Die Schauspielerin Ingrid van Bergen ist am 28. November 2025 im Alter von 94 Jahren in Eyendorf (Niedersachsen) gestorben. In den 1950er- und 1960er-Jahren gehörte sie zu den prägenden Gesichtern des deutschen Films.
Geboren 1931 in Danzig, fand sie nach ihrer Flucht nach Süddeutschland und Hamburg zum Theater und zählte 1953 zu den Mitbegründer*innen des Kabaretts "Die kleinen Fische", später den "Stachelschweinen". Ab Mitte der 1950er Jahre etablierte sie sich rasch im deutschen Film. Zu ihren prägenden frühen Arbeiten zählen Helmut Käutners "Bildnis einer Unbekannten" (1954), "Des Teufels General" (1955) und besonders Wolfgang Staudtes "Rosen für den Staatsanwalt" (1959). Insgesamt wirkte sie in rund 200 Film- und Fernsehproduktionen mit.
Nach einer Verurteilung wegen Totschlags 1977 kehrte sie in den 1980er Jahren vorsichtig ins Filmgeschäft zurück, unter anderem mit Rosa von Praunheims "Horror Vacui" (1984) und "Richy Guitar" (1985). Später folgten Rollen einigen Filmen von Reinhard Schwabenitzky, darunter in "Ein fast perfekter Seitensprung" (1995), in Oskar Roehlers "Der alte Affe Angst" (2003), der Edgar-Wallace-Parodie "Neues vom Wixxer" (2007) sowie in Leander Haußmanns "Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus!" (2009). Mit Rollen in Krimireihen wie "Tatort", "Derrick" und "SOKO 5113" war sie regelmäßig im Fernsehen präsent.
2009 erlangte sie durch den Gewinn einer Reality-TV-Show noch einmal breite Aufmerksamkeit. Neben ihrer Arbeit engagierte sie sich jahrzehntelang für den Tierschutz und kümmerte sich auf Mallorca und später in der Lüneburger Heide um zahlreiche Tiere.
Zu ihren letzten Film- und Fernsehrollen zählen der "Tatort: LU" (2015) und die internationale Trashfilm-Produktion "Sharknado 5: Global Swarming" (2017).
In ihren letzten Jahren lebte sie zurückgezogen.