Inhalt
Der kleine Manou ist ein Mauersegler, wurde als Waise aber von einem liebenswerten Möwenpaar aufgezogen. So lernt er neben dem Fliegen auch Schwimmen, Tauchen und Fischen. Trotzdem bleibt er in der Welt der Möwen ein Außenseiter und wird immer wieder angefeindet. Als er eines Tages eine wichtige Mission vermasselt, wird er aus der Möwenkolonie verbannt. Bei seiner Suche nach einem neuen Zuhause trifft Manou erstmals auf andere Mauersegler. Erst jetzt wird ihm klar, dass er gar keine Möwe ist. Als wenig später sowohl den Möwen, als auch den Mauerseglern Gefahr droht, kann Manou endlich beweisen, was in ihm steckt.
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Der kleine Manou aber, der sich bald mit seinem „Stiefbruder“ Luc anfreundet, bringt seine neue Familie mit klugem Witz, rascher Auffassungsgabe und ansteckender Fröhlichkeit immer wieder zum Lachen. Sein Wissensdurst scheint unstillbar, dennoch muss Manou harte Proben überstehen: Er lernt nur sehr mühsam, wie Möwen zu schwimmen, zu fliegen und zu fischen. Was für den Kleinen gar nicht so einfach ist, schließlich unterscheidet er sich nicht nur durch Größe und Gefiederfarbe von seiner Umgebung: Manou kann sich sehr flink und wendig fortbewegen selbst in den engen Gassen Nizzas und zwischen den pittoresken Marktständen der Blumenstadt. Aber er kann nicht auf dem Wind gleiten wie eine Möwe, weshalb die ersten Flugversuche über der französischen Riviera gründlich daneben gehen: Geier Sturzflug.
Auch sind Manous Füße eher zum Klettern an steilen Felsen geeignet als zur Fortbewegung im Wasser. Doch Manou spürt, dass er unter Möwen als ein ungern gesehener, ja von manchen gar verhasster Eindringling gilt, weshalb sich der Kleine besonders anstrengt, so groß und stark zu werden wie sein „Vater“ Yves, ein Wortführer der Möwenkolonie. Yves, Blanche und besonders Luc, der seine filigranen Flugkünste und seine Intelligenz bewundert, halten zu Manou. Der erst lernen muss, seinen eigenen Weg zu gehen statt krampfhaft zu versuchen, die anderen zu kopieren.
Eines Nachts stehlen Ratten ein Ei. Manou, der Wache hält, ist allein machtlos gegen die vergleichsweise riesigen Nager. Was die Möwen jedoch nicht einsehen wollen, die ihn kurzerhand aus der Kolonie ausschließen. Auf der Suche nach neuen Freunden trifft er auf das Perlhuhn Parzifal („Fliegen ist echt überbewertet“), das auf einem Friedhof haust, und die kecke Kalifa, eine junge und sehr begehrenswerte Mauerseglerin. Sie ist ebenso schnell von Begriff wie Manou, dabei aber sehr verantwortungsbewusst. Und wird von ihren großen Brüdern Yusuf und Poncho, die nicht von ihrer Seite weichen, bewundert für ihre Durchsetzungskraft. Als Mauersegler und Möwen in großer Gefahr schweben, weil ein gewaltiger Sturm aufkommt, kämpft Manou für seine alte Familie wie für seine neuen Freunde – beherzt wie eine Möwe und intelligent wie ein Mauersegler...
„Manou – The Swift“, so der englischsprachige Originaltitel, ist eine zu Herzen gehende Fabel über das Zusammenleben verschiedener Kulturen, über die kleinen und großen Unterschiede, die uns von Anderen abheben. Für die Stimmen der Tier-Charaktere konnten prominente Schauspieler wie Kate Winslet und Willem Defoe gewonnen werden, für die deutsche Fassung etwa Oliver Kalkofe und Friedrich Mücke. Die Animation der Stuttgarter Luxx Studios speziell für Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren fragt danach, wie wir Fremde in unsere Gesellschaft aufnehmen und welche Vorurteile dabei eine Rolle spielen. Es geht um Freundschaft, Loyalität, Liebe und das Erwachsenwerden. Und um die Erkenntnis, dass man nur gemeinsam stark ist.
„Manou – flieg' flink“ ist ein Riesenspaß für die ganze Familie. Die ungemein dynamischen Animationen von Michael Schulz und Svetlana Yuferova lösen im Publikum vor großer Kinoleinwand Bauchgefühle aus wie eine mit subjektiver Kamera gedrehte Achterbahnfahrt auf der Kirmes. Dabei begeistern auch die Postkarten-Idylle der Rivierastrände sowie stilvolle Interieurs etwa des Art-Deco-Palastes der Mauersegler-Kolonie. Die Stuttgarter Luxx-Schmiede („Independence Day: Resurgence“, „Grand Budapest Hotel“) belegt einmal mehr auf eindrucksvolle Weise: Filme werden fürs Kino gemacht. 2019 gabs den Deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie Animationsfilm.
Pitt Herrmann