Vladislav Opelyants

Kamera
Russland

Biografie

Vladislav Opelyants, geboren am 7. Januar 1968 in der damaligen UdSSR, studierte im Studiengang Kamera an der VGIK-Filmhochschule in Moskau und arbeitete danach als Kameramann für den niederländischen Fernsehsender RTL 4. Anschließend drehte er mehr als 100 Musikvideos und Werbespots für zahlreiche internationale Kunden.

Sein Debüt-Spielfilm war im Jahr 1997 "Krizis srednego vozrasta" ("Middle Aged Crisis", RU) von Garik Sukachev. In den folgenden Jahren wurde Opelyants' Kameraarbeit in Russland immer wieder für wichtige Preise nominiert und mehrfach ausgezeichnet. Sowohl für den "Goldenen Adler" als auch für den begehrten russischen Preis für Kinematografie "Weißes Quadrat" nominiert wurde er beispielsweise für Nikita Michalkows Gerichtsdrama "12" (RU 2007), das den Goldenen Löwen in Venedig gewann und für einen Oscar für den Besten fremdsprachigen Film nominiert wurde. Für das Historienepos "Solnechnyy udar" ("Sunstroke", RU 2015) von Nikita Michalkow und Zhanna Polyakova gewann Opelyants den russischen Goldenen Adler und den Golden Goblet Award beim Shanghai International Film Festival. Beim Filmfestival in Sotchi erhielt er 2017 den Preis für die beste Kameraarbeit für "Mdzevlebi" ("Hostages", RU). Auf der Berlinale 2020 feierte die russisch-deutsch-belarussische Koproduktion "Persischstunden" in der Regie von Vadim Perelman mit Lars Eidinger Premiere, für den Opelyants mit dem "Weißen Quadrat" ausgezeichnet wurde.

Bereits 2018 hatte Vladislav Opelyants zum ersten Mal mit dem Regisseur Kirill Serebrennikov zusammengearbeitet: beim Cannes-Wettbewerbsbeitrag "Leto", einem Biopic über die sowjetische Rocklegende Viktor Tsoi, von Opelyants in stark stilisiertem Schwarzweiß gefilmt, wofür er ebenfalls mit dem "Weißen Quadrat" ausgezeichnet wurde. Mit Serebrennikov arbeitete er in den folgenden Jahren immer wieder zusammen, so bei "Petrov's Flu – Petrov hat Fieber" (RU/FR/CH/DE 2021), der halluzinatorischen Reise in die Seele eines russischen Comiczeichners, für den Opelyants in Cannes mit dem CST-Preis für den besten Künstler-Techniker ausgezeichnet wurde, und bei "Tchaikovsky’s Wife" (RU/FR/CH 2022). 

Ebenfalls in Cannes präsentiert wurde 2025 Serebrennikovs multinationale Koproduktion "Das Verschwinden des Josef Mengele" mit August Diehl in der Hauptrolle des NS-Verbrechers während seiner Jahre auf der Flucht in Südamerika. Für die Bildgestaltung in kontraststarkem, so elegantem wie düsterem Schwarzweiß wurde Vladislav Opelyants sowohl für den Deutschen Kamerapreis als auch für den Deutschen Filmpreis 2026 nominiert.

Opelyants folgendes Projekt "Young Stalin" (GE/GB) nach dem Bestseller von Simon Sebag Montefiore und in der Regie von Gela Babluani zeichnet die jungen Jahre des späteren Diktators Josef Stalin in Georgien nach.

Vladislav Opelyants lebt in Los Angeles.