Keine Eltern daheim, die einem alles vorschreiben – theoretisch klingt das wohl für jedes Kind erstmal fabelhaft. Aber was tun, wenn es denn tatsächlich dazu kommt? In "Ente gut! Mädchen allein zu Haus" stellt sich diese dramatische Frage der elfjährigen Linh, deren alleinerziehende Mutter plötzlich nach Vietnam reisen muss. Während ihrer Abwesenheit kümmert sich Linh nicht nur vorbildlich um ihre jüngere Schwester Tien, sondern schmeißt obendrein das kleine Imbissrestaurant der Familie. Eigentlich läuft alles erstaunlich reibungslos, doch dann tritt das forsche Nachbarmädchen Pauline auf den Plan. Die träumt schon lange von einem Leben ohne elterliche Aufsicht, und will unbedingt in Linhs Kinderhaushalt mitmachen. Für das minderjährige Trio beginnt damit ein großes Abenteuer, von dem die ahnungslosen Erwachsenen, allen voran Frau Trost vom Jugendamt, natürlich nichts wissen dürfen. Zwischen Alltagsrealismus und spannender Spielhandlung findet Norbert Lechners bezaubernder Kinderfilm genau die richtige Balance: Ein erstaunlich erwachsenes Kinovergnügen mit Witz, Herz und einer Lebensweisheit jenseits simpler Glückskeksphilosophie.