2 Tage New York

Frankreich Deutschland 2011/2012 Spielfilm

Inhalt

Fortsetzung des Films "2 Tage Paris" aus dem Jahr 2007. Die Fotografin Marion lebt mit ihrem Sohn in New York, wo sie sich in den allein erziehenden Mingus verliebt hat und mit ihm und seiner kleinen Tochter zusammengezogen ist. Als eines Tages Marions Familie aus Paris nach New York reist, ist ein Kulturschock vorprogrammiert. Es dauert nicht lange, bis der neurotische Franzosenclan die junge Beziehung von Marion und Mingus auf eine harte Probe stellt.

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Der anderthalbstündige Spaß beginnt mit dem deutschen Gast-Schauspieler in einer kurzen, prägnanten Episodenrolle: Daniel Brühl als Öko-Demonstrant in New York. Auf der Straße und – erneut – auf einem Baum. Und mit der großstadtneurotischen Ich-Erzählerin Marion (total überdrehte Culture-Clash-Komödiantin in den Fußstapfen Woody Allens: Julie Delpy in Personalunion als Co-Autorin, Regisseurin, Hauptdarstellerin und Co-Produzentin), die zurückblickt.

Fünf Jahre sind vergangen, seit die angesagte Fotografin mit ihrem amerikanischen Freund Jack (Adam Goldberg) einen katastrophalen Kurzurlaub bei ihren Eltern in Paris verbrachte. Jack gibt es nicht mehr, dafür ihren dreijährigen Sohn Lulu – und Mingus (Chris Rock mit grandiosem Understatement), selbst alleinerziehender Vater einer siebenjährigen Tochter. Ein, so jedenfalls der erste Eindruck, witziger, verständnisvoller Partner für Marion, die mitten in den Vorbereitungen für eine große Werkschau ihrer Fotoarbeiten steckt. Und der ebenfalls gestresst ist: der „Village Voice“-Politjournalist muss täglich noch zwei Radiosendungen bestreiten.

Da kündigt sich Besuch aus Paris an mit Marions erst vor kurzem verwitweten und nun offenbar noch kauzigeren Vater Jeannot (Verbeugung der Regisseurin vor ihrem Papa: Albert Delpy auch im wahren Leben ein Freigeist), ihrer neurotischen Schwester Rose (Co-Autorin Alexia Landeau) und deren selbstherrlichem Freund Manu, ihrem „Ex“. Das kann ja heiter werden – was gleich beim Zoll am Flughafen beginnt: Papa Jeannot wird beim Versuch, jede Menge französischer Wurst- und Käsespezialitäten ins Land zu schmuggeln, erwischt.

Zur amerikanisch-französischen Großfamilie vereint wollen die keineswegs nur sprachlich bedingten Missverständnisse (köstlich: Opa Jeannot bei der Thai-Massage) nicht enden: Bevorzugt reißen die flegelhaften Gäste aus Paris ganz uncharmant Witze auf Kosten des Hausherrn, was die nymphomanische Rose nicht daran hindert, Mingus nachzusteigen. Das Fass zum Überlaufen bringt freilich Manu, der einen Drogendealer mit in die Wohnung holt.

Ein Joint im Aufzug, der auch noch steckenbleibt – das bringt Marion in Erklärungsnöte gegenüber den aufgeschreckten Nachbarn. Weshalb sie immer neue Horrormärchen erfinden muss, aus denen sie wohl nie mehr herauskommen wird. Gleichzeitig droht ihre Ausstellung zum finanziellen Fiasko zu werden und Mingus platzt ein wichtiger Interviewtermin, weil Manu in jedes erdenkliche (politische) Fettnäpfchen tritt. Nachdem Mingus sie vor die Wahl gestellt hat, entweder ihre ganze Mischpoke über den Großen Teich zurück zu schicken, oder sich gleich selbst mit hinauszuwerfen, verkauft die völlig am Boden zerstörte Marion ihre Seele für 5000 Dollar an einen mysteriösen Fremden (Vincent Gallo)...

Nach „Zwei Tage Paris“, „dem“ Überraschungserfolg Julie Delpys in 2007, hat die gebürtige Pariserin, die mit ihrem Sohn und dem Filmkomponisten Marc Streitenfeld in Los Angeles lebt, mit „Zwei Tage New York“ nachgelegt – auch als Hommage an ihre kurz zuvor verstorbene Mutter Marie Pillet, die im ersten Film noch mitgewirkt hat. Der begnadeten Kieslowski- („Farben“-Trilogie) und Linklater-Schauspielerin („Before Sunrise“, „Before Sunset“) ist dabei bis auf die so alberne wie überflüssige „Faust“-Anleihe erneut eine äußerst unterhaltsame Komödie gelungen, deren pointierte Dialoge von einem herben bis drastisch-anzüglichen Wortwitz gespeist werden, dem man am besten in der Originalfassung folgt.

„2 Tage New York“ ist so ironisch, spöttisch und bissig wie der Vorgängerstreifen „2 Tage Paris“, aber entschieden sarkastischer und absurder. Sodass eine weitere Steigerung nicht vorstellbar erscheint. Uraufgeführt am 23. Januar 2012 auf dem Sundance Film Festival fand die Europa-Premiere am 1. März 2012 auf dem Luxembourg City Film Festival statt. Für die Erstausstrahlung sorgte Servus-TV am 12. Mai 2015.

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Länge:
96 min
Format:
35mm, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 01.06.2012, 133236, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 05.07.2012

Titel

  • Weiterer Titel (US) 2 Days in New York
  • Originaltitel (DE) 2 Tage New York
  • Schreibvariante (DE) Zwei Tage New York

Fassungen

Original

Länge:
96 min
Format:
35mm, 16:9
Bild/Ton:
Farbe, Dolby
Prüfung/Zensur:

FSK-Prüfung (DE): 01.06.2012, 133236, ohne Altersbeschränkung / feiertagsfrei

Aufführung:

Kinostart (DE): 05.07.2012

Auszeichnungen

FBW 2012
  • Prädikat: wertvoll