Heiner Lauterbach (links)

Ab Donnerstag im Kino: Harms

Deutsche Gangsterfilme haben trotz Perlen wie "Im Schatten" noch immer Seltenheitswert. Umso schöner, dass mit "Harms" nun ein Film startet, der sich ganz bewusst an den Klassikern des Genres orientiert. Im Mittelpunkt steht Harms, ein Berufsverbrecher alter Schule, der gerade eine 16-jährige Haftstrafe verbüßt hat. Geläutert hat ihn das Gefängnis allerdings nicht, ganz im Gegenteil. Kaum auf freiem Fuß, plant der knallharte Profi bereits den nächsten Coup: Harms will die Bundesbank um 100 Millionen erleichtern. Aber trotz eines hilfreichen Insiders (Friedrich von Thun) läuft die akribisch vorbereitete Aktion nicht wie geplant... Regisseur Nikolai Müllerschön inszeniert die Geschichte mit Referenzen an amerikanische und französische Vorbilder wie Scorsese und Melville und beweist zugleich ein seltenes Talent für atmosphärische Milieuzeichnungen. Sehenswert ist "Harms" aber nicht zuletzt auch wegen Heiner Lauterbach, der als wortkarger Gangster zu schauspielerischer Hochform aufläuft.