Milo Milo

BR Deutschland Griechenland 1979 Spielfilm

Inhalt

Professor Schliefelds Behauptung verursacht in Paris einigen Aufruhr: Die berühmte Venus von Milo im Louvre – eine Fälschung! Seine Tochter Barbara begibt sich nach Griechenland auf Milos, um die echte Statue zu ermitteln. Die anderen Gäste des Hotels, in dem sie unterkommt, erscheinen ihr merkwürdig. Als obskure Agenten verfolgen sie ihre eigenen Ziele, die sich vor allem auf die Uran-Vorkommen von Milo richten. Bald schon versinkt die Insel in absurdem Chaos. Perakis verwies mit seinem zweiten Film augenzwinkernd auf Missstände in seiner griechischen Heimat.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Die Archäologin Barbara ist die Tochter von Professor Schliefeld, eines bekannten Altertumswissenschaftlers, der auf Melos begraben ist. Dessen Behauptung, die berühmte Venus von Milo im Louvre sei eine Fälschung, hat für beträchtliches Aufsehen gesorgt weit über Paris hinaus. Barbara will nun sein Werk fortsetzen und begibt sich dafür nach Griechenland, um auf Melos nach der echten Venus zu suchen. Sie steigt im Hotel-Café „Aphrodite“ ab und nimmt bewusst in Kauf, dass sie sich dabei in die gleiche Gefahr wie ihr Vater begibt.

Als Geologin getarnt heuert sie den Griechen Nicolos als Führer an, der aber bald nur noch Augen für die schöne Barbara hat. Wofür der zwielichtige Gastwirt Thanassis, bei dem Nicolos ansonsten in Diensten steht, und dessen heißblütige, leidenschaftliche Gattin Aphrodite vollstes Verständnis haben. Letztere, die aus dem Prostituierten-Milieu Neapels stammt, ist es, die bisher den Männern gleich reihenweise den Kopf verdreht hat.

In der Tat verhalten sich die anderen Gäste ihres Hotels, vor allem Amerikaner um einen gewissen Chief und einen sogenannten Doc, sehr merkwürdig. Diese sind jedoch nicht hinter Barbaras Venus her, sondern hinter wertvollen Mineralien. Welche auch das Ziel des französischen Agenten Louis sind, der sich als begeisterter Leser der Schriften Homers ausgibt, in Wirklichkeit aber nur nach Uran-Vorkommen sucht, die auch die amerikanische „Alumine“-Gesellschaft ins Visier genommen hat, wofür sie ganze Berge abbaut – und dabei den griechischen Staat nach Strich und Faden betrügt.

Als Louis dahinterkommt, sorgt er dafür, dass der Skandal in der Öffentlichkeit Schlagzeilen macht und die Amis die Schürfrechte verlieren. Louis' französische Firma bekommt nun den Bergungsauftrag – und der Charmeur eine ordentliche Provision...

Nikos Perakis, hierzulande vor allem bekannt als Ausstatter großer deutscher Kinoproduktionen wie „Berlinger“ und „Die Blechtrommel“, aber auch durch seine Gangsterkomödie „Bomber und Paganini“, hat mit seinem zweiten, im Kino nach dem Start am 23. November 1979 leider nicht sonderlich erfolgreichen Streifen „Milo Milo“ zur Musik von Nikos Mamangakis und Liedern u.a. von Su Kramer eine eher augenzwinkernd-heitere denn sozialkritisch-beißende Satire auf die Zustände in seiner griechischen Heimat gedreht. Mit viel Action, reichlich Sentimentalkitsch und einer halbnackten Gräfin Lehndorff bleibt das Geheimnis der wahren Venus von Milo nach turbulenten gut einhundert Minuten gewahrt.

Nach der TV-Erstausstrahlung am Rosenmontag, 22. Februar 1982, im ZDF, lobte Renate Schostack sehr zu Recht in der FAZ (vom 24.2.1982): „Perakis persifliert mit seiner Komödie ganze Filmgattungen. Da gibt es Verfolgungsjagden und wilde Schußwechsel, Papagallis und liebestolle Südländerinnen, Maschinen, die sich verselbständigen, und Konfektschachteln, die frechen Menschen über den Kopf gestülpt werden. Daß man so abgenutzten Gags und Slapsticks folgt, ohne sich zu langweilen, ist nicht nur ein Verdienst des Regisseurs, sondern auch der mit Verve agierenden Schauspieler.“

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Titel

  • Originaltitel (DE) Milo Milo

Fassungen

Original

Länge:
2817 m, 103 min
Format:
35mm, 1:1,66
Bild/Ton:
Eastmancolor, Ton
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 01.10.1979, 51052, ab 6 Jahre / feiertagsfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 23.11.1979, Hannover, Filmstudio