• Twitter
  • Facebook
  • Print
  • Forward

Peter-Weiss-Preis an Fatih Akin verliehen

Am Donnerstagabend (29. November) wurde in den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum der städtische Peter-Weiss-Preis an den Filmemacher Fatih Akin verliehen.

Der mit 15.000 Euro dotierte Peter-Weiss-Preis wurde in diesem Jahr zum 12. Mal und in der Sparte Film zum 3. Mal verliehen.

Anlässlich der Preisverleihung konnten mehr als 300 Gäste in einer Preview den in diesem Jahr fertig gestellten Film "Müll im Garten Eden" sehen. Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz würdigte den Preisträger als einen Filmemacher, dessen Filmschaffen Symbolkraft habe und so – wie in dem zuvor präsentierten Film – auf Analoges verweise. Sein Filmschaffen demaskiere und mache unsere Welt emotional erfahrbar und begreifbar. Mit Peter Weiss verbinde ihn das Ansinnen, durch sein Kunstschaffen Menschen zu humanistischem Engagement anzutreiben. Mit der Verleihung des Peter-Weiss-Preises würdigt die Stadt Bochum ein Werk, dass durch das Interesse an interkultureller Toleranz und Verständigung geprägt ist.

In seinem Dank an Bochum forderte Fatih Akin – und darin sieht er sich eng mit Peter Weiss verbunden, dass die Mehrheit sich für die Rechte der Minderheiten einsetzen müsse. Dabei griff er das Bekenntnis zu den Menschenrechten aus Artikel 1 des Grundgesetzes auf. Und auch und gerade die Absage an den Faschismus verbinde ihn mit Peter Weiss sowie die "Ästhetik des Widerstands" im Widerstand zu suchen.

In seiner Laudatio stellte Andreas Platthaus (Mitglied der Jury) fest, dass Peter Weiss sicherlich dem zugestimmt hätte, was Fatih Akin einmal gesagt hätte, nämlich: "Abgesehen davon, dass wir die Welt verändern wollen, haben wir keine politischen Ziele." Schließlich kann sich der Filmemacher Akin auch ganz mit Peter Weiss darin verbunden fühlen, dass sie beide der Maxime "Expect the Unexpected" mit ihrem jeweiligen Schaffen folgten. Wie Peter Weiss sei er ein Wanderer zwischen den Welten, der als Künstler die jeweils andere Seite
erinnere. Fatih Akin sei ein "Filmdichter", der sich seinen Reim auf die Dinge eben anders mache als erwartet.

Peter Weiss und Fatih Akin seien von demselben Interesse angetrieben, die Welt so zu zeigen wie sie ist, aber nicht indem sie bloß abbilden, sondern indem sie uns die Welt wiedergeben, so Platthaus. Michael Ballhaus wies in seiner Grußbotschaft darauf hin, dass Fatih Akin Probleme aufzeige, ohne sie zu kommentieren.

Fatih Akin sei einer der größten Romantiker im deutschen Kino, stellte Platthaus fest. Seine Empathie für Menschen sei ansteckend, ließ Michael Ballhaus in seiner Grußbotschaft ausrichten. Die von ihm geschlagene Brücke zwischen der Türkei und Deutschland sei für uns in Deutschland eine Notwendigkeit, so Ballhaus.

Quelle: www.bochum.de/presseservice