Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Musik
Darsteller
- Dr. Bruck
- Kommerzienrat Römer
- Präsidentin
- Flora
- Henriette
- Käthe
- Medizinalrat Bär
- Schloßmüller
- Frau Diakonus
- Suse
Produktionsfirma
Alle Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Szenenbild
Musik
Darsteller
- Dr. Bruck
- Kommerzienrat Römer
- Präsidentin
- Flora
- Henriette
- Käthe
- Medizinalrat Bär
- Schloßmüller
- Frau Diakonus
- Suse
- Franz
- Erster Diener
- Zweiter Diener
- Sprecher
Produktionsfirma
im Auftrag von
Produktionsleitung
Länge:
130 min
Format:
16mm, 1:1,33
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 01.01.1975, ZDF
Titel
- Originaltitel (DE) Im Hause des Kommerzienrates
Fassungen
Original
Länge:
130 min
Format:
16mm, 1:1,33
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 01.01.1975, ZDF
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In diesen Kreisen, zu denen auch etwa Medizinalrat Bär gehört, brodelt es heftig unter der verschwenderischen Fin de Siecle-Oberfläche: Liebe, Eifersucht, Ehrgeiz und Titelsucht, sogar ein kurzzeitiger Arbeiteraufstand münden schließlich in den Bankrott. Aber Marlitt wäre nicht eine der erfolgreichsten „Familien-Schriftstellerinnen“, wenn am Ende nicht die Liebe siegen würde...
Die nach „Das Geheimnis der alten Mamsell“ (1972) und „Im Schillingshof“ (1973) bereits dritte Verfilmung eines Marlitt-Romans hat Mitte der 1970er Jahre noch einmal die kontroverse Diskussion um Sinn und Zweck der Bildschirm-Adaptionen populärer Kolportageromane aufflammen lassen. Das enorme Publikumsinteresse an Stoffen von Marlitt oder Hedwig Courths-Mahler legitimiert freilich die auftraggebenden Rundfunkanstalten.
„Im Hause des Kommerzienrates“, von Eugenie John 1875 unter ihrem Pseudonym E. Marlitt in der „Gartenlaube“ veröffentlicht, ist vom Gespann Wittlinger/Ballmann in opulenter Ausstattung verfilmt worden, aber nicht wie gewohnt in rein nostalgischer Verklärung des großbürgerlichen Ambientes der Jahrhundertwende. Verglichen mit dem Originalmanuskript, das etwa an der Ruhr-Universität Bochum als Reproduktion ausgeliehen werden kann, haben die beiden Fernsehbearbeiter die – auch der Distributionsart Kolportage geschuldete – verwirrende Vielfalt an Personen und Handlungssträngen entflochten.
Die Besetzung ist hochkarätig, zu nennen ist unbedingt noch Hans Mahnke als Schlossmüller. Dass nun Eugenie Marlitt, wie vom ZDF im Presseheft in Abgrenzung zur Courths-Mahler-Reihe der ARD behauptet, für emanzipatorische, sozialpolitische Inhalte stehe, lässt sich am „Kommerzienrat“ nicht verifizieren: Die pseudo-kritische Art der Marlitt, etwa die sozialen Konflikte der Gründerzeit in einer kurzen Arbeiter-Episode abzutun und am Ende doch die Bourgeoisie bzw. die Tugend des (Herzens-) Adels siegen zu lassen, stabilisiert letztlich die großbürgerlichen Vorstellungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Diesbezüglich haben Karl Wittlinger und Herbert Ballmann in ihrer sehr werkgetreuen Adaption keine neuen Akzente gesetzt.
Pitt Herrmann