Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Darsteller
- Katrin König
- Melly Böwe
- Henning Röder
- Anton Pöschel
- Volker Thiesler
- Rose Böwe
- Eva Greiner
- Milan Greuner
- Julia Cobalt
- Tobias Cobalt
Produktionsfirma
Produzent
Alle Credits
Regie
Regie-Assistenz
Drehbuch
Kamera
Steadicam
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Kamera-Bühne
Szenenbild
Außenrequisite
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Casting
Darsteller
- Katrin König
- Melly Böwe
- Henning Röder
- Anton Pöschel
- Volker Thiesler
- Rose Böwe
- Eva Greiner
- Milan Greuner
- Julia Cobalt
- Tobias Cobalt
- Hannes Seyffart
- KTU-Chefin Maria
- Paul Cobalt
- Sarah Volkmann
- Nele Schuldt
Produktionsfirma
im Auftrag von
Produzent
Redaktion
Ausführender Produzent
Herstellungsleitung
Aufnahmeleitung
Produktions-Assistenz
Dreharbeiten
- 06.03.2023 - 04.04.2023: Rostock, Hamburg und Umgebung
Länge:
90 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 25.05.2025, ARD
Titel
- Originaltitel (DE) Böse geboren
- Reihentitel (DD DE) Polizeiruf 110
Fassungen
Original
Länge:
90 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
TV-Erstsendung (DE): 25.05.2025, ARD
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Schnitt. Eva Greuner, die mit ihrem Sohn Milan am Waldrand lebt und eine kleine Fischräucherei betreibt, sieht, wie Letzterer frühmorgens schwerbepackt aus dem Wald kommt, das Gewehr geschultert – und einen größeren Gegenstand, vielleicht ein Tier, im Garten vergräbt. Sie spricht ihn später freilich nicht darauf an, sondern auf seinen mit blauen Flecken übersäten Oberkörper, erhält aber keine Erklärung von Milan.
Schnitt. Als Melly Böwe nach Hause kommt, findet sie dort überraschend ihre Tochter Rose vor. Diese, Anfang zwanzig und damit in einem komplizierten Alter, wie ihre Mutter befindet, möchte mehr über ihre Familie wissen, über ihren Onkel Sascha Buckow etwa, besonders aber über ihren Vater, dessen Name ihr bislang verheimlicht worden ist. Bis es zu einem Gespräch beim gemeinsamen Essen kommen kann, Melly hat eigentlich einen freien Tag, kommt ein Anruf der Kollegin Katrin König dazwischen: die Revierförsterin Julia Cobalt hat die Leiche Sarah Volkmanns beim morgendlichen Rundgang mit ihrem Hund gefunden.
Es dauert, bis die Polizei – nach einer großangelegten Suchaktion – auch die zweite, zum Glück nur angeschossene junge Frau findet: deren Freund und WG-Genosse Jesper Bloom (Timon Furchert) hat ihre Existenz lange Zeit verschwiegen – aus Angst, als Verursacher eines schweren Zwischenfalls angeklagt und eventuell wegen versuchten Totschlags verurteilt zu werden. Die Studentengruppe, die „Jäger sind Mörder“-Flyer verteilt, hat vor einiger Zeit einen Hochsitz angesägt. Danach ist der Bruder der Revierförsterin, Hannes Seyffart, mit diesem umgestürzt – und sitzt seitdem im Rollstuhl.
Eva Greuner hat sogleich ihren Sohn im Verdacht, der nach einer Vergewaltigung durch einen mehrfachen Frauenmörder zur Welt kam und sich von dieser zunehmend isoliert: „Er hat diese Wut, die hat er schon immer. Manchmal hab‘ ich richtig Angst vor ihm. Das Töten steckt einfach in ihm drin – wie schon bei seinem Vater.“ Milans einzige Kontaktperson neben seiner Mutter, vielleicht sein einziger Freund, ist Paul Cobalt, der etwa gleichaltrige Sohn der Försterin.
Es entwickelt sich eine Parallelgeschichte zwischen Milan Greuner und Rose Böwe, die unter einem Aggressionsproblem leidet: „Ich hab‘ das Gefühl, ich bin eine tickende Zeitbombe.“ Auch sie ist das Ergebnis einer Vergewaltigung, wenn ihr Vater auch kein mehrfacher Prostituierten-Mörder gewesen sein soll. Das aber erfährt Rose nicht aus dem Mund ihrer Mutter, das erfahren nur die Zuschauer aus einem Verhör zwischen Melly Böwe und Milan Greuner – und damit auch das ganze Kripo-Kollegium von Katrin König über Anton Pöschel und Volker Thiesler bis hin zum Chef Henning Röder.
Am Ende ist der wahre Täter überführt, wobei auch eine Liebesbeziehung zwischen Tobias Cobalt, dem Gatten der Försterin, und Eva Greuner eine Rolle spielt. Aber Rose hat nach mehrfach vergeblichen Versuchen, mit ihrer Mutter ins Gespräch zu kommen, um wenigstens etwas über ihren Erzeuger zu erfahren, aufgegeben und ist abgereist. Eines immerhin mag als kleiner Hoffnungsschimmer gelten: ein „Verbrecher-Gen“, das vererbt werden könnte, gibt es nicht…
Ko-Autorin Elke Schuch im ARD-Presseheft: „Milans Vater war ein Vergewaltiger und Serienmörder. Die Mutter hat sich dennoch dafür entschieden, ihr Kind zur Welt zu bringen. Sie liebt ihren Sohn trotz der Vorgeschichte mit seinem Vater, problematisch ist jedoch, dass sie ihre traumatische Gewalterfahrung nicht verarbeitet hat. Die Vergangenheit ist für sie eine offene Wunde, die das Kind immer wieder aufreißt, was dazu führt, dass sie vieles von dem, was sie mit dem Vater erlebt hat, in Milan hineinprojiziert. Trotz ihrer Liebe verspürt sie dem Sohn gegenüber Misstrauen. Diese Ambivalenz hat uns interessiert, denn das ist für eine Mutter eigentlich ein Tabu.“
Die „Polizeiruf 110“-Folge „Böse geboren“ ist in erster Linie ein Psychokrimi über die langjährigen Folgen von Gewalterfahrungen und dem verzweifelten, zum Scheitern verurteilten Versuch zweier Mütter, diese zu verwischen. Er lebt vor allem von den beiden großartigen Protagonistinnen Lina Beckmann und Jördis Triebel – und straft am überraschenden Ende glücklicherweise seinen Titel Lüge. Regisseur Alexander Dierbach im ARD-Presseheft: „Grundsätzlich haben wir nahezu keine statischen Kameraeinstellungen gewählt. Ebenso haben wir auf untersichtige oder aufsichtige Kameraperspektiven bewusst verzichtet, um den Charakteren stetig auf einer Art ‚Augenhöhe‘ zu begegnen. Dabei sollte sich das Bild stets als beobachtende Perspektive anfühlen – daher haben wir uns für die Handkameraführung entschieden. Mein visuelles Konzept für diesen Film ist eine Mischung aus psychologischer Tiefe und visueller Reduktion: Es geht weniger um schnelle rhythmische Schnittfolgen, sondern vielmehr um das Einfangen von Momenten der Reflexion und der inneren Spannung. Die Charaktere stehen im Vordergrund, die Kamera sollte ein Fenster in ihre Welten aufstoßen und somit eine Neugier auf die dahinter verborgenen Geheimnisse provozieren.“
Pitt Herrmann