Ada van Roon

Weitere Namen
Ada Bock-Stieber (Weiterer Name) Adelheid Magdalene Schneider (Geburtsname)
Darstellerin, Regie, Drehbuch, Produzent
Berlin Berlin

Biografie

Obwohl Ada van Roon über 20 Drehbücher verfasst, eine eigene Produktionsfirma, die Kultura, besitzt, als Schauspielerin arbeitet und sogar einmal Regie führt ("Deutsche Glocken am Rhein", 1933), ist von ihr sehr wenig überliefert. Geboren wird sie als Adelheid Magdalena Schneider am 4. Mai 1882 in Berlin. Über ihre Schulbildung ist nichts bekannt. 1902 beginnt sie ihre Theaterkarriere am Berliner Neuen Theater, dessen Leitung kein Geringerer als Max Reinhardt innehat.

Ende der 1910er Jahre gibt sie ihre Theaterlaufbahn auf, um sich ganz dem Medium Film zu widmen – als Drehbuchautorin und Darstellerin, später auch als Produzentin. Unter dem Pseudonym Ada van Roon startet sie mit "Der Spuk des Lebens" (1920, Gernot Bock-Stieber) ihre Filmkarriere. Mit 35 Jahren heiratet sie den österreichischen Schauspieler und Regisseur Gernot Bock-Stieber, mit dem sie 21 Filme realisiert: Sie spielt unter dem Namen Ada Bock-Stieber hin und wieder die Hauptrolle und schreibt die Drehbücher (oft gemeinsam mit ihrem Ehemann) unter ihrem Pseudonym Ada van Roon, Gernot Bock-Stieber führt Regie. Mit "Spuk des Lebens" (1920), dem ersten Teil der Mac-Wood-Abenteurerserie, beginnt das Ehepaar seine Teamarbeit. Im selben Jahr folgen zwei weitere Filme aus der Serie: "Der unsichtbare Dieb" (1920) und "Die Strahlen des Todes" (1920), sowie ein Jahr später "Der Mann im Schrank" (1921).

1929 gründet Ada van Roon eine eigene Produktionsfirma, die Ada-van-Roon-Kulturfilmproduktion Kultura und stellt von nun an sogenannte Kulturfilme her. Damit startet sie ihre dritte Karriere als Produzentin. Mit dem abendfüllenden, in Ostafrika gedrehten, auch für damalige Verhältnisse sehr rassistischen Film "Mit Büchse und Lasso durch Afrika" (1930, Gernot Bock-Stieber) endet die Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann, nachdem sie das Drehbuch und die Dialoge gemeinsam verfasst haben. Der Film, der mit einer fiktiven Szene beginnt, beschäftigt sich in Teil I mit der Großwildjagd in Ostafrika – oft begleitet von "peinlichen Dialogen", wie ein unbekannter Kritiker schreibt – und Teil II fokussiert eine Tierfangexpedition unter wissenschaftlicher Leitung von Dr. Lutz Heck, dem Direktor des Zoologischen Gartens Berlin. Nach diesem knapp 90-minütigen Expeditionsfilm produziert sie nur noch kurze Kulturfilme wie "Schwimmkünstler" (1932), "Wassersport und Wasserwandern" (1933) oder "Im Frühling des Lebens" (1934). Ihre beiden letzten nachweisbaren Filme "Der Wille zum Fliegen" (1941) und "Spatzen am Fliegerhimmel" (1942) werden mit dem nationalsozialistischen Prädikat "staatspolitisch wertvoll" ausgezeichnet. Die Filme dürfen nur in den Gaufilmstellen der NSDAP und vor den NS-Fliegerkorps gezeigt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg verliert sich ihre Spur. Sie stirbt am 27. Januar 1953 in Berlin-Neukölln.

Quelle: Berten, Daria; Haupts, Annika; Heizmann, Anna; Jaspers, Kristina (Hg.): Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933). München 2025 (Film Erbe, Bd. 7).

FILMOGRAFIE

1941/1942
  • Produzent
1940/1941
  • Produzent
1936
  • Produzent
1935
  • Produzent
1933
  • Regie
  • Produzent
1933
  • Produzent
1932/1933
  • Produzent
1932
  • Produzent
1931/1932
  • Produzent
1932
  • Produzent
1929
  • Drehbuch
1925
  • Darsteller
  • Drehbuch
1924
  • Drehbuch
1924
  • Drehbuch
1924
  • Darsteller
1923/1924
  • Drehbuch
1923/1924
  • Drehbuch
1923
  • Darsteller
  • Drehbuch
1921/1922
  • Darsteller
1921
  • Darsteller
1920
  • Darsteller
  • Drehbuch
1920
  • Darsteller
  • Drehbuch