Julia Roesler

Regie, Drehbuch, Bauten, Sonstiges, Produzent
Göttingen

Biografie

Julia Roesler wurde 1978 in Göttingen geboren. Sie absolvierte ein Studium in den Fächern Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis in Hildesheim und begann nach ihrem Diplom als freischaffende Regisseurin zu arbeiten.  

2006 gründete sie gemeinsam mit der Komponistin und Musikerin Insa Rudolph die freie Theatergruppe Werkgruppe2 (2009 erweitert durch die Dramaturgin Silke Merzhäuser). Die Gruppe konzentrierte sich vollständig auf die Realisierung zahlreicher Dokumentartheater-Projekte, die stets auf Interviewmaterial basieren und einen hohen Anteil an Live-Musik und neuen Kompositionen haben. Zu den Stücken gehören "Rotlicht" (2013), "Die Ehen unserer Eltern" (2018), "§2018" (2023) und "Hier spricht die Polizei" (2024).

2012 war Roesler Stipendiatin beim Internationalen Forum im Rahmen des Berliner Theatertreffens. In der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift Theater Heute wurde sie 2014 für die Inszenierung des Werkgruppe2-Stücks "Polnische Perlen" zweimal als beste Nachwuchsregisseurin genannt.

Ihr Filmdebüt gab Roesler 2018 mit dem Kurzfilm "Marina", der als Produktion der Werkgruppe2 entstand und eine rumänische Pflegekraft von ihrem Alltag in einem deutschen Privathaushalt erzählen lässt. Ähnlich den Theaterstücken der Gruppe basierte der Film auf realen Interviews, deren Inhalte von einer rumänischen Schauspielerin in der Rolle der Pflegekraft wiedergegeben werden. Beim Festival Dok Leipzig gewann der Film den Preis für den Besten deutschen Kurzfilm sowie den Healthy Workplaces Award als Bester Dokumentarfilm zum Thema Arbeit.  

In den folgenden Jahren realisierte Roesler mit "Fredda Meyer" (2021), "Anna" (2022), "Im Dorf" und "Schwester Johann Baptist" (2024, Co-Regie: Insa Rudolph) weitere Kurzfilme nach diesem Konzept.

Neben der praktischen Theaterarbeit unterrichtete Julia Roesler über die Jahre zum Themenkomplex des dokumentarisch-künstlerischen Arbeitens; sie hatte Lehraufträge unter anderem an der HBK Braunschweig, am Mozarteum Salzburg und der Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel.

2025 feierte Roeslers erster abendfüllender Spielfilm "Luisa" beim Shanghai International Film Festival Weltpremiere. Das weitgehend mit Laien besetzte Drama rückte ein oft verdrängtes Thema in den Fokus: sexualisierte Gewalt an Menschen mit Behinderung, insbesondere an Frauen und häufig im Kontext von betreutem Wohnen. Um diese Realität sensibel und authentisch darzustellen, arbeitete Roesler mit nicht-behinderten und behinderten Personen gemeinsam am Drehbuch und am Set. Der Film lief auf einigen Festivals und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino bei den Hofer Filmtagen. 

FILMOGRAFIE

2023-2025
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
2024
  • Regie
  • Recherche
2022/2023
  • Regie
2021/2022
  • Regie
  • Drehbuch
  • Recherche
  • Produzent
2021
  • Regie
  • Drehbuch
2018
  • Regie
  • Drehbuch
  • Produzent
2002
  • Requisite