.

Fischingers folgende Farbfilme "Muratti greift ein" und "Komposition in Blau" sind bei Kritik und Publikum ein so großer Erfolg, daß Paramount ihm einen Vertrag anbietet. Im Februar 1936 fährt er nach Hollywood, um niemals mehr nach Deutschland zurückzukehren.

Fischingers unabhängiges Temperament und Sprachschwierigkeiten machen für ihn die Arbeit in einer Studio-Situation extrem schwer, obwohl er sie mehrmals auf sich nimmt: bei Paramount (1936), M-G-M (1937) und Disney (1938-39), sowie etwas später (1941-42) bei Orson Welles für ein nicht realisiertes Projekt.

Frustriert, nicht wie in Berlin unabhängig Filme produzieren zu können, beginnt er Ölbilder zu malen und kommt durch den Erfolg seiner Gemälde unter die Patronage von Hilla Rebay, der Kuratorin der Solomon Guggenheim-Stiftung, die ihm mit mehreren Stipendien über die schweren Kriegsjahre hilft. Rebay und Fischinger geraten über den künstlerischen Wert seines Films "Motion Painting No. 1." (1947) in Streit und er erhält nie wieder – von Rebay oder aus anderen Quellen – genügend finanzielle Unterstützung, um einen Film zu vollenden.

Die letzten zwanzig Jahre seines Lebens ist Fischinger gezwungen, seine Aktivitäten auf zahllose unrealisierte Projekte, seine Ölgemälde (die in Dutzenden von Ausstellungen gezeigt werden) und den Lumigraph zu beschränken, ein Lightshow-Gerät für den Hausgebrauch, das er in den frühen 50er Jahren erfindet, ohne es jedoch kommerziell auswerten zu können.

Er stirbt nach einigen Jahren Krankheit am 31. Januar 1967 in Hollywood.

CineGraph Lexikon zum deutschsprachigen Film
© 1984ff edition text+kritik im Richard Boorberg Verlag, München

FILMOGRAFIE

19??
  • Regie
1953
  • Regie
1947
  • Regie
  • Produzent
1943
  • Regie
  • Produzent
1941
  • Regie
  • Produzent
1936
  • Regie
1935
  • Regie
  • Produzent
1934/1935
  • Regie
  • Produzent
1934/1935
  • Regie
  • Produzent
1934
  • Regie
  • Produzent
1934
  • Regie
1934
  • Regie
  • Produzent
1933/1934
  • Regie
  • Produzent
1933/1934
  • Regie
  • Produzent
1933
  • Regie
  • Produzent
1933
  • Regie
  • Produzent
1933
  • Regie
1932
  • Regie
1932
  • Regie
  • Animation
  • Ton
  • Produzent
1931/1932
  • Regie
  • Produzent
1931
  • Regie
  • Produzent
1931
  • Regie
  • Produzent
1931
  • Regie
  • Produzent
1930/1931
  • Regie
  • Produzent
1930/1931
  • Spezialeffekte
1930-1932
  • Regie
  • Produzent
1930
  • Regie
  • Produzent
1930
  • Spezialeffekte
1930
  • Regie
  • Produzent
1930
  • Regie
  • Produzent
1929/1930
  • Regie
  • Produzent
1929
  • Regie
  • Produzent
1928/1929
  • Optische Spezialeffekte
1928
  • Optische Spezialeffekte
1927/1928
  • Bauten
1926/1927
  • Optische Spezialeffekte
1926/1927
  • Optische Spezialeffekte
1926-1930
  • Regie
  • Produzent
1926 (ca.)
  • Regie
  • Produzent
1923-1927
  • Regie
  • Produzent
1921-1922
  • Regie
  • Produzent