Margarete Lindau-Schulz

Regie, Drehbuch

Biografie

Margarete Lindau-Schulz wird in Genthin in Sachsen-Anhalt geboren und besucht dort bis zu ihrem elften Lebensjahr die Bürgerschule. Anschließend zieht die Familie nach Berlin-Steglitz, wo sie standesgemäß die Höhere Töchterschule absolviert. Ihr Vater Friedrich Alexander Richard Franz Schulz ist als königlicher Eisenbahnstationsassistent verbeamtet, die Mutter Hausfrau. Nach der Schulentlassung arbeitet Margarete Lindau-Schulz in verschiedenen Redaktionen und schreibt 1915 gemeinsam mit William Karfiol ihr erstes Manuskript zum Lustspiel "Fräulein Feldwebel", das im selben Jahr von William Karfiol mit Asta Nielsen in der Hauptrolle verfilmt wird. Zeitgleich beginnt sie ihre Karriere als Dramaturgin und Geschäftsleiterin bei der Produktionsfirma Ernst Reicher und liefert für die Stuart-Webbs-Krimiserie Ideen und einige Manuskripte. Für die Regisseurin und Produzentin Hanna Henning verfasst sie Drehbücher, unter anderem für die humorige "Bubi"-Kurzfilmreihe mit Joseph Roemer in der Hauptrolle. Außerdem schreibt sie die Manuskripte für die Rolf-Lustspielserie, in denen ihr Sohn Rolf Lindau die Hauptrolle übernimmt.

Zwei Jahre lang (1924/25) besitzt sie gemeinsam mit ihrem Sohn eine eigene Produktionsfirma, die Rolf-Lindau-Film-AG, schreibt zahlreiche Artikel, Essays und Novellen in verschiedenen Zeitungen wie dem Berliner Lokal Anzeiger, den Kieler Neueste(n) Nachrichten, dem Film-Kurier sowie für die Verlage August Scherl, Ullstein und Mosse. Als Journalistin verfasst sie tagesaktuelle Berichte, schreibt aber auch über Life-Style-Themen wie Haus und Garten, Ehe- und Frauenfragen. Mit "Warum bin ich die Verlobte meiner Tochter?" (1921) wechselt sie ein einziges Mal ins Regiefach. Sie bearbeitet mehrere Manuskripte nach literarischen Vorlagen, so Romane von Hedwig Courths-Maler, Luise Westkirch, Lola Stein und Fanny Carlsen. Im Fragebogen der Reichsschrifttumskammer (RSK) von 1936 gibt sie an, dass sie eine "Nationalsozialistin mit Leib und Seele" sei und dass ihr einziger Sohn Rolf Lindau "… z.Zt. als noch die Juden in Deutschland regierten" keinen festen Fuß als Künstler habe fassen können und deshalb nach Hollywood ausgewandert sei. Sie selbst sei die "getreuste Anhängerin unseres Führers und unserer Bewegung" (RSK 1938/39).

1948 zieht sie zu ihrem Sohn nach Hollywood, der bereits 1933 in die USA emigriert ist. Margarete Lindau-Schulz ist dort nach eigenen Angaben als "foreign correspondent" tätig. In dieser Funktion schreibt sie vor allem Filmkritiken für deutschsprachige Zeitungen. Nach eigener Aussage hat sie insgesamt über 100 Drehbücher verantwortet. Bis heute sind etwa 40 Filme nachweisbar. Sie stirbt am 6. August 1965 in Los Angeles County, USA. (gw)

Quelle:

Berten, Daria; Haupts, Annika; Heizmann, Anna; Jaspers, Kristina (Hg.): Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933). München: Edition text+kritik 2025 (Film Erbe, Bd. 7).

FILMOGRAFIE

1926/1927
  • Drehbuch
1920
  • Drehbuch
1919
  • Drehbuch
1919
  • Drehbuch
1918
  • Drehbuch
1917
  • Drehbuch
1917
  • Drehbuch
1917
  • Drehbuch
1917
  • Drehbuch
1916/1917
  • Drehbuch