Zucker für die Bestie

Deutschland 1997/1998 TV-Spielfilm

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Heinz17herne
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Dieser Psychokrimi aus der Feder von Matthias Seelig („Die Heartbreakers“, „Theo gegen den Rest der Welt“, „Schimanski“) mag Anleihen bei prominenten internationalen Vorgängern („Das Schweigen der Lämmer“) gesucht und gefunden haben, dennoch war er für den Zuschauer bei der TV-Erstausstrahlung ein Ereignis: Tolle Besetzung bis in kleinste Nebenrollen hinein und Hochspannung durch immer neue Volten der Handlung.

Matthias Habich spielt den Gynäkologen Dr. Kaltenbach, der als ruchloser Mehrfach-Frauenmörder hinter Gittern sitzt. Dahin hat ihn ein reiner Indizienprozess gebracht, der auch in universitären Rechtskreisen nicht unumstritten ist. So auch beim Jura-Professor Weihrauch (Rolf Hoppe gibt ihn väterlich-milde mit einem Hauch von mephistophelischer Schwärze), den es nachdenklich stimmt, dass weder Leichen noch eine Tatwaffe gefunden werden konnten. Und Dr. Kaltenbach hat stets seine Unschuld beteuert.

Diesen Fall will nun, im Rahmen einer Uni-Hausarbeit über Revisionsrecht, Weihrauchs ehrgeizige Lieblingsstudentin Tanja Krieger wieder aufrollen. Wie sich später herausstellt, aus ganz persönlichen Motiven: Sie ist die Tochter einer der scheinbar von Dr. Kaltenbach umgebrachten Frauen. In mühsamer Kleinarbeit gelingt es Tanja, den Gefängnisinsassen zu befreien. Zu diesem Zeitpunkt ahnt der Zuschauer noch nichts vom persönlichen Hintergrund ihres Engagements, das zunächst nach bewährtem Muster abzulaufen scheint: Junge, attraktive, anhanglose Studentin verliebt sich in den weitaus älteren, eloquenten, mit allen Psychotricks arbeitenden „Mörder“ und befreit ihn – mit dem klassischen Trick einer vorgetäuschten Herzattacke.

Doch Dr. Kaltenbach kommt vom Regen in die Traufe. Kaum aus dem einen Gefängnis befreit, erwartet ihn ein neues – im seit den nie richtig aufgeklärten Mordtaten verlassenen Haus. Tanja fesselt ihr „Opfer“ und will eine Aussage erpressen. Mit Erfolg: Immerhin findet sie, aufgrund seiner Angaben, zwei inzwischen bis auf das Skelett verweste (Wasser-) Leichen unter den Planken eines seit langem stillgelegten Kahns. Doch die dritte Tote, ausgerechnet Tanjas Mutter, soll noch leben. Das verschafft Tanja neue Hoffnung und Dr. Kaltenbach die Freiheit: Beide fahren nach Belgien, wo sie wirklich die elegante Antiquitätenhändlerin Krieger bei bester Gesundheit antreffen.

Doch es kommt zu keiner glücklichen Familienzusammenführung: Frau Krieger will mit ihrer Tochter, dem stets ungeliebten Bankert einer längst vergangenen außerehelichen Beziehung, nichts zu tun haben. Als Tanja den „Fall“ Dr. Kaltenbach in neuem Licht sieht und ihn nun rein juristisch wieder aufrollen will, setzt sich dieser ab – nachdem ein weiterer Mord geschehen ist. Tanja, die bestimmende Figur in dem bis zum Finale für den Zuschauer undurchschaubaren Schachspiel von Tätern und Opfern, sind die Fäden endgültig entglitten...

„Zucker für die Bestie“ ist ein Katz-und-Maus-Spiel zweier hervorragender, ebenbürtiger Schauspieler: Matthias Habich und Christiane Paul. Der alte Wolf und das zarte, junge Lamm? Nicht bei dem Schweizer Regisseur Markus Fischer, der in zahlreichen Folgen der ARD-Krimiserie „Tatort“ unter Beweis gestellt hat, dass er das Handwerk beherrscht – wie Kameramann Philippe Cordey, dessen suggestive (Groß-) Aufnahmen, Kulminationspunkt ist die wahrhaft gruselige Hafenszene mit dem doppelten Leichenfund, durchgängig für rätselhaft-düstere Thriller-Atmosphäre sorgen. In der Ko-Produktion mit dem Westdeutschen Rundfunk überzeugen zudem Marcus Signer als Tanjas Kommilitone Oliver Storch, Alexander Radszun als Rechtsanwalt Strohte und ehemaliger Verteidiger Kaltenbachs sowie Martin Armknecht als Strohtes Assistent Holger.

Pitt Herrmann

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Editing

Cast

Producer

All Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Key grip

Production design

Prop master

Make-up artist

Costume design

Editing

Sound design

Audio mixing

Cast

Commissioned by

Producer

Producer (TV)

Location manager

Duration:
90 min
Format:
1:1,33
Video/Audio:
Farbe, Stereo
Screening:

TV-Erstsendung (DE): 06.05.1998, ARD

Titles

  • Originaltitel (DE) Zucker für die Bestie

Versions

Original

Duration:
90 min
Format:
1:1,33
Video/Audio:
Farbe, Stereo
Screening:

TV-Erstsendung (DE): 06.05.1998, ARD