Marlene Dietrich

Marlene Dietrich

Weitere Namen: Marie Magdalene Dietrich (Geburtsname)
Darstellerin
*27.12.1901 Berlin; †06.05.1992 Paris, Frankreich

Biografie

Marie Magdalene Dietrich, geboren am 27. Dezember 1901 in Berlin-Schöneberg, war die zweite Tochter eines Polizeioffiziers und seiner Ehefrau. Nachdem ihr Vater 1908 gestorben war, heiratete die Mutter den Offizier Edward von Losch, der die beiden Mädchen adoptierte, jedoch im Ersten Weltkrieg ums Leben kam. Marlene Dietrich besuchte die Auguste-Viktoria-Schule in Charlottenburg und bestand dort 1918 ihr Abitur. Bereits während ihrer Schulzeit lernte sie Violine zu spielen und begann im Anschluss eine Ausbildung zur Konzertgeigerin an der Musikhochschule Weimar. 1921 setzte sie ihr Studium in Berlin fort, musste aber aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung eine angestrebte Musikkarriere aufgeben. Stattdessen sprach Dietrich bei der Schauspielschule Max Reinhardts vor und wurde aufgenommen. Anschließend übernahm sie kleine Rollen in verschiedenen Aufführungen der Kammerspiele, des Deutschen Theaters und anderer Berliner Bühnen.

1922 folgte der Theaterarbeit ihre erste Filmrolle in Georg Jacobys "So sind die Männer", wenig später spielte sie in Wilhelm Dieterles "Der Mensch am Wege" eine Krämerstochter. Anschließend sah man Dietrich in Joe Mays Vierteiler "Tragödie der Liebe", bei dem sie insbesondere in einer Gerichtsszene – flirtend mit dem Staatsanwalt (gespielt von Curt Goetz) – auffiel. Am 17. Dezember 1923 heiratete Dietrich Rudolf Sieber, den sie als Aufnahmeleiter für den Vierteiler kennen gelernt hatte. Am 12. Dezember 1924 wurde die gemeinsame Tochter Maria geboren.

Bereits 1925 begann sie wieder zu arbeiten und nahm einige kleine Rollen an, darunter "Madame wünscht keine Kinder"(1926) und "Eine Dubarry von heute"(1926), beide unter der Regie von Alexander Korda. Im gleichen Jahr folgten die Ellen-Richter-Produktionen "Kopf hoch, Charlie" und "Der Juxbaron", im Jahr darauf lernte sie bei den Dreharbeiten zu "Café Electric"(1927), in dem sie als Erni Göttinger neben Willi Forst eine Hauptrolle spielte, von ihrem Kollegen Igo Sym das Spiel auf der singenden Säge. 1928 spielte sie in den zwei von Robert Land inszenierten Filmen "Prinzessin Olala" und "Ich küsse ihre Hand, Madame". In letzterem, der ersten Tonfilmproduktion der Tobis, spielte sie an der Seite von Harry Liedtke erneut eine Hauptrolle. Ihre erste Titelrolle erhielt sie in Kurt Bernhardts "Die Frau, nach der man sich sehnt" (1929).

Neben der Arbeit beim Film war Dietrich auch in Revuen und Komödien auf den Bühnen Berlins und in Wien zu sehen, etwa in dem Stück "Zwei Krawatten". Bei einem Besuch der Revue wurde Regisseur Josef von Sternberg auf sie aufmerksam und engagierte sie wenig später für die Rolle der verführerischen und fatalen Lola Lola, die den von Emil Jannings verkörperten strengen Professor Rath ins Verderben stürzt, in "Der blaue Engel" (1929) nach Heinrich Manns Roman "Professor Unrat". Mit dieser Rolle gelang Dietrich der internationale Durchbruch.

Anschließend verließ sie Deutschland und setzte ihre Schauspielkarriere in Amerika fort, wo sie 1930 einen Vertrag bei Paramount Pictures unterschrieb. In der folgenden Zeit wurde sie mit sechs Filmen unter der Regie Sternbergs weltweit berühmt: Zusammen mit Cary Cooper und Adolphe Menjou spielte sie in "Marokko"("Morocco", 1930) eine zwischen zwei Männern hin und her gerissene Nachtclubsängerin, als österreichische Agentin X-27 verliebte sie sich in dem Spionagefilm "Entehrt"("Dishonoured", 1931) in den Feind, im Abenteuerfilm "Shanghai Express"(1932) war sie als abenteuerlustige Shanghai Lily neben Clive Brook zu sehen, die im chinesischen Bürgerkrieg zwischen die Fronten gerät. Anschließend mimte sie in "Die blonde Venus"("Blonde Venus", 1932) Helen, die ihre Karriere als Cabaretsängerin für ihren schwer erkrankten Mann Ned (Herbert Marshall) wieder aufnimmt und an den Millionär Nick Townsend (Cary Grant) gerät, und verkörperte in "Die große Zarin" ("The Scarlett Empress", 1934) die deutsche Prinzessin Sofia, die zur russischen Zarin aufsteigt. In "Der Teufel ist eine Frau" ("The Devil is a Woman", 1935) war sie als feurige Tänzerin Concha Perez zu sehen.

Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Sternberg drehte Marlene Dietrich zwischen 1936 und 1939 weiter in Hollywood und arbeitete mit Filmgrößen wie Alfred Hitchcock, Orson Welles, Billy Wilder und Ernst Lubitsch. "Sehnsucht" ("Desire", 1936), von Frank Borzage inszeniert und Lubitsch produziert, war der vorerst letzte Film mit Dietrich, der in Deutschland aufgeführt wurde. Zu gleicher Zeit erhielt sie Angebote für nationalsozialistische Filmproduktionen aus Deutschland, die ihr hohe Gagen und Mitspracherecht garantieren sollten, doch Dietrich lehnte ab. In den USA litt sie nach Mitte der 1930er Jahre unter sinkenden Einspielergebnissen sowie der Filmpresse, die sie und andere Stars wie Greta Garbo oder Katherine Hepburn als "Kassengift" abkanzelte. Mit einem Imagewechsel hin zu handfesteren, oft auch durchaus vulgären Rollen, angefangen mit "Der große Bluff" ("Destry Rides Again", 1939) konnte sie jedoch neue Erfolge verbuchen. 1939 nahm Dietrich die amerikanische Staatsbürgerschaft an und absolvierte Auftritte beim amerikanischen Militär, wie etwa bei einer dreijährigen Tournee zur Truppenbetreuung ab März 1943.

Nach dem zweiten Weltkrieg war sie in weiteren prominenten Produktionen zu sehen, etwa in Wilders "Eine auswärtige Affäre" ("A Foreign Affair", 1948) oder Hitchcocks "Die rote Lola"(Stage Fright, 1950). In den folgenden Jahren widmete sich Dietrich jedoch verstärkt ihrer Karriere als Sängerin und begann in Las Vegas eine erfolgreiche Karriere als Diseuse. Danach war sie im Film meist in kleineren Rollen zu sehen, so etwa in Michael Andersons Abenteuerfilm "In 80 Tagen um die Welt" ("Around the World in 80 Days", 1956) oder Orson Welles' Mexiko-Krimi "Im Zeichen des Bösen" ("Touch of Evil", 1958). Komplexere Rollen spielte sie dagegen in Wilders Agatha-Christie-Verfilmung "Zeugin der Anklage"("Witness for the Prosecution", 1957) oder in Stanley Kramers "Das Urteil von Nürnberg"("Judgement of Nuremberg, 1961) an der Seite von Spencer Tracy, Burt Lancaster und Maximilian Schell.

Nachdem ein Unfall bei einem Auftritt in Australien ihre Karriere als Sängerin beendet hatte, zog sich Marlene Dietrich 1975 aus der Öffentlichkeit zurück und lebte fortan in Paris. 1979 erschienen im Bertelsmann-Verlag ihre Memoiren unter dem Titel "Nehmt nur mein Leben". 1982 willigte sie in eine ausführliche Tonband-Interviewreihe mit Maximilian Schell ein, der die Aufnahmen schließlich für seinen Porträtfilm "Marlene" (1983) verwendete. Der Film erhielt eine Oscar-Nominierung als Bester Dokumentarfilm.

Marlene Dietrich starb am 6. Mai 1992 im Alter von 90 Jahren in Paris.

Filmografie

2001/2002 Marlene Dietrich - Her Own Song
Mitwirkung
 
1993/1994 Radio Star
Mitwirkung
 
1983/1984 Marlene
Mitwirkung
 
1977/1978 Schöner Gigolo, armer Gigolo
Darsteller
 
1963/1964 Zusammen in Paris
Darsteller
 
1961 Judgment at Nuremberg
Darsteller
 
1958 Touch of Evil
Darsteller
 
1957/1958 Das gab's nur einmal
Mitwirkung
 
1957/1958 Witness for the Prosecution
Darsteller
 
1956 Around the World in 80 Days
Darsteller
 
1951/1952 Rancho Notorious
Darsteller
 
1951 No Highway
Darsteller
 
1950 Stage Fright
Darsteller
 
1948/1949 Jigsaw
Darsteller
 
1947/1948 A Foreign Affair
Darsteller
 
1947 Golden Earrings
Darsteller
 
1946 Martin Roumagnac
Darsteller
 
1944 Kismet
Darsteller
 
1944 Follow the Boys
Darsteller
 
1942 The Spoilers
Darsteller
 
1941/1942 The Lady Is Willing
Darsteller
 
1941 Manpower
Darsteller
 
1941 The Flame of New Orleans
Darsteller
 
1940 Seven Sinners
Darsteller
 
1939 Destry Rides Again
Darsteller
 
1937 Angel
Darsteller
 
1937 Knight Without Armour
Darsteller
 
1936 The Garden of Allah
Darsteller
 
1936 Desire
Darsteller
 
1936 I Loved a Soldier
Darsteller
 
1935 The Devil is a Woman
Darsteller
 
1934 The Scarlett Empress
Darsteller
 
1933 The Song of Songs
Darsteller
 
1932 Blonde Venus
Darsteller
 
1932 Neuer Ufa-Kabarettfilm Nr. 7 - "Ufa-Bomben"
Darsteller
 
1931/1932 Shanghai Express
Darsteller
 
1930/1931 Dishonored
Darsteller
 
1930 Morocco
Darsteller
 
1929/1930 The Blue Angel
Darsteller
 
1929/1930 Der blaue Engel
Darsteller
 
1929 Die Frau, nach der man sich sehnt
Darsteller
 
1929 Gefahren der Brautzeit
Darsteller
 
1929 Das Schiff der verlorenen Menschen
Darsteller
 
1928 Prinzessin Olala
Darsteller
 
1928 Ich küsse Ihre Hand, Madame
Darsteller
 
1927 Sein größter Bluff
Darsteller
 
1927 Café Electric
Darsteller
 
1926/1927 Eine Dubarry von heute
Darsteller
 
1926 Der Juxbaron
Darsteller
 
1926 Madame wünscht keine Kinder
Darsteller
 
1926 Kopf hoch, Charly!
Darsteller
 
1925/1926 Manon Lescaut
Darsteller
 
1923 Der Sprung ins Leben
Darsteller
 
1923 Der Mensch am Wege
Darsteller
 
1922/1923 Tragödie der Liebe. Teil 1
Darsteller
 
1922/1923 Tragödie der Liebe. Teil 4
Darsteller
 
1922/1923 Tragödie der Liebe. Teil 3
Darsteller
 
1922/1923 Tragödie der Liebe. Teil 2
Darsteller
 
1922/1923 Tragödie der Liebe
Darsteller
 
1922 So sind die Männer
Darsteller