Philipp, der Kleine

DDR 1975/1976 Spielfilm

Inhalt

Philipp fühlt sich viel zu klein. Zwar sind seine Freunde in der Schule auch nur gerade drei Käse hoch; er aber meint, Großes könne man nur als Großer vollbringen. So träumt er von großen Taten und Dingen. Und siehe da, er bekommt eine Flöte geschenkt, die Wunder tut! Man muß die Wundermelodie nur möglichst wunderbar spielen, und schon werden die Dinge klein oder groß, ganz wie man will. Nur einen Haken hat die Sache: sich selber darf man nicht größer machen, als man ist, denn dann ist es um die Wunderkraft der Flöte geschehen. Natürlich will eine Wunderflöte ausprobiert sein. So macht Philipp probehalber aus einer kleinen Katze einen kleinen Löwen, der in der Stadt beträchtliches Aufsehen erregt. Einen Riesenfernlastzug verkleinert er zum Zwergenauto. Und die Äpfel der Oma Hundertgramm zaubert er kürbisgroß. Das alles schafft Verwunderung, Verwirrung und Erstaunen. Wie mag so etwas möglich sein? Ob es mit rechten Dingen zugeht ...?

Schließlich hält Philipp es nicht mehr aus: Er bläst in die Flöte und sagt: "Ich möchte größer werden." Aber in dem Moment, in dem Philipp den "verbotenen" Wunsch ausspricht, ist alles wieder wie vorher: Der Löwe ist wieder eine Katze, die Schulglocke so groß wie zuvor und das Spielzeugauto ein normaler Lastwagen. Philipp steht auf dem Marktplatz, an das Johann-Sebastian-Bach-Denkmal gelehnt, und spielt auf der Flöte - nun aber so schön, daß das andere Wunder passiert, von dem der Instrumentenhändler gesprochen hat: Alle Leute bleiben stehen und hören seiner Musik zu.

Quelle: Kinderfilm online

 

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Heinz17herne
Heinz17herne
Aus der Kirche einer thüringischen Kleinstadt, am Denkmal für Johann Sebastian Bach unschwer als Arnstadt erkennbar, erklingt Orgelmusik, die einen kleinen Jungen anlockt. Er muss hochspringen, um durchs Fenster einer Türe in das Innere des Kirchenraumes zu blicken. Der für sein Alter etwas klein geratene Volksschüler heißt Philipp und hat Geburtstag, weshalb ihn sein alleinerziehender Vater, Lokführer bei der Reichsbahn, zur Musikalienhandlung Anton Hasenberg begleitet, wo ihm der Inhaber eine Flöte aushändigt. Den Pfeifton der väterlichen Dampflok hat Philipp, der von einer glanzvollen Musikerkarriere träumt, schon bald drauf, auch die Triller des Kanarienvogels und das Pfeifen des heimischen Wasserkessels, aber sonst martert er eher die Ohren der von ihm „Oma“ genannten Vermieterin Hundertgramm. „Der sieht aus wie der kleine Muck“: Philipp muss sich einiges anhören lassen von seinen Mitschülern, die über den „Kleinen“ auch deshalb spotten, weil er im Deutschunterricht des Musiklehrers Breitkreuz nicht an die Tafel herankommt, um mit Kreide die Verben zu unterstreichen, weil er in den Turnstunden des neuen Sportlehrers Bundschuh (Manfred Ott) stets allen unterliegt und – nicht zuletzt – weil er mit Trixi, einem jüngeren Mädchen, das noch den Kindergarten besucht, befreundet ist, das ihm bei der Bestattung des Hamsters „Scharli“ im Gartenbeet zur Seite steht. Andererseits ist Philipp auch ein Tagträumer, den ein ins Klassenzimmer geratener Schmetterling völlig aus dem Konzept bringt und der einer Straßenreinigungsmaschine erst dann ausweicht, wenn er völlig durchnässt ist.

Als es in der Schule um Helden geht, fragt Philipp seinen Papa, was ein stiller Held ist: Der tut, was nötig ist, lautet die Antwort – und macht kein Aufheben darum. Andererseits hat der Eisenbahner selbst bereits zwei Orden als „Held der Arbeit“ überreicht bekommen. Als Philipp anderntags mit einem von ihnen am Shirt in der Klasse auftaucht, wird’s handgreiflich – und Lehrer Breitkreuz ist nicht amüsiert. Zum Trost leiht Trixi dem Geknickten ihr kleines Kätzchen „Mia“ über Nacht – zum tröstenden Kuscheln. Doch beim Abhängen am Bach passiert ein Missgeschick – und die Flöte schwimmt davon. Triefnass steht Philipp vor dem Musikalienhändler – und der offenbart sein Herz für den Knirps. Als Musikclown verwandelt (gespielt von Mico Pagini) liefert er Philipp eine Exklusiv-Vorstellung und schenkt ihm zuletzt noch eine Wunderflöte: Ihre Töne können Dinge vergrößern oder verkleinern, nur Philipp selbst nicht.

Mia wird sein erstes Versuchsobjekt – mit frappierendem Erfolg: die Nacht verbringt Philipp nicht mit einem süßen Kätzchen, sondern einem – freilich kaum weniger entzückenden – Löwenbaby. Das Papas Frühstücksbrötchen futtert, reichlich Milch schlabbert – und fortan Philipp nicht mehr von der Seite weicht. Was die halbe Stadt in Staunen versetzt und in der Klasse zum Toben bringt. Die umgekehrte Wirkung des Flötenspiels klappt bei Mia nicht, allerdings wundert sich Hausmeister Schiefelbein (Horst Papke) über die Miniaturisierung der Schulglocke. Auch der Rückweg von der Schule ist nicht ohne: Zunächst verhilft Philipp einer älteren Dame, Frau Pingel (Ruth Kommerell), zu Geld, damit diese Blumen zur Einschulung ihres Enkels kaufen kann. Dann sorgt er für Entspannung einer durch aufgeregte Autofahrer nach einem Unfall völlig überforderten Weißen Maus, indem er einen mit anderen Fahrzeugen verkeilten Möbelwagen auf Spielzeuggröße schrumpfen lässt, sodass ihn der LKW-Fahrer mühelos aus dem Verkehr ziehen kann. Nur bei Mia scheitern alle Versuche, sodass VP-Oberwachtmeister Schwuppke vor dem Bach-Denkmal zur Tat schreitet…

Nach einem Szenarium der auf unkonventionelle Kinderliteratur spezialisierten Christa Kozik, die in ihren Geschichten alltägliche Probleme der Kinder aufgreift und sie mit märchenhafter Poesie, viel Humor und, besonders im Blick auf die Erwachsenenwelt, mit einer Prise Ironie würzt, ist Hermann Zschoche ein gut einstündiger Film für die ganze Familie gelungen, der Partei ergreift für den dauergemobbten Protagonisten, der am Ende nicht durch körperliche Größe oder muskulöse Stärke, sondern durch sein Flötenspiel begeistert und selbst seinen Musiklehrer so verzaubert, dass Philipp zum guten Schluss zusammen mit dem Schulensemble (die Gruppe Musik und Bewegung im Berliner „Haus der Jungen Talente“) im Stadtpark ein allseits umjubeltes Konzert gibt. „Philipp, der Kleine“, im Rahmen der Sommerfilmtage am 8. Juli 1976 im Strandkino in Bad Saarow uraufgeführt, ist am 8. Oktober 1977 im Fernsehen der DDR erstausgestrahlt worden. Die bundesdeutsche Erstaufführung war am 3. Mai 1980 im ZDF. 1977 gabs bei der VII. Kinderfilmwoche der DDR in Gera den Preis des Ministers für Volksbildung (die männliche Amtsbezeichnung galt auch für Margot Honecker) und 1978 beim Kinderfilmfestival im österreichischen Salzburg den Publikumspreis.

Pitt Herrmann

Credits

Schnitt

Darsteller

Alle Credits

Länge:
1680 m, 62 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Orwocolor, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DD): 08.07.1976, Bad Saarow, Strandkino

Titel

  • Originaltitel (DD) Philipp, der Kleine

Fassungen

Original

Länge:
1680 m, 62 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Orwocolor, Ton
Aufführung:

Uraufführung (DD): 08.07.1976, Bad Saarow, Strandkino