Drei Mann in einem Boot. Vom Hunde ganz zu schweigen

BR Deutschland Österreich 1961 Spielfilm

Drei Mann in einem Boot



Georg Herzberg, Film-Echo, Nr. 71/72, 09.09.1961

Die Idee, einen Film auf einer Rheinfahrt vom Bodensee nach Amsterdam spielen zu lassen, war ohne Zweifel ausgezeichnet. Kameramann Sepp Ketterer ist dann auch mit vielen schönen Farbaufnahmen seiner dankbaren Aufgabe gerecht geworden. Was den Roman des Engländers Jerome K. Jerome anbelangt – er entstand vor mehr als sechzig Jahren und behandelt eine Fahrt auf der Themse – so hätte man aus ihm eine rheinweinbeschwingte Komödie um drei Männer machen können, die einmal frauenlose Ferien machen wollen und erfahren müssen, daß so etwas leichter gedacht als ausgeführt ist. Man entschloß sich jedoch zu einem musikalischen Schwank rund um ein prominentes Komiker-Trio. Wolf Neumeister stopfte in den Film, was ihm nach landläufiger Auffassung an publikumswirksamen Situationen und Dialogscherzen einfiel, und Regisseur Helmut Weiß folgte ihm dabei willig. Beiden kam offenbar nicht in den Sinn, daß es auch Leute gibt, die über die Zerstörung von Lebensmitteln nun einmal nicht zu lachen vermögen.

Man müßte wohl die Entstehungsgeschichte des Films ganz genau kennen, um beurteilen zu können, weshalb beispielsweise die von der Idee her so hübsche Situation vor dem Rheinfall schnitt-technisch nicht bewältigt wurde oder weshalb das Erscheinen der geschickt in den Film eingeführten, Rheinschifferin auf dem von Amateursteuerleuten bedienten Motorboot nicht die heiteren Auswirkungen hat, die sich geradezu aufdrängen. Am nettesten sind die Szenen anläßlich einer Kunstauktion in Amsterdam, in der unsere beiden Helden als ahnungslose Zuschauer die millionenschwere Bieter-Prominenz kopfscheu machen.

Da man annehmen muß, daß Hans-Joachim Kulenkampff, Heinz Erhardt und Walter Giller Manns genug sind, um sich mit einem gelegentlichen Veto durchsetzen zu können, darf man wohl schlußfolgern, daß sie mit dem, was Buch und Regie ihnen vorschrieben, einverstanden waren. Susanne Cramer trifft, soweit ihr dazu die Möglichkeit gegeben wurde, einen erfrischend burschikosen Ton. Auch Ina Duscha ist eine durchaus erfreuliche Erscheinung. Dagegen überzieht Loni Heuser die Ehefrau ebenso wie Ida Boros die liebestolle Ungarin.

Dieser Film wendet sich an ein bestimmtes Publikum, dessen Geschmack er treffen wollte. Im Mainzer "Residenz" gab es jedenfalls sehr herzlichen Beifall, als sich nacheinander Hans-Joachim Kulenkampff, Heinz Erhardt, Susanne Cramer und der Regisseur auf der Bühne zeigten.