Bauten
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Biografie

Hans Poelzig, geboren am 30. April 1869 in Berlin, studiert von 1889 bis 1894 Hochbau an der Technischen Hochschule Berlin Charlottenburg. Nach einigen Jahren als preußischer "Regierungsbaumeister" und Lehrer für Stilkunde an der Königlichen Kunst- und Kunstgewerbeschule Breslau (ab 1911 Königliche Akademie für Bau- und Kunstgewerbe) wird er im Jahr 1903 zum Direktor der Breslauer Kunstgewerbeschule ernannt. Unter Poelzigs Leitung avanciert das Haus zu einer der fortschrittlichsten Architektur- und Kunstschulen Deutschlands. Als Stadtbaurat von Dresden (ab 1916) und als Vorsitzender des Deutschen Werkbundes (ab 1919) prägt er den architektonischen Stil der "Neuen Sachlichkeit".

Im Jahr 1920 kehrt Poelzig nach Berlin zurück, wo er ein Meisteratelier für Architektur an der Akademie der Künste betreibt. Im gleichen Jahr arbeitet er erstmals für das Kino: Als Szenenbildner entwirft er die Bauten zu dem Klassiker "Der Golem wie er in die Welt kam". In den kommenden Jahren arbeitet er trotz des großen Lobs für seine Leistung bei "Der Golem" nur noch sehr selten für den Film.

Zu Poelzigs berühmtesten Werken als Architekt gehören unter anderem das Salzburger Festspielhaus (1920), das I.G. Farben Haus in Frankfurt (1928-1931; heute: "Poelzig-Bau der Goethe Universität") sowie das Haus des Rundfunks in Berlin (1929). Mit der Machtergreifung der Nazis wächst der Druck auf Poelzig: Im April 1933 wird er aus seinem Amt als Direktor der Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin vertrieben. Kurz bevor er 1936 in die Türkei emigrieren kann, wo ihm ein Lehrstuhl angeboten worden war, stirbt Hans Poelzig in Berlin.