Burgtheater

Österreich 1936 Spielfilm

Inhalt

Friedrich Mitterer, der große alte Burgschauspieler, der alles in seinem Beruf erreicht hat, verliebt sich in die Tochter des Schneidermeisters, die hübsche Leni. Die aber liebt den jungen unbekannten Schauspieler Josef Rainer, der alles dafür tun würde, einmal auf der Bühne des Burgtheaters zu stehen. Leni verschafft Rainer eine Einladung zu einem Empfang bei der Baronin Seebach, und er erhält sogar eine kleine Rolle am Burgtheater. Aber die Baronin verliebt sich in ihn, und als ihr Mann davon erfährt, stellt er Rainer zur Rede, dieser wird aus dem Burgtheater entlassen und droht, sich das Leben nehmen. Leni ist verzweifelt, und schließlich ist es Mitterer, der erkennt, dass Leni und Rainer zusammengehören. Er hält Rainer davon ab, sich umzubringen, und bringt die Liebenden zusammen.

 

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Falk Schwarz
Des Pathos ganze theatralische Wucht
Mt dieser leicht angekräuselten Welle im schon schütter werdenden weißen Haar und einer Miene, in der Aufschwung, Mißerfolg und Eitelkeit sich ein Stelldichein geben, geht des Burgtheaters wichtigster Schauspieler Friedrich Mitterer (Werner Krauß) auf die hübsche, große, liebenswerte Leni (Hortense Raky) zu und macht ihr ein Geständnis: er habe sich in sie verliebt und ob sie sich denn vorstellen könnte... Natürlich kann sie es sich nicht vorstellen und der gewaltige Mime, dem der Unterschied zwischen Bühne und Leben längst abhanden gekommen ist, nimmt die ungute Botschaft in der Maske des Philip II entgegen. Krauß macht keineswegs halt vor sich - er sieht so albern theatralisch aus, wenn er auch die Alltagssprache bühnenhaft modelliert, dass es geradezu entlarvend wirkt. Dabei hat Willi Forst vermutlich gar nicht viel sagen müssen - ist Krauß im Bild, sind alle anderen nur noch Nebendarsteller. Das macht er großartig und eigenartig. Ansonsten sorgt der Regisseur dafür, dass hier wieder diese Eleganz herrscht, für die seine Wiener Filme berühmt waren. Baronin Seebach (Olga Tschechowa) macht aus einer höchst peinlichen Szene einen Triumph der Geistesgegenwart (Jochen Huth hat das wunderbar geschrieben), als sie einen Nobody empfängt, der eigentlich ein Somebody sein sollte. Dazu hat Ted Pahle die Kamera vom Stativ genommen, wandert hinter die Bühne, zeigt, was Licht und Leichtigkeit vermögen. Doch besondere Aufmerksamkeit zieht Peter Kreuder auf sich, dessen Lied „Sag beim Abschied leise Servus“ den ganzen Film beherrscht. Forst nutzt einen schönen Trick - er lässt die erste Strophe von einem eitlen Sänger mit Stentorenstimme ansingen und schneidet dann übergangslos zu Hans Moser, der diesem Lied nun den spezifisch Wienerischen Charme verpasst (obwohl seine Stimme eher ein krähenhaftes Krächzen ist). Moser singt natürlich zur Zither - wir sind ja in Wien. Ein Heimspiel also. Ansonsten darf man sich fragen, ob denn da zwischen Moser und dem Superschauspieler Mitterer noch etwas anderes ist als die Nähe zweier Freunde. Immerhin wohnen und leben sie zusammen.

Credits

Regie

Schnitt

Darsteller

Produktionsfirma

Alle Credits

Regie

Regie-Assistenz

Schnitt

Musikalische Vorlage

Gesang

Darsteller

Produktionsfirma

Produktionsleitung

Länge:
3366 m, 123 min
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 10.11.1936, Jugendfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 13.11.1936, Berlin, Gloria-Palast;
Erstaufführung (AT): 21.12.1936, Wien, Buschkino

Titel

  • Originaltitel (AT) Burgtheater

Fassungen

Original

Länge:
3366 m, 123 min
Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Klangfilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 10.11.1936, Jugendfrei

Aufführung:

Uraufführung (DE): 13.11.1936, Berlin, Gloria-Palast;
Erstaufführung (AT): 21.12.1936, Wien, Buschkino