Summary
Hannes has built himself a comfortable life. He lives in the countryside with his wife Sara and their two children, Carla and Nick, writes books, and is content with what he has. He takes it in stride that his biggest literary successes are behind him—his daily life as a husband and father matters more to him now. But Sara, Carla, and Nick are increasingly irritated by Hannes’s constant care and attentiveness. Then several changes shake his carefully balanced world. His publisher cancels his novel series, Nick struggles with his final exams, Carla wants to move out, and Sara decides to take a break from the marriage and move into a shared apartment with Carla. Suddenly, Hannes finds himself alone and forced to rethink who he is and how he wants to live. An unexpected encounter with Vanessa brings a breath of fresh air into his life—and raises the question of whether Hannes can finally step out of his well-worn routines.
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„Wir leben im Stillstand vor uns hin. Unser Leben ist langweilig, unsere Ehe ist festgefahren“: Seine Frau Sara, eine beruflich stark geforderte Juristin, hat eine völlig andere Sicht auf die Dinge, findet die Beziehung „eingerostet“ und möchte eine Auszeit nehmen. Da trifft es sich aus ihrer Sicht gut, dass die inzwischen 21-jährige Tochter Carla ihr Studium aufnehmen und daheim ausziehen will. Warum nicht, für die erste Zeit, eine Mutter-Tochter-WG gründen?
Auch Carlas jüngerer Bruder Nick geht die übermotivierte Fürsorglichkeit seines Vaters, die bereits mit einem opulenten Frühstück beginnt, schon seit längerem auf die Nerven. Aber er wird Papas Spätboomer-Weisheiten noch einige Zeit ertragen müssen, steckt er doch mitten in den Vorbereitungen zum Abitur. Das Nick, so Frau Davids, die neue Direktorin am Uwe Seeler Gymnasium, im Gespräch mit Hannes Wenger, kaum bestehen kann, wenn er seine schulischen Leistungen nicht erheblich verbessert.
„Alt, ungeil, taub, immer zu Hause“: Das vernichtende Urteil seiner Familie trifft Hannes hart, der die Nähe zu den Kindern nicht aufgeben will, was ihm den Vorwurf seiner Gattin Sara einbringt, an ihnen zu hängen „wie ein Schiffbrüchiger an einer Planke“. Doch damit nicht genug: Auch sein Freund und Verleger Markus hat schlechte Nachrichten für Hannes: Seine Bücher verkaufen sich nicht mehr so wie früher, weshalb er die Reißleine ziehen muss. Die Romanreihe wird eingestellt, Hannes muss seinen Stil ändern – und auf Lesereise durch die Provinz gehen, damit der Verlag wenigstens die Restbestände noch los wird.
„Was mache ich hier eigentlich? Frau weg, Tochter weg, Buchdeal wackelt. Statt mit Nick Mathe zu pauken, sollte ich doch eher neue Pläne angehen, irgendwas Mutiges machen, endlich in die Wüste fahren? Oder doch Vanessa anrufen? Aber aus diesem Spiel bin ich viel zu lange raus“: Hannes, dessen Wohlfühlwelt endgültig auf dem Kopf steht, scheint zu resignieren. Bis ihm in der Schwimmhalle besagte Vanessa begegnet: Die erheblich jüngere, pure Lebensfreude ausstrahlende Frau weckt in ihm neue Lebensgeister – vom Kneipenchor über Kanutouren auf der Alster bis hin zu allzu scharfen kulinarischen Genüssen beim authentischen Asiaten. Als dann Sohnemann Nick doch noch das Abitur besteht und ihn die erstmals wiedervereinte Familie Wenger entsprechend feiert, hat sich Papa Hannes endgültig emanzipiert – und steigt mit sich und der Welt zufrieden in den Flieger nach Afrika…
„Die Ältern“, der Titel ist dem Münchner Schriftsteller Jan Weiler beim Kochen eingefallen, hat mit „Das Pubertier – Der Film“ (2017) einen höchst erfolgreichen Vorläufer in der Regie von Leander Haußmann: Hannes und Sara Wenger, sie seinerzeit noch Ärztin, schlagen sich in München mit ihren heftig pubertierenden Kindern Carla und Nick herum. Die sind nun flügge geworden im 2020 erschienenen 8. Band seiner inzwischen 700 Welt-am-Sonntag-Kolumnen „Mein Leben als Mensch“, die Weiler zunächst zu einem Roman mit fortlaufender Handlung kompilierte und daraus zusammen mit Robert Gold („Der Fall Collini“) das Drehbuch zu einer herzerwärmenden Komödie verfasste.
Die nun in Hamburg verortet ist, gedreht an tollen Locations wie dem Johanneum-Gymnasium und der zauberhaften Bartholomäustherme, einzelne Szenen aber auch in Köln und in der Wüste von Dubai. Regisseur Sönke Wortmann hat mit Sebastian Bezzel die Idealbesetzung eines etwas schluffigen Mannes gefunden, der lieber auf andere reagiert als selbst voranzugehen. Es menschelt heftig, von großartigen Halloween-Kids, die sich mit Süßem und Saurem allein nicht mehr zufrieden geben, über eine skurrile Begegnung mit Martina (Sarah Bauerett) und ihrem Gatten Klaus (Markus John) auf einer Lesereise Hannes Wengers im Münsterland bis hin zu Carlas neuem Freund Paul, der dauernd die zu Sprichwörtern mutierten Küchenweisheiten durcheinanderbringt und dennoch das bessere Ende für sich hat. Bei Jan Weiler wie bei Sönke Wortmann wird niemand der Lächerlichkeit preisgegeben. „Die Ältern“ sind am 2. Februar 2026 im Kinopolis Hafencity Hamburg uraufgeführt worden.
Pitt Herrmann