Biografie
Margarete Maria Langen wird, nach unterschiedlichen Angaben, im Juni 1888 oder Juni 1892 als Margarete Noa in Berlin geboren. Nach der Schulzeit absolviert sie eine kaufmännische Ausbildung in der Fabrik ihres Vaters, beginnt aber bereits im frühen Jugendalter mit dem Schreiben von Gedichten, Modeberichten und Artikeln. 1912 heiratet sie den Kaufmann Eduard Jakob Kurt Langen, der zwei Jahre später verstirbt.
Nach eigenen Angaben sind es ihre Neugierde und ihr Wissensdurst, die Margarete Maria Langen zum Film und zum Drehbuchschreiben bringen. Während des Ersten Weltkrieges lernt sie in einem Berliner Café den polnischjüdischen Regisseur Danny Kaden kennen, mit dem sie zum ersten Mal an einem Filmmanuskript arbeitet. 1917 übernimmt sie vertretungsweise die Position der Reklamechefin bei der Firma Gaumont in Berlin. 1918 reist sie im Auftrag des Auswärtigen Amtes nach Dänemark, um ausländische Propagandafilme zu sichten.
Nach Kriegsende etabliert sich Langen in Berlin als Drehbuchautorin. 1919 erscheinen mit "Das Mädchen und die Männer" (Manfred Noa), "Moderne Töchter" (Manfred Noa), "Liebe" (Manfred Noa) und "Die Liebe der Marion Bach" (Heinrich Bolten-Baeckers) gleich vier Filme, zu denen sie die Drehbücher schreibt. Sie arbeitet in den 1920er Jahren für verschiedene Produktionsfirmen in Berlin und München, unter anderem für die Eiko-Film, die Bavaria Film und die Terra-Film. Immer wieder realisiert sie Werke zusammen mit ihrem Bruder, dem Regisseur Manfred Noa – in "Hass" (1920) und "Der Weg nach Rio" (1931) wirkt zudem ihre Schwester, die Schauspielerin Loo Hardy (geb. als Charlotte Noa) mit. Ihre Arbeiten umfassen verschiedene Genres und reichen von Dramen und Melodramen (u.a. "Mädchen, die man nicht heiratet", 1924, Géza von Bolváry; "Die Sünderin", 1927, Mario Bonnard und "Casanovas Erbe", 1928, Manfred Noa) über Literaturadaptionen (u.a. "Der Mann im Sattel", 1925, Manfred Noa und "Die versunkene Flotte", 1926, Manfred Noa, Graham Hewett) bis hin zu Kriminalfilmen (u.a. "Schieber", 1921, Manfred Noa) und Lustspielen (u.a. "Der fesche Husar", 1928, Géza von Bolváry). Neben Drehbüchern, die sie als alleinige Autorin verfasst, arbeitet sie nicht selten auch im Team an der Entstehung eines Manuskripts. So auch im Falle von "Die Frau im Feuer" (1924) mit Asta Nielsen in der Hauptrolle, einem der drei Filme, die sie mit Regisseur Carl Boese realisiert, mit dem zusammen sie das Drehbuch schreibt.
Margarete Maria Langen stirbt 1931 in Berlin-Schöneberg. Ihre letzte Arbeit ist ihr erstes Tonfilmdrehbuch zu "Der Weg nach Rio" (1931), die letzte Regiearbeit ihres Bruders Manfred Noa, der ebenfalls 1931 stirbt. Margarete Maria Langens Filmwerk umfasst nach aktuellem Forschungsstand insgesamt 26 realisierte Drehbücher
Quelle: Berten, Daria; Haupts, Annika; Heizmann, Anna; Jaspers, Kristina (Hg.): Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933). München 2025 (Film Erbe, Bd. 7).