Himmel ohne Sterne

BR Deutschland 1955 Spielfilm

Summary

Sky Without Stars

One of the few German films of the 1950s that deals critically with contemporary conditions. Young Anna Kaminski is living right at the inner German border in Thuringia. Her son, whose father got killed in the war, is living with his grand parents in Bavaria, just a few kilometres away, in West Germany. To see him regularly, Anna is clandestinely crossing the border. On one of her crossings, Anna meets the Bavarian border policeman Carl Altmann. The West German helps Anna to get her son illegally to East Germany, and then they fall in love with each other. But the only place where they can meet is an abandoned train station between the borders. Finally, Anna wants to flee with her son to the West sector but the border becomes more and more tight – and the story of their love takes a tragic, and fatal end.

 

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Falk Schwarz
Auf ewig getrennt
Um den Wirbel zu verstehen, den dieser Film damals auslöste, müssen die Zeitumstände zurückgeholt werden. Mitte der fünfziger Jahre hatte sich die Bundesrepublik zu einem krassen Antikommunismus entschlossen - die deutsche Spaltung war nicht mehr zu überwinden, die Gespräche mit "drüben" brachen ab, die Grenze zwischen der BRD und der DDR wurde menschenverachtend befestigt - Selbstschussanlagen, Hundepatrouillen, Scharfschützen. Da wagte es ein Künstler - Helmut Käutner - eine Liebesgeschichte zu inszenieren, die hüben wie drüben spielt und die damit das Blockdenken schwer machte. Carl und Anna lieben sich unter gefährlichen Bedingungen - mitten auf der Grenze. Sie wollen zueinander, doch sie können nicht. Annas Großvater (großartig: Erich Ponto) will sich mit seiner kranken Frau nicht verändern. Jetzt wieder fliehen? Anna ist sowieso schon hin- und hergerissen, weil ihr Sohn im Westen lebt - bei den Frieses (beklemmend spießig, fleißig und borniert: Gustav Knuth und Camilla Spira). Damit hat Käutner ein Tableau, das den Film über jede einfache Parteinahme hinausträgt. Denn die Argumente dafür und dagegen stoßen sich am Menschlichen, an den Schicksalen der Betroffenen, die von der Politik hüben wie drüben ignoriert werden. Endloses menschliches Drama, das diese Grenze verursacht hat. Wie feindlich sich die Blöcke gegenüberstanden, zeigt Käutner an einem Bild: die Hundestaffeln des Zolls und der DDR-Grenzer fallen wütend übereinander her und verbeißen sich. Anna und Carl werden erschossen und liegen so zueinander auf dem Waldboden, dass sie sich um ein Haar noch die Hände hätten reichen können. Käutner wollte keinen Anti-DDR Film drehen, was der Westen von ihm erwartete. Der Ausgang bleibt offen, der Zuschauer weiß nicht, auf welche Seite er sich schlagen soll. Dies ist eben kein politisches Manifest, sondern ein zutiefst rührender und menschlicher Film, und der ohne jegliche propagandistischen Untertöne die Menschen in den Fokus nimmt, nicht die politischen Rahmenbedingungen. Gut, dass dieser Film - ein wichtiger in der deutschen Filmgeschichte - jetzt wieder vorliegt. Ein Geschäft war er nie. Obwohl die informierteren Kinogänger wissen, dass jeder Film von Käutner Szenen enthält, die sich weit über den Anlass hinaus einprägen.

Credits

Director

Screenplay

Director of photography

Cast

Producer

All Credits

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Production design

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Costume design

Cast

Producer

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Unit production manager

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Original distributor

Shoot

    • 13.07.1955 - 12.09.1955: Ludwigstadt, Naila, Wolfratshausen, Töpen u.a.; Bavaria Atelier München-Geiselgasteig
Duration:
2951 m, 108 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Mono
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 13.10.1955, 10806, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 14.10.1955, Nürnberg, Phoebus-Palast;
TV-Erstsendung: 19.12.1963, ZDF

Titles

  • Originaltitel (DE) Himmel ohne Sterne

Versions

Original

Duration:
2951 m, 108 min
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Mono
Censorship/Age rating:

FSK-Prüfung (DE): 13.10.1955, 10806, ab 12 Jahre / feiertagsfrei

Screening:

Uraufführung (DE): 14.10.1955, Nürnberg, Phoebus-Palast;
TV-Erstsendung: 19.12.1963, ZDF

Awards

Deutscher Filmpreis 1956
  • Filmband in Silber, Beste männliche Nebenrolle
  • Filmband in Silber, Beste Nachwuchsschauspielerin
  • Filmband in Gold (ex aequo >Teufel in Seide<), Nächstbester abendfüllender Spielfilm
  • Filmband in Silber, Bester Nachwuchsschauspieler
Bambi 1956
  • künstlerisch wertvollster deutscher Film
FBW 1955
  • Prädikat: besonders wertvoll