Vom 4. bis 8. November wird die Hansestadt Lübeck mit den 68. Nordischen Filmtagen einmal mehr zum Heimathafen für aktuelle Filme aus Europas Norden und Nordosten – mit herausragenden und preisgekrönten cineastischen Entdeckungen und Menschen, die das Kino verändern.
Das Festival zeigt 186 Filme aus Nord- und Nordosteuropa und dem Norden Deutschlands, präsentiert in Lübecker Spielstätten in rund 250 Vorstellungen, davon 33 im Rahmen des Schulkinos. Flankiert wird das vielseitige Programm von rund 30 Veranstaltungen. Inhaltlich erzählen viele Beiträge der zehn Festivalsektionen in diesem Jahr von Familie, Veränderung oder Wandel, was sich zugleich im Festival selbst spiegelt.
Eröffnet werden die Nordischen Filmtage am 4. November mit der deutschen Premiere von "Ulya" (2026, OT: "Uļa") des Regisseurs Viesturs Kairišs.
Nordische Filmtage Lübeck 2026: Welt im Wandel, Welt verstehen
"Die Welt verändert sich im schwindelerregenden Tempo. Kultur, Kino und Filmfestivals können uns helfen, diese Welt im Wandel zu verstehen. Sie geben uns im besten Falle sogar Impulse, um sie zum Guten zu verändern. Zugleich lebt das Festival den Wandel, war immer schon eine Bühne für neue Talente, für filmische Innovationen und sektionsübergreifende Formen. Wir verstärken die barrieresenkenden Angebote und schaffen neue Zugänge zum Programm. Und die Frage, wie Menschen auf all die Umbrüche reagieren, lässt sich ganz wunderbar mit unseren Filmgästen und dem fantastischen Publikum diskutieren", so Hanna Reifgerst. Als neue Künstlerische Leiterin der Nordischen Filmtage Lübeck verantwortet sie zum ersten Mal die Sektionen "Spielfilme", "Dokumentarfilme" und "Specials".
Das Thema Familie in allen Facetten steht im Zentrum der Retrospektive "Buddenbrooks p:reloaded", bereichert durch die Ausstellung "Family Affairs" des Buddenbrookhauses (ab 30. Oktober 2026 im St. Annen-Museum). Auch in zahlreichen aktuellen Filmen – ob im Cannes-Preisträger "Fjord" (2026) von Cristian Mungiu über eine strenggläubige rumänisch-norwegische Familie (Goldene Palme 2026) oder dem finnischen Dokumentarfilm "The Arctic Circle of Lust" (2026, OT: "Pohjoinen intohimo") von Markku Heikkinen – spielt Familiendynamik eine große Rolle. Auch die Hommage, kuratiert von Ehrenpreisträgerin Anne Lajla Utsi, wirft einen neuen Blick auf die Familie und die (filmische) Kultur der Sámi. Die Leiterin des International Sámi Film Institute wird am 4. November im Rahmen der Eröffnung mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Sie steht exemplarisch für den Festivalschwerpunkt Sápmi und hat einen wichtigen Anteil daran, die Filmkultur des einzigen völkerrechtlich anerkannten indigenen Volkes in der EU und Skandinavien weltweit sichtbar zu machen. Nils Gaup, Regisseur des legendären Films "Pathfinder" (1987, OT: "Ofelaš"), der als bedeutender internationaler Durchbruch des sámi Kinos gilt und Teil der Hommage ist, wird die Laudatio halten.
Zahlreiche Filme werden in deutscher, europäischer Premiere oder Weltpremiere gezeigt. Das Programm reicht von Debüts und Wiederentdeckungen (z.B. "Novemberkatzen" von Sigrun Koeppe aus dem Jahr 1986, frisch restauriert, mit Jürgen Vogel in seiner ersten Rolle) bis zu großen Highlights der Festivalsaison wie "Fjord" oder "Brace your heart" (2026, OT: "Garrat Du Váimmu") von Amanda Kernell. Geboten wird auch experimentelles oder frisches, faszinierendes Kino für Kinder und Jugendliche, etwa der Dokumentarfilm "The Mystery Package" (2026, OT: "Mysteriepakken") der Norwegerin Silje Evensmo Jacobsen, bei dem es weihnachtlich wird. Beim Festival werden zahlreiche Gäste erwartet, darunter Jürgen Vogel, Donata Wenders, Monika Treut, Klaus Härö, Nils Gaup oder Inunnguaq Petrussen, CEO des grönländischen Filminstituts.
Dreaming of Streaming: Das Festival wird erneut zu den "Nordischen Streamtagen", denn vom 4. bis 15. November 2026 sind über die Hälfte des Festivalprogramms auch online zu sehen unter: online.nordische-filmtage.de. Teil des umfangreichen VoD-Angebots sind auch die sechs Serien aus Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen.
Das Festival bietet eine Vielzahl begleitender Veranstaltungen und Kooperationen – und guter Nachrichten. Erstmals vergeben die Nordischen Filmtage Lübeck 11 Filmpreise im Wert von 70.000 Euro. Möglich gemacht hat dies die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck, die das Preisgeld für den Kinder- und Jugendfilmpreis auf 7.500 Euro erhöht hat. Besonders erfreulich: Das Superkunstfestival und das Theater Lübeck übernehmen ab sofort die Preispartnerschaften für die Preise der Kinder- und Jugendjurys.
2026 umfasst das Filmprogramm der Nordischen Filmtage Lübeck zehn Festivalsektionen mit Lang- und Kurzfilmen, Serienformaten und immersiven Werken aus dem Norden und Nordosten Europas. Die Wettbewerbe zeigen 13 Spielfilme und zwölf Dokumentarfilme. Die Specials umfassen fünf Werke, die Nordic Shorts 26 Kurzfilme, darunter 13 dokumentarische Arbeiten. Das Filmforum präsentiert 34 Werke aus Schleswig-Holstein und Hamburg, davon 16 Langfilme und 18 Kurzfilme. Die Sektion Young Audience richtet sich mit 28 Beiträgen an das junge Publikum: elf Langfilme und 17 Kurzfilme, darunter zwölf im Schulkino. Immersion 360° zeigt 36 Werke. Die von Anne Lajla Utsi kuratierte Hommage versammelt neun Filme, darunter fünf Langfilme und vier Kurzfilme. Die Retrospektive umfasst elf Filme.
Zahlreiche Filme sind nominiert für die elf Jury- und Publikumspreise, die – ausgewählt von 11 Jurys – am Samstag, 7. November im Rahmen der glanzvollen Filmpreisnacht im Theater Lübeck verliehen werden. Die Stipendiat*innen des 4. Lübecker Drehbuchstipendiums werden im Rahmen der Eröffnung am 4. November verkündet.
Die 16. Lübeck Meetings stehen wieder ganz im Zeichen von Zukunftsthemen der Branche und bieten Raum für Austausch und länderübergreifende Vernetzung. Die Lübeck Meetings richten sich nicht nur Fachbesucher*innen, auch die Öffentlichkeit ist eingeladen, einen großen Teil der Fachveranstaltungen zu verfolgen und an den Gesprächen – ob über Film, neue Erzählformen und Entwicklungen – aktiv teilzunehmen. Im Programm "Future North" werden zum vierten Mal Projekte aufstrebender Regietalente aus strukturell unterrepräsentierten Regionen Nord- und Nordosteuropas vorgestellt.
Weiterhin im Fokus stehen in diesem Jahr die Themen Serien, nachhaltiges Produzieren oder immersive Medien und Creative XR. Auch das 2025 gestartete deutsch-dänische Projekt "Borderland Film Talent Forum" zur Entwicklung transnationaler Kurzfilme wächst weiter, genauso wie das 13. "Lübeck Film Studies Kolloquium", eine Kooperation zwischen den Nordischen Filmtagen und dem Journal of Scandinavian Cinema. Mit dem neuen Format FOCUS NORD wird in einem Fachforum die für 2027 geplante Wertschöpfungsstudie diskutiert, für die während des Festivals 2026 Daten erhobenen werden.
Der Vorverkaufsstart ist am kommenden Samstag, 24. Oktober, ab 15:00 Uhr.
Quelle und das gesamte Programm: www.nordische-filmtage.de