Weitere Namen
Gaál Franciska (Weiterer Name) Franciska Gaál (Weiterer Name) Fanny Silberstein (Geburtsname) Szidónia Silberspitz (Weiterer Name) Fanny Zilveritch (Weiterer Name) Franciska Zilverstrich (Weiterer Name)
Darstellerin, Musik
Budapest, Ungarn New York, New York, USA

Biografie

Franziska Gaál – ihr eigentlicher Name lautet Franciska Zilverstrich, Zilveritch, Silberstein oder Silberspitz – wurde als jüngstes von 13 Kindern einer bürgerlichen jüdischen Familie in Budapest geboren. Ihr genaues Geburtsdatum ist unbekannt: Der Geburtstag ist ein 1. Februar, doch die Jahresangaben variieren zwischen 1895, 1901, 1904, 1908 und 1909. Nach ihrer Aufnahme an der Budapester Theaterakademie und ersten Bühnenauftritten gibt sie bereits 1921 ihr Kinodebüt in der ungarischen Produktion "Az Egér".

Zunächst schien ihre Zukunft jedoch beim Theater zu liegen, und sie reüssierte in der Rolle der Naiven in zahlreichen Lustspiel- und Operettenproduktionen, wobei ihr ein vielseitiges komödiantisches und dramatisches Talent zusammen mit ihrer körperlichen Ausstrahlung zu großer Popularität verhalfen.

Doch nachdem Joe Pasternak – der damalige Leiter der Produktionen der europäischen Universal in Berlin, Wien und Budapest – die junge Schauspielerin entdeckte, begann Franziska Gaáls Aufstieg zum Filmstar. So wurde schon ihr Auftritt in "Paprika" (1932) von der Kritik gefeiert, und quasi über Nacht wurde Franziska Gaál zum neuen Publikumsliebling.

Der Erfolg steigerte sich von Film zu Film, und "Gruss und Kuss – Veronika" sowie "Skandal in Budapest" etablierten Gaál als kommerziell zugkräftigsten Star der europäischen Dependancen von Carl Laemmles Universal.

 

Aber bereits ihre Filme "Csibi der Fratz" und "Frühjahrsparade" wurden Ziel nationalsozialistischer Hetze, und so war "Frühjahrsparade" der letzte Film mit Franziska Gaál, der in Deutschland aufgeführt werden konnte.

Die Deutsche Universal musste ihre Produktion in Deutschland beenden, und vorausschauend hatten Pasternak und Gaál bereits nach "Gruss und Kuss – Veronika" ihre Arbeit nach Wien und Budapest verlagert. Dort entstanden bis 1937 insgesamt vier unabhängig produzierte Filme, die den künstlerischen Höhepunkt in Franziska Gaáls Filmkarriere markierten.

Unter Pasternaks Ägide war es insbesondere Gaáls kongeniale Zusammenarbeit mit Regisseur Henry Kosterlitz und Autor Felix Joachimson, die Filme wie "Peter"(1934), "Kleine Mutti" (1935) und "Katharina – die Letze" (1936) zu modernen und wegweisenden Screwball-Komödien machte, in denen neben Gaál zahlreiche weitere Filmemigranten auftraten.

In dieser Zeit vermeldete die Presse die Hochzeit von Franziska Gaál mit dem Budapester Rechtsanwalt Dr. Franz Dajkovich. Über Dauer und Verlauf dieser Verbindung ist jedoch nichts bekannt.

Nach "Fräulein Lilli" (1936) emigrierte Franziska Gaál im Jahr 1937 in die USA, so wie auch das kreative Team der Deutschen Universal um Pasternak, Joachimson und Kosterlitz. In Hollywood konnte sie jedoch nie Fuß fassen: Während Joachimson und Kosterlitz – als Felix Jackson und Henry Koster – die angeschlagene Universal durch Remakes ihrer Erfolgsfilme mit Deanna Durbin in der Gaál-Rolle retteten, schlug trotz großen Werbeaufwands der Versuch fehl, Franziska Gaál als Star in den USA aufzubauen.


Nach nur drei mäßig erfolgreichen Filmen war ihre Karriere in Hollywood beendet, wobei neben Sprachschwierigkeiten auch das Temperament der als selbstbewusst und unangepasst geltenden Schauspielerin als Grund für ihr Scheitern im Studiosystem angeführt wurde.

1940 kehrte Franziska Gaál nach Ungarn zurück. Weder der Auslöser für ihre Rückkehr ist bekannt, noch die genauen Umstände ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten. Geklärt scheint, dass sie sich bis Kriegsende in einer zerbombten Villa am Plattensee verstecken konnte, während zahlreiche ihrer Familienmitglieder von den Nazis ermordet wurden.

Nach dem Sieg der Roten Armee versuchte sie zunächst ein Filmcomeback in Ungarn, dass jedoch nie realisiert wurde.Am 23. Mai 1947 kehrte Franziska Gaál in die USA zurück, wo sich ihre Spur verläuft. Außer sporadischen Theaterengagements in den frühen 50er Jahren ist nur wenig über ihr weiteres Leben bekannt: Angeblich eröffnete sie ein Kindermodengeschäft, doch als gesichert kann nur die Information über ihren Hauptwohnsitz New York gelten.

Dort verstarb Franziska Gaal, der vielleicht bedeutendste weibliche Komödienstar des deutschsprachigen Films der 30er Jahre, vergessen und verarmt am 13. August 1972.

Zunächst in einem Armengrab bestattet, ließ ein befreundetes Ehepaar den Leichnam später exhumieren und einäschern, und sorgte für eine Beisetzung der sterblichen Überreste Franziska Gaáls im Woodside-Kolumbarium in Queens.

FILMOGRAFIE

1946
  • Darsteller
1938/1939
  • Darsteller
1938
  • Darsteller
1937/1938
  • Darsteller
1936
  • Darsteller
1935/1936
  • Darsteller
1935
  • Darsteller
1934
  • Darsteller
1933/1934
  • Darsteller
1933
  • Darsteller
1933
  • Darsteller
1933
  • Darsteller
  • Gesang
1932
  • Darsteller
1921
  • Darsteller