Von 12. bis 22. Februar 2026 finden in diesem Jahr die Internationalen Filmfestspiele von Berlin statt. Bei der 76. Ausgabe der Berlinale sind diesmal insgesamt 80 deutsche Produktionen und Koproduktionen in den unterschiedlichen Sektionen zu sehen sein.
Der deutsche Filmemacher Wim Wenders wird als Präsident der Wettbewerbsjury vorsitzen. Neben den Screenings in den Kinos öffnet außerdem der European Film Market wieder seine Türen.
"Die Berlinale ist nicht bloß ein kultureller Höhepunkt im Eventkalender; sie ist Ausdruck dieser Stadt selbst. Einer Stadt, die überströmt vor Geschichten und Geschichte. Und vor allem einer Stadt erfüllt von Menschen voller Leidenschaft und Neugier für Kunst, Kultur und Gemeinschaft", beschreibt Festivaldirektorin Tricia Tuttle die Berlinale in ihren Grußworten. "Das diesjährige Programm, kuratiert von Auswahlgremien, die ich für ihre Leidenschaft und Expertise bewundere und denen ich von Herzen danke, zeigt ein breites Spektrum des Filmschaffens. Aus über 8000 Einreichungen aus mehr als einhundert Ländern haben wir Filme ausgewählt, die sich mit drängenden politischen, ökologischen, gesellschaftlichen und persönlichen Themen auseinandersetzen."
Nachdem in den vergangenen Wochen bereits mehrere Filme aus unterschiedlichen Sektionen verkündet wurden, stellten die Verantwortlichen am Dienstag in der Pressekonferenz das offizielle Line-up vor. Über 276 Filme werden in den zehn Tagen in 15 Spielstätten in Berlin zu sehen sein, wobei der Berlinale Palast mit den Wettbewerbs- und Berlinale Special Gala-Filmen wieder das Herzstück des Festivals sein wird.
Aus deutscher Sicht ist das Line-up mit 80 Produktionen und Koproduktionen in den unterschiedlichen Sektionen, davon 56 majoriär und 24 minoritär, ähnlich zahlreich und vielfältig wie bei der Jubiläumsausgabe im vergangenen Jahr.
Die Berlinale 2026 startet mit der Weltpremiere von "No Good Men", dem dritten Spielfilm der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Das Drama wird am 12. Februar als Eröffnungsfilm im Berlinale Palast präsentiert. "No Good Men" folgt auf Shahrbanoo Sadats Werke "Wolf and Sheep" (2016) und "Parwareshghah" ("The Orphanage | Kabul Kinderheim", 2019). Es ist der dritte Film aus einer Reihe von fünf geplanten Filmen. In "No Good Men" geht es um Naru, die – als einzige Kamerafrau bei Kabul TV – davon überzeugt ist, dass es in Afghanistan keine guten Männer gibt. Als der Reporter Qodrat sie jedoch kurz vor der Rückkehr der Taliban mit auf einen Auftrag nimmt, sprühen die Funken – und sie beginnt, diese Überzeugung in Frage zu stellen.
Im Wettbewerb werden drei majoritär deutsche Filme zu sehen sein. Nach das Gesellschaftsdrama "Das Lehrerzimmer" im Jahr 2023 in der Sektion Panorama zu sehen war, kehrt Regisseur İlker Çatak nun mit seinem neuen Film zur Berlinale zurück. In "Gelbe Briefe" geht es um Derya und Aziz, ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara. Sie führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben – bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen den beiden Erwachsenen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.
Das Drama "Etwas ganz Besonderes" von Eva Trobisch folgt der Protagonistin Lea, die in einer Castingshow gefragt wird "Wer bist Du und was macht Dich aus?". Lea weiß es nicht und begibt sich daraufhin auf die Suche nach einem passenden Ich für sich selbst.
Auch Regisseurin Angela Schanelec kehrt nach Berlin zurück. Diesmal mit dem Drama "Meine Frau weint", ein Film über die Suche einer gemeinsamen Sprache. Den 40-jährigen Kranführer Thomas erreicht ein Anruf von seiner Frau Carla, er soll sie im Krankenhaus abholen. Dort trifft er sie weinend an und erfährt, dass sie einen Autounfall hatte. Carla versucht mit aller Ehrlichkeit alles ihrem Mann zu erzählen, doch Thomas zieht sich mehr und mehr in sich zurück.
22 Filme werden im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären konkurrieren, darunter ein Debütfilm, ein Animationsfilm und eine dokumentarische Form. Produktionen aus 28 Ländern sind vertreten.
In der weiteren Wettbewerbssektion Perspectives läuft die deutsche Produktion "Der Heimatlose" von Kai Stänicke. Darin geht es um Hein, der nach 14 Jahren in sein Heimatdorf auf einer abgelegenen Insel zurückkehrt, nur um festzustellen, dass die Gemeinschaft ihn nicht mehr erkennt. Sie verdächtigen ihn, ein Betrüger zu sein, und verlangen einen Beweis, um seine wahre Identität festzustellen.
Der deutsche Regisseur, Autor und Fotograf Wim Wenders wird den Vorsitz der Internationalen Jury der 76. Berlinale übernehmen. "Es ist mir nie in den Sinn gekommen, auch nur entfernt daran zu denken, Jurypräsident in meiner Heimatstadt zu sein — bis Tricia Tuttle mich fragte. Und dann wurde mir klar: Wow! Das wird eine völlig neue Art sein, Filme bei der Berlinale zu sehen", kommentiert Wim Wenders seine Aufgabe.
Neben den Filmvorführungen in den verschiedenen Sektionen öffnet an bewährter Stelle im Gropius Bau wieder der European Film Market (EFM) vom 12. bis 18. Februar 2026 an sieben Markttagen seine Türen. Unter der Leitung von Tanja Meissner ist der EFM wieder Treffpunkt für internationale Branchenvertreter*innen, darunter Produzent*innen, Weltvertriebe und Verleihfirmen bis hin zu Kinobetreiber:innen, High-Tech-Unternehmen und Investor*innen aus aller Welt.
Auch German Films wird im Gropius Bau wieder mit einem Stand (#18) vertreten sein.
Für den 23. Berlinale Co-Production Market (14. bis 17. Februar) sind in diesem Jahr 35 Filmprojekte aus 27 Ländern ausgewählt worden. Als zentraler Treffpunkt ist er auf die spezifischen Bedürfnisse international erfahrener Produzent*innen und Finanziers ausgerichtet und bietet zudem ein interessantes Informationsprogramm. German Films hat für die Veranstaltung in diesem Jahr folgende fünf Produzent*innen ausgewählt: Carlotta Cornehl (Angst & Drang), Svenja Vanhoefer (Rebelle Film), Nicolas Kronauer (Fourmat Film), Lisa Purtscher (LieseLotte Film) und Anna Eigl (BerghausWöbke Filmproduktion).
Quelle: www.german-films.de