Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Schnitt
Darsteller
- Hölleisengretl
- Wiggerl
- Matthias
- Altknecht Thomas
- Rosl
- Nanni
- Bablochner
- Eisenhändler
- Junge
- Bablochnerin
Produktionsfirma
Produzent
Alle Credits
Regie
Regie-Assistenz
Drehbuch
Kamera
2. Kamera
Ausstattung
Requisite
Maske
Kostüme
Garderobe
Schnitt
Schnitt-Assistenz
Ton
Ton-Assistenz
Darsteller
- Hölleisengretl
- Wiggerl
- Matthias
- Altknecht Thomas
- Rosl
- Nanni
- Bablochner
- Eisenhändler
- Junge
- Bablochnerin
- Hinterauer
Produktionsfirma
im Auftrag von
Produzent
Redaktion
Herstellungsleitung
Aufnahmeleitung
Dreharbeiten
- 1994: Bayern [Sommer]
Länge:
104 min
Format:
16mm, 4:3
Bild/Ton:
Eastmancolor, Stereo
Aufführung:
Uraufführung (DE): 16.04.1995, ZDF
Titel
- Originaltitel (DE) Hölleisengretl
Fassungen
Original
Länge:
104 min
Format:
16mm, 4:3
Bild/Ton:
Eastmancolor, Stereo
Aufführung:
Uraufführung (DE): 16.04.1995, ZDF
Auszeichnungen
1995
- Regiepreis der Deutschen Akademie der darstellenden Künste
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Der Buckel brandmarkt die Gretl seit frühester Kindheit und immer noch gerät der sonntägliche Kirchgang zum Spießrutenlauf. Missgunst und Verachtung schlagen ihr entgegen. Und, noch schlimmer, am Stammtisch des Wirtshauses lästert ein Jungbauer gar: „Die Hölleisengretl hat der Hitler beim Vergasen übersehen.“ Allein der Tagelöhner Wiggerl, der sich gegen den elterlichen Willen bei Gretl als Knecht verdingt, fühlt sich zu der sensiblen, attraktiven Frau hingezogen. Als sie von ihm ein Kind erwartet, lässt Gretl den Fötus in der fernen Stadt abtreiben. So trennen sich ihre Wege: Als Sohn einer Tagelöhnerfamilie kann Wiggerl nicht zum Bauern avancieren.
Da kommt Matthias (Hubert Achleitner alias Hubert von Goisern), ein junger Österreicher, ins Dorf, angeblich ein Spätheimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft. Er versteht es, die Sehnsüchte und Wünsche der jungen Bäuerin auf seine Person zu fixieren. Doch erst nach der Heirat wird sein wahres Wesen offenbar: Matthias ist nur am reichen Hof interessiert und zudem ein brutaler Alkoholiker, der über die grüne Grenze nach Bayern kam, weil ihn seine Brüder von Haus und Hof vertrieben haben.
Als Gretl die Wahrheit erfährt – und am eigenen Leibe zu spüren bekommt, ist es zu spät. In der gutkatholischen bäuerlichen Welt ist Matthias nun der Bauer, der das alleinige Sagen hat – und das Recht, die Nächte im Wirtshaus zuzubringen und bei Bedarf die eigene Frau zu misshandeln. An eine Trennung oder gar Scheidung ist gar nicht zu denken. Da greift der Altknecht des Hölleisenhofes zur Selbsthilfe: Als Matthias einmal mehr schwer betrunken mit dem Motorrad vom Wirtshaus heimfährt, lauert ihm der Knecht an der Stelle auf, an der ein Seil über den Waldweg gespannt ist...
Jo Baier, für seine atmosphärisch stimmige Adaption der Erzählung „Die Geschichte von der buckligen Hölleisengretl“, die Oskar Maria Graf 1929 als „Kalendergeschichte“ herausbrachte, 1995 mit dem Regiepreis der Deutschen Akademie der darstellenden Künste ausgezeichnet, hat einen in vielerlei Hinsicht bemerkenswerten „neuen“ Heimatfilm gedreht, der nach der Erstausstrahlung im ZDF sowohl den Bayerischen Filmpreis (für Martina Gedeck in der Titelrolle) als auch den Spezialpreis beim Baden-Badener TV-Film-Festival erhielt.
„Hölleisengretl“ zeichnet sich durch seine hervorragende Besetzung bis in kleinste Nebenrollen (Josef Wierer, Herbert Fux) ebenso aus wie durch grandiose (Landschafts-) Aufnahmen der beiden Kameraleute Jürgen Martin und Horst Zeidler sowie durch die geradezu suggestive Musik von Stefan Melbinger und Hubert von Goisern. Alles zusammen ergibt das Bild einer dörflichen Gemeinschaft, aus der es kein Entrinnen gibt – es sei denn, man lässt einen Mord als Ultima ratio gelten.
Pitt Herrmann