Luise del Zopp

Weitere Namen
Luise del Zopp-Lingg (Weiterer Name) Luise Lingg (Weiterer Name) Aloisia Theresia Johanna Luksch (Geburtsname)
Darstellerin, Drehbuch, Kamera
Brünn (Brno), Tschechien Berlin

Biografie

Sie war einer der ersten weiblichen Drehbuchautoren des Films. 1871 als Aloisia Theresia Johanna Luksch in Brünn (Mähren) geboren, wird Luise del Zopp (auch bekannt als Luise Lingg) zunächst Operettensängerin. Ihr erstes Drehbuch verfasst sie 1911. Sie gewinnt damit unter hunderten Einreichungen den ersten Preis in einem Drehbuchwettbewerb der Filmproduktionsfirma Messter. Das Manuskript "Adressatin verstorben" über eine unglücklich verlaufende Liebesgeschichte wird von Regisseur Adolf Gärtner verfilmt und zu einem der ersten großen Erfolge der Schauspielerin Henny Porten, die in diesem Film die Hauptrolle übernimmt und in den folgenden Jahren zum ersten deutschen Filmstar avanciert.

Seit diesem Durchbruch ist Luise del Zopp als Filmdramaturgin und Drehbuchautorin rege beim Film tätig. Ihre Manuskripte sind vor allem im dramatischen Genre angesiedelt. Themen wie die verpasste oder verbotene Liebe locken das zeitgenössische Publikum in die Filme, die nach ihren Drehbüchern entstehen. Einige Male wählt del Zopp auch 'gefallene' Mädchen als Protagonistinnen. In "Geächtet" (1912, Adolf Gärtner) beispielsweise erzählt sie die Geschichte der aus der Haft entlassenen jungen Frau Brigitte (Henny Porten), die wegen Kindsmord verurteilt wurde und nun ihren Weg zurück in die Gesellschaft finden muss.

Bis 1913 arbeitet del Zopp für die Messter’s Projection GmbH; anschließend wechselt sie zur neu gegründeten Produktionsfirma des Schauspielerin-Regisseur-Gespanns Wanda Treumann und Viggo Larsen. Dort verfasst sie unter anderem das Drehbuch zu "Das Kriegslied der Rheinarmee" (1914), das von Larsen mit Wanda Treumann in der Hauptrolle realisiert wird. Der Film erzählt die Entstehungsgeschichte des Kriegslieds "Chant de guerre pour l’armée du Rhin", das der französische Dichter und Komponist Claude Joseph Rouget de Lisle 1792 schrieb und das bald darauf unter dem Namen "Marseillaise" zum Revolutionslied und zur französischen Nationalhymne wurde. Bei einigen Vorführungen des Filmdramas, so etwa in den Kant-Lichtspielen in Berlin-Charlottenburg oder im Karlshorster Kino-Theater, gibt es einen besonderen Höhepunkt: Während der Vorstellung tritt Luise del Zopp persönlich im Kinosaal auf und singt live und lippensynchron zum Filmbild die Marseillaise. Die zeitgenössische Filmpresse nimmt diese Einlage ebenso wie die Zuschauer*innen mit großer Begeisterung auf.

Nach etwa fünf produktiven Jahren und rund 40 Drehbüchern verliert sich Ende der 1910er Jahre Luise del Zopps Spur im Filmgeschäft. Ihre kurze, aber äußerst schöpferische Zeit beim Film zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie auf die Zusammenarbeit mit Filmschaffenden zurückgriff, die sich für sie bewährt hatte. Dadurch pflegte sie ein kooperatives Netzwerk, von dem letztlich nicht nur Luise del Zopp profitierte.

1946 erkrankt sie ernstlich. Nachdem es ihr bereits seit dem Tod ihres Ehemanns 20 Jahre zuvor finanziell nicht gut erging, ist sie nun auf Unterstützung angewiesen. Der befreundete Regisseur Gerhard Lamprecht begleicht ihre Miete. Von der Filmwelt vergessen, stirbt sie 1953 höchstwahrscheinlich in ärmlichen Verhältnissen. (aha)

Quelle:

Berten, Daria; Haupts, Annika; Heizmann, Anna; Jaspers, Kristina (Hg.): Weimar, weiblich. Filmpionierinnen des Kinos der Moderne (1918-1933). München: Edition text+kritik 2025 (Film Erbe, Bd. 7).

FILMOGRAFIE

1917
  • Drehbuch
1916
  • Drehbuch
1915
  • Drehbuch
1915
  • Darsteller
  • Drehbuch
1914/1915
  • Drehbuch
1914
  • Drehbuch
1913
  • Drehbuch
1912/1913
  • Darsteller
  • Drehbuch
1913
  • Drehbuch
1911/1912
  • Drehbuch
1912
  • Drehbuch
1912
  • Drehbuch
1911/1912
  • Drehbuch
1911/1912
  • Drehbuch
1912
  • Drehbuch
1912
  • Drehbuch
1911/1912
  • Drehbuch
1911/1912
  • Drehbuch
1911
  • Drehbuch
1910/1911
  • Drehbuch
1911
  • Drehbuch
  • Kamera
1910/1911
  • Drehbuch
1911
  • Drehbuch