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Die Englische Heirat

Deutschland 1934 Spielfilm

Films from the National-Socialist period must be considered in the context of state-influenced production and reception. Further informations »

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Falk Schwarz
Punktlandung im frischen Heu
Dieser Film ist ein makelloses Vergnügen. Adele Sandrock als die steinreiche Lady Mavis macht ihrem Talent alle Ehre - sie nennt alle „mein Kind“, wenn jemand laut wird, brummt sie nur: „In diesem Hause schreie nur ich“ und wenn sie in eine Ohnmacht fällt, verlangt sie kein Wasser, sondern Whisky. Sie flirrt, befiehlt, raunzt und muss zum Schluss bekennen: „Ich habe eine Schlacht verloren“. Denn im allerletzten Moment erkennt sie sehr wohl den Charme, die Natürlichkeit und den Liebreiz der Gerte Winter (Renate Müller), mit der ihr charakterloser, schwacher und degenerierter Enkel Doug (wie aus dem Ei gepellt: Georg Alexander) sich Hals über Kopf verheiratet hat und sich nun nicht traut, diesen Entschluss gegen die rabiate Großmutter zu vertreten. Dafür gibt es den Rechtsanwalt Warwick (Adolf Wohlbrück), der sich nun in die Frau seines Freundes verliebt und am Ende sogar der Gewinner bleibt. Schließlich landet Lady Mavis in einem Heuwagen und macht so die Bekanntschaft von Gerte Winter. Alle sind so köstlich überdreht und spielen mit so sichtbarem Vergnügen, dass Regisseur Reinhold Schünzel vermutlich gar nicht mehr viel tun musste, als einfach für gute Stimmung zu sorgen. Zum Ende darf Hilde Hildebrand als Bella Amery von der Liebe und dem Geheimnis singen und exaltiert sich in ihrer Garderobe in ein Furioso ansteckend hysterischer Heiterkeit. Endlich mal dem Äffchen Zucker geben! Kameramann Friedl Behn-Grund sorgt für sehr gekonnte Kamerafahrten, die an Tiefenschärfe ihresgleichen suchen. So entsteht eine wunderbare Satire auf die Aufgeblasenheit der englischen Oberschicht! Witzig auch, wie sich Schünzel ein Detail vornimmt: die Emily, die Kühlerfigur des Rolls. Auf dem Wagen, den Gerte fährt und den sie sich (so der Film) selber zusammengebaut hat (sie ist ja Mechanikerin und „arbeitet“ im Gegensatz zur den Briten) wackelt da vorne auf der Kühlerhaube ein dicker kleiner, häßlicher Zwerg. Statt Emily, ein Emilio. Schließlich kommt dem Heuwagen ein zweites Mal Bedeutung zu: Gerte und Warwick landen punktgenau im frischen Heu. Ob die Briten lachen konnten?

Credits

Director of photography

Music

Cast

All Credits

Assistant director

Director of photography

Production design

Music

Cast

Unit production manager

Shoot

    • Zentralflughafen Tempelhof, Umgebung von Berlin, Nordsee, Helgoland
Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 26.10.1934

Screening:

Uraufführung (DE): 31.10.1934

Titles

  • Originaltitel (DE) Die englische Heirat
  • Verleihtitel (AT) Englische Hochzeit

Versions

Original

Format:
35mm, 1:1,37
Video/Audio:
s/w, Tobis-Klangfilm
Censorship/Age rating:

Zensur (DE): 26.10.1934

Screening:

Uraufführung (DE): 31.10.1934