Casablanca

USA 1942 Spielfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
„A Time Goes By”: Casablanca, Marokko, 1941. Kurz vor Kriegseintritt der USA tummeln sich in Ricks tabakrauchgeschwängertem Nachtclub „Café Americain“ Hitler-Schergen, ihre willigen Helfer, die Vichy-Franzosen, Touristen, Ganoven – und Menschen auf der Flucht vor den Nazis. Einer von ihnen ist Victor László, ein ungarischer Widerstandskämpfer, der verzweifelt nach der letzten Möglichkeit sucht, über Lissabon eine Passage in die „Staaten“ zu bekommen. Der deutsche Major Strasser ist damit beauftragt, um jeden Preis seine Ausreise zu verhindern. Nur Rick Blaine verfügt über so exzellente Verbindungen, er könnte László helfen – doch Victors Frau ist ausgerechnet seine große Liebe Ilsa Lund, die er nach zwei Jahren wiedersieht...

Dieses spannende Melodram, 1942 als Propagandafilm zum bevorstehenden US-Eintritt in den Zweiten Weltkrieg gedreht und gleich mit drei „Oscars“ für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet, genießt einen geradezu legendären Ruf – und das keineswegs nur unter Cineasten. Pointierte Dialoge, eine unter die Haut gehende Dramaturgie des vor historischem Background spielenden Polit-Krimis und nicht zuletzt die exzellente Besetzung – zu nennen sind neben dem Protagonisten-Trio vor allem Claude Rains als französischer Polizeipräfekt Capitaine Renault, Conrad Veidt als Major Strasser, Curt Bois als kleiner Taschendieb, Ludwig Stössel als Flüchtling (und Emigrant wie Conrad Veidt und Curt Bois – im Film wie im wahren Leben) und vor allem Peter Lorre als zwielichtigen Schieber Ugarte – haben „Casablanca“ eine weltweite Popularität verschafft, die bis heute ungebrochen anhält.

Wohl über keinen anderen Film ist so viel geschrieben worden wie über „Casablanca“, der
am 26. November 1942 im Hollywood Theatre in New York uraufgeführt wurde und seit Mitte der 1970er Jahre auch in Deutschland – im Kino wie im Fernsehen – in der deutsch synchronisierten authentischen Fassung gezeigt wird. Zuvor hatte man an verantwortlicher – damals noch Bonner – Stelle geglaubt, dem deutschen Publikum den politisch brisanten Kern des Films nur in einer arg verstümmelten Fassung zumuten zu können: Zum Kinostart am 29. August 1952 wurde eine um 25 Minuten gekürzte Fassung gezeigt, in der die Szenen mit Major Strasser und anderen Nazis herausgeschnitten und Hinweise auf den Zweiten Weltkrieg weitgehend getilgt waren. Noch perfider: Aus dem ungarischen Widerstandskämpfer Victor László wurde der norwegische Atomphysiker Victor Larsen, Entdecker der so rätselhaften wie gefährlichen Delta-Strahlen.

Michael Curtiz („Chicago“, „Wir sind keine Engel“, „Solange ein Herz schlägt“, „Die Comancheros“, „White Christmas“, „King Creole“), dem gebürtigen Ungarn namens Mihály Kertész, der wie kein zweiter alle Hollywood-Filmgenres beherrschte, ist mit „Casablanca“ ein Kultfilm gelungen, der zum Mythos wurde, auch und vielleicht gerade weil Woody Allen in seinem Film „Mach’s noch einmal Sam“ kräftig an diesem Mythos gekratzt hat. Denn „Casablanca“ lässt auch nicht den Hauch eines Auftragsfilms zur ideologischen Beeinflussung der alles andere als kriegsbegeisterten US-Amerikaner aufkommen.

Der Mythos des Films ist der des Schauspielers Humphrey Bogart und letztlich auch der seiner Filmpartnerin Ingrid Bergman, die mit „Casablanca“ ihren Durchbruch in den USA schaffte: Rick Blaine bekräftigt zu Beginn, dass er seinen Kopf für niemanden hinhalte, um das am Schluss dennoch zu tun – und das ausgerechnet für den Rivalen um die einzige Frau, die er jemals wirklich geliebt hat. Die Gebrochenheit dieser Figur zwischen kaltem Zynismus und warmherziger Liebe, zwischen nüchtern-kalkulierter Verweigerung und uneigennütziger Hilfsbereitschaft steht im Zentrum des Films – und hat Humphrey Bogart zur großen Identifikationsfigur des Publikums gemacht.

Pitt Herrmann

Credits

Kamera

Schnitt

Darsteller

Produzent

Alle Credits

Regie-Assistenz

Dialog-Regie

Continuity

Kamera

Optische Spezialeffekte

Beleuchter

Ausstattung

Kostüme

Frisuren

Schnitt

Beratung

Spezialeffekte

Musikalische Leitung

Darsteller

Sprecher

Darsteller (Sonstiges)

Produzent

Co-Produzent

Executive Producer

Herstellungsleitung

Associate Producer

Produktionsleitung

Aufnahmeleitung

Dreharbeiten

    • 25.05.1942 - 03.08.1942: Flagstaff, Arizona; Van Nuys (Metropolitan Airport), Kalifornien; Warner Brothers Studios Burbank
Länge:
2804 m, 102 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 20.10.1980, 4385-b, ab 16 / feiertagsfrei

Titel

  • Originaltitel (US) Casablanca
  • Arbeitstitel (US) Everybody Comes to Rick´s

Fassungen

Original

Länge:
2804 m, 102 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 20.10.1980, 4385-b, ab 16 / feiertagsfrei

Länge:
2236 m, 82 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 27.02.1974, 4385-a, ab 16 / feiertagsfrei

Länge:
2804 m, 102 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, RCA Sound System
Aufführung:

Uraufführung (US): 26.11.1942, New York, The Hollywood

Formatfassung

Länge:
2236 m, 82 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 24.06.1952, 4385, ab 16 / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 29.08.1952 [1. deutsche Synchronfassung]

Länge:
909 m, 83 min
Format:
16mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Mono
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 26.08.1954, 4386, ab 16 / feiertagsfrei

TV-Fassung

Länge:
98 min
Format:
4:3
Bild/Ton:
s/w, Mono
Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 05.10.1968, West 3 [OmU]

Länge:
98 min
Format:
4:3
Bild/Ton:
s/w, Mono
Aufführung:

TV-Erstsendung (DE): 05.10.1975, ARD [2. deutsche Synchronfassung]