VGF-Nachwuchsproduzentenpreis an "Einmal bitte alles"

07.12.2017 | 18:05 Uhr

VGF-Nachwuchsproduzentenpreis an "Einmal bitte alles"

Die Münchner Produzentin Helena Hufnagel von Cocofilms erhält den mit 60.000 Euro höchstdotierten deutschen Nachwuchsproduzentenpreis für die Produktion des Kinofilms "Einmal bitte alles", bei dem sie auch Regie führte.

Der Preis, den die Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken mbH (VGF) jährlich auslobt, wird im Rahmen der Verleihung des Bayerischen Filmpreises am 19. Januar 2018 im Münchner Prinzregententheater verliehen.

Die VGF vergibt den mit 60.000 Euro dotierten VGF-Nachwuchsproduzentenpreis seit 1995. Unter den bisherigen Preisträgern sind Kinoerfolge wie "Das Leben der Anderen" und "Die wilden Kerle", zuletzt "Die Reise mit Vater". Das Preisgeld ist nicht zweckgebunden und soll der Stärkung des Eigenkapitals der jungen Produktionsfirmen dienen, die häufig hohe finanzielle Risiken mit der Produktion nicht immer kalkulierbarer Projekte eingehen. Kriterien für die Auswahl des Gewinners durch eine unabhängige, fachkundige Jury sind die künstlerische Qualität und Publikumsrelevanz. Die VGF vergibt neben dem VGF-Nachwuchsproduzentenpreis auch Bürostipendien im Bayerischen Filmzentrum Geiselgasteig, unterstützt Filmhochschulen und förderte die Erhaltung von Filmklassikern wie die Ur-Fassung von Fritz Langs "Metropolis".

Helena Hufnagel überzeugte das Auswahlgremium mit der gelungenen Produktion ihres Debutfilms "Einmal bitte alles" durch Thema, Inszenierung, Look und die hervorragenden Darsteller. Mit großem Können hat sie die Disziplinen Produktion und Regie vereint.

Mit leichter Hand führt der Film durch eine schwierige Lebensphase einer jungen Frau. Die 27-jährige Isi steckt in einer Quarter-Life-Crisis und sucht ihren Platz im Leben. Während sie an ihrem Traum, Illustratorin zu werden festhält, mutiert der Rest der Welt zu veganen Erwachsenen mit perfekten Lebensentwürfen. Nur ihre Träume scheinen ein Ablaufdatum zu besitzen. Die Orientierungslosigkeit der Protagonistin, dargestellt von Luise Heyer, wird greifbar, ohne, dass der Film jemals orientierungslos wirkt und ihr Lebensgefühl ohne drückende Schwere auf die Leinwand bringt. Die Süddeutsche Zeitung lobte "Gefühlskino pur [...] und eine famose Luise Heyer" und die AZ München hob die mit "einfühlsamer Komik getragenen Beschreibung des Lebensgefühls einer ganzen Generation" hervor. Der Film gewann internationale Festivalpreise und wurde mehrfach für Auszeichnungen nominiert.

Kinostart war am 20. Juli 2017, der DVD & Blu-ray Release erfolgte am 1. Dezember 2017. Koproduzenten sind filmschaft maas & füllmich sowie der BR, Redaktion Natalie Lambsdorff. Die Koproduzenten Christian Füllmich und Torben Maas erhielten 2013 bereits den VGF-Nachwuchsproduzentenpreis für "Nemez". Mit ihnen ist außerdem auch ein Spin-Off von "Einmal bitte alles" in Form einer Mini-Serie geplant.

Helena Hufnagel hat bis 2015 "Medienwirtschaft und Produktion" an der HFF München studiert. Ihr Debüt-Dokumentarfilm "Erntefaktor Null" und ihr Kurzfilm "Willa", nach einer Geschichte von Stephen King, liefen auf über 90 internationalen Festivals und wurden mit diversen Preisen ausgezeichnet. 2012 gewann sie den Förderpreis des Empfangs der Filmhochschulen auf der Berlinale, 2015 den Pro7/Sat.1-Mainstreampreis, 2017 den JETS-Preis. Sie erhielt das VGF-Bürostipendium und zweimal ein VFF-Stipendium. Ihre Webserie "Täglich unter Männern" (AT) ist in Postproduktion, in Vorbereitung sind u.a. der internationale Family-Film "Madeleine", sowie deutsche Komödien-Stoffe mit starken Heldinnen. Einen davon wird sie mit Maria Furtwängler als Koproduzentin umsetzen.

Quelle: www.vgf.de

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