...weil es vernünftig ist (1960)

Produktionsfirma
Deutsche Wochenschau GmbH (Hamburg)
Rechtsstatus
Quelle
Bundesarchiv

Quelle: Bundesarchiv

Ein Rückblick nach zehn Jahren auf Robert Schumans Plan für eine europäische Zusammenarbeit und seine Entwicklung. Der Film zeigt anhand von Wochenschauaufnahmen die großen Fortschritte, führende Persönlichkeiten und die wichtigsten Ergebnisse. Der letzte Teil hebt die Perspektive der Abschaffung von Grenzen und Zöllen in Europa hervor und beinhaltet Interviews mit Experten und Grenzschützern.

Sichtungsprotokoll:

Zerstörte Städte nach Ende des Zweiten Weltkrieges, Aufräumarbeiten, reinigen von Ziegelsteinen, Männer schlagen Pflöcke zur Befestigung von Deichen in den Boden, zerstörte Industrieanlagen, u.a. Bergwerke, Bergmänner bei Arbeiten im Kohleschacht, herstellen von Stahl. Karte mit einer schematischen Darstellung der europäischen Länder, Überschrift: "Must Europe stay split?" Versammlung europäischer Politiker in Straßburg (undeutlich). Paris: Konrad Adenauer (Bundeskanzler und Bundesminister des Auswärtigen), Robert Schuman (franz. Außenminister), Graf Carlo Sforza (Außenminister Italiens), Dirk Stikker (Außenminister der Niederlande).

Unterzeichnung des Vertrages über die Gründung der europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl am 18. April 1951 im Uhrensaal des franz. Außenministeriums durch Adenauer, Graf Sforza, Stikker und Schuman. Gruppenfoto für Fotografen. Konrad Adenauer spricht nach Abschluss des Vertrages zu Bonner Journalisten: (O-Ton): "Also, der Stahl hat in der Vergangenheit, in den vergangenen Jahrzehnten, in den vergangenen Jahrhunderten beim Kampfe der europäischen Völker gegeneinander eine verhängnisvolle Rolle gespielt, denn alle Waffen waren ja aus Eisen und Stahl. Jetzt soll Eisen und Stahl die europäischen Völker zu einer Gemeinsamkeit des Handelns und des Denkens zusammenführen." Luxemburg: Walter Hallstein (Staatssekretär im Auswärtigen Amt), Heinz Potthoff (Chef der deutschen Delegation in der Ruhrbehörde), Franz Etzel (Mitglied der Hohen Behörde der Montanunion).

Erste Sitzung der Hohen Behörde der Gemeinschaft für Kohle und Stahl am 10. August 1952 in Luxemburg: Hallstein und Potthoff erscheinen am Tagungsgebäude, Dr. Heinz Potthoff spricht am Rednerpult, unter den Delegierten befindet sich Franz Etzel. Konrad Adenauer, Robert Schuman Tagung des Ministerrats der Gemeinschaft für Kohle und Stahl, anwesend sind u.a. Adenauer und Schuman.

Abfahrt eines Güterzuges, Raffinerieanlagen, Kohlehalden, Kohlebergwerk: Anlagen über Tage, arbeiten im Stollen, u.a. abstützen des Schachtes und maschinelles Ausfräsen der Kohle. Forschungen zur Bekämpfung und zur Verhütung von Unfällen im Bergbau: Mit Atemschutzmasken ausgerüstete Bergleute gehen gebückt durch einen mit Gas gefüllten Tunnel, Versorgung eines am Boden liegenden Verletzten. Zwei Auszubildende kleiden sich an und werden anschließend von einem Bergmann unterrichtet, austeilen der Grubenlampen, fahrende Loren in einem Schacht.

Bau von Wohnungen im Auftrag der Hohen Behörde, fertiggestellte Wohnblocks. Außenansicht eines Stahlwerks, Arbeiten am Hochofen, vollautomatische Walzstraße. Bonn: Konrad Adenauer, Walter Hallstein, Joseph Bech (Regierungschef und Außenminister von Luxemburg). Konferenz der Außenminister der 6 Länder der europäischen Gemeinschaft in Rom (1955): am Verhandlungstisch sind Adenauer, Hallstein und Joseph Bech zu sehen, Gruppenfoto für die Fotografen. Straßburg: Hans Furler (Präsident der gemeinsamen Versammlung der Montanunion).

Erste Sitzung des europäischen Parlaments im März 1958 in Straßburg, Hans Furler am Rednerpult. Rom: Konrad Adenauer Unterzeichnung der römischen Verträge (EWG) im März 1957. Straßburg: Ludwig Erhard (Bundeswirtschaftsminister), Robert Schuman (Präsident des Europaparlaments), Walter Hallstein. Ankunft vor dem Tagungsgebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg, Beglückwünschung von Robert Schuman nach seiner Wahl zum Präsidenten im März 1958, Hallstein am Rednerpult. Berlin Hahn-Meitner-Institut für Kernforschung, große Versuchsanlage und Laborräume. Gemeinsame Schule für Kinder der Europabeamten in Brüssel. Im Hörsaal einer Universität. Ausladen einer Lokomotive von einem Schiff, ausgestellte Schaufelbagger, Personenwagen und Maschinen.

Walter Hallstein am Rednerpult. (O-Ton): "In spätestens 11 - 14 Jahren wird es zwischen den sechs Ländern der Gemeinschaft keine Zölle mehr geben und keine anderen Beschränkungen des Handels. 165 Millionen Europäer werden in allen Ländern gleiche oder zumindest ähnliche Bedingungen, Bedingungen wirtschaftlicher und sozialer Art, vorfinden. Das ist der bisher größte Schritt auf dem Wege der Einigung Europas. Er ist gut, weil er vernünftig ist." Befragung von Zollbeamten der Europäischen Gemeinschaft über die weiteren Auswirkungen des Vertragsabschlusses (O-Ton), öffnen von Zollschranken, durchfahrende Güterzüge. Letztes Bild. Musik Ende. (Quelle: Sichtungsprotokoll Koblenz)