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Wiener Blut

Deutschland 1941/1942 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

Inhalt

Der Wiener Operettenfilm schlechthin propagierte in Zeiten der NS-Herrrschaft das "Österreichtum" durchaus in Opposition zum preußisch geprägten Hitler-Deutschland. Während des Wiener Kongresses weilt der norddeutsche Graf Wolkersheim als Diplomat vor Ort und schmäht den beliebten Walzer als "sinnloses Gehopse", worüber er mit seiner Frau Melanie in Streit gerät. Schon bald wird er eines besseren belehrt und verfällt obendrein der charmanten Tänzerin Liesl. Seine unerwartet zurückgekehrte Gattin wird auf dem Hofball mit dieser verwechselt. Die resultierenden amourösen Verwicklungen werden durch zwei Lakaien der Herrschaften zunächst noch verschlimmert. Doch es kommt zur Versöhnung, und das Paar beschließt zu guter Letzt, für immer in Wien zu bleiben.

 

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Falk Schwarz
Liebe, Gehopse und Champagner
Der alte Hexenmeister mit der Eule auf der Schulter mixt ein Gebräu in seinem Labor zusammen. Die Ingredienzen sind „Humor“, „Leichtsinn“, „Herz“ und „Historie“. Doch das Gebräu dampft noch nicht - da nimmt er eine Riesenflasche und kippt einen gehörigen Schuss „Musik“ hinein. Jetzt wirkt‘s. So lässt Willi Forst mit leichter Selbstironie sein „Wiener Blut“ in Wallung kommen. Nun champagnert es - alle sind ständig bester Laune, nur Willy Fritsch fremdelt in der Wiener Musikversoffenheit. Seine Frau (Maria Holst) strahlt vor innerer Seligkeit (sie ist ja frisch verheiratet), Fritsch wird durch die Liesl (Dorit Kreysler) „eingewienert“, und macht dann doch das „Gehopse“ (vulgo Walzertanzen) mit, Hedwig Bleibtreu spielt gewohnt eckig und handfest die gute Tante Fürstin (Adele Sandrock war schon gestorben) und nebenbei albern und blödeln Theo Lingen (der längst durch die immer gleiche Näselei seine soziale Würde verloren hatte), und der kleine behende, sprachzerfetzende Hans Moser. Also eine austriakische Superbesetzung, mit einer kleinen Story um Herz und Leid und Betrug und Verwechslung und wenn die fesche Dorit Kreysler nicht wär, dann wär die Geschicht‘ allzu schwer... Ein „Tanz ums goldene Bett“ (Witte). Draussen tobte zwar ein brutaler Krieg, drinnen aber reagiert man forciert niedlich. Die Handlung spielt während des Wiener Kongresses. Zwar war die französische Revolution kaum 20 Jahre her, als dort die Adelspaläste gestürmt wurden und der König geköpft - aber im seligen Österreich tummelten sich die Fürsten und Barone, die Monarchen gaben für sich das Geld der kleinen Leute mit vollen Händen aus - so als wäre nichts geschehen. Die Restauration! Dass sich Willi Forst auf diese „guten“ Zeiten zurückbesinnt und immitten des Krieges hunderte von Komparsen in aufwändige Kleider steckt, große Bälle inszeniert, während draussen die Mütter um ihre gefallenen Söhne trauerten, das wirkt heute nur noch krude. Wovor wohl die Forsts des deutschen Films Angst hatten - vor der Dekadenz, der sie längst erlegen waren? „Wiener Blut“ macht auch Wut...

Credits

Regie

Drehbuch

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Drehbuch

Schnitt

Schnitt-Assistenz

Choreografie

Musikalische Vorlage

Darsteller

im Auftrag von

Dreharbeiten

    • Wien, Theater an der Wien
Prüfung/Zensur:

Prüfung: 30.03.1942

Aufführung:

Uraufführung: 02.04.1942

Titel

  • Originaltitel (DE) Wiener Blut

Fassungen

Original

Prüfung/Zensur:

Prüfung: 30.03.1942

Aufführung:

Uraufführung: 02.04.1942