Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung feiert das 100-jährige Jubiläum von Fritz Langs Meisterwerk mit Galaevents, Kinovorführungen und Diskussionsveranstaltungen.
Am 10. Januar 1927 erlebte der monumentale Stummfilm "Metropolis" von Regisseur Fritz Lang im Berliner Ufa-Palast am Zoo seine Welturaufführung. Die Nacht der Premiere war ein elektrisierender Moment der Kulturgeschichte. Heute markiert das international gefeierte Meisterwerk die Geburtsstunde des Science-Fiction-Kinos, das zahlreiche namhafte Regisseur*innen in ihren unterschiedlichsten Produktionen nachhaltig beeinflusste. Seine visionäre Strahlkraft schaffte es bis in die heutige Popkultur. Zeitgeschichtlich gilt die UFA-Produktion als aufschlussreicher Kommentar zur Sozialpsychologie der Massengesellschaft der Weimarer Republik und ist auch heute noch hochaktuell.
Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung – mit Sitz in Wiesbaden – als Rechteinhaberin, Bewahrerin und Kuratorin des kulturellen Filmerbes feiert "100 Jahre 'Metropolis'" über das gesamte Jahr 2027. Der Auftakt ist der 10. Januar 2027, exakt 100 Jahre nach der Uraufführung. Es folgen Galaevents mit neuen Musikkompositionen, Ausstellungen und Diskussionsveranstaltungen zu den visionären Aspekten des vielschichtigen Films. Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird die Fertigstellung einer restaurieren Fassung in 4K sein. Im Sommer 2027 kommen eine Sonderbriefmarke und eine Sondermünze "100 Jahre 'Metropolis'" in den Handel.
Der Vertrieb der aktuellen 2K-Version von "Metropolis" und später der 4K-Version erfolgt direkt über die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Filmtheater, Festivals und Kulturveranstalter sind eingeladen, das Jubiläum "100 Jahre Metropolis" mit Special Screenings zu zelebrieren.
"Metropolis" beruht auf dem gleichnamigen Roman von Thea von Harbou aus dem Jahr 1925. Schauplatz ist eine futuristische Großstadt mit ausgeprägter Zweiklassengesellschaft. Der Science-Fiction-Film war einer der teuersten Filme der damaligen Zeit und ist eines der bedeutendsten Werke der Filmgeschichte.
Das magische Moment der Premiere des futuristischen Gesamtkunstwerks war nur von kurzer Dauer, denn direkt nach der Premiere wurde "Metropolis" vom Verleih um fast ein Viertel gekürzt. Seit 1961 wurden mehrfach Versuche unternommen, die Originalfassung wiederherzustellen. In der Rekonstruktion von 2001 vertraten Standbilder und Kommentartexte das noch immer fehlende Material. Im selben Jahr wurde der Film in dieser Form als erster in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Dank einer 2008 in Buenos Aires gefundenen Kopie gelang es, die früheren Lücken weitgehend zu füllen. Die restaurierte Fassung der Murnau-Stiftung feierte im Februar 2010 ihre Weltpremiere bei der Berlinale im Friedrichstadt-Palast und vor dem Brandenburger Tor live vor tausenden von ZuschauerInnen sowie zeitgleich in der Alten Oper Frankfurt. 2011 startete die restaurierte Fassung bundesweit in den Kinos. Eine neue digitale 4K-Fassung wird im zweiten Halbjahr 2027 verfügbar sein.
Dazu der Hessische Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: "Das Meisterwerk 'Metropolis' zählt zu den bedeutendsten Werken des internationalen Filmerbes. Wir sind stolz, 'Metropolis' als Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes in Hessen für die Welt zu bewahren und noch sichtbarer zu machen. Für das 100-jährige Jubiläum übernehme ich gerne die Schirmherrschaft und freue mich auf die aktuelle Rezeption des Films in bewegten Zeiten."
Christiane von Wahlert, Vorstand der Murnau-Stiftung: "'Metropolis' ist ein filmisches Jahrhundertwerk. 2027 soll der Film von Fritz Lang mit gebührender Aufmerksamkeit gefeiert werden. Ästhetisch innovativ, faszinierend und überwältigend, erzählt er von einer tief in arm und reich gespaltenen Gesellschaft, einer gefährlichen Künstlichen Intelligenz in Frauengestalt und einer vagen Hoffnung auf Versöhnung. Er wurde international die Blaupause vieler Science-Fiction-Filme. Der Film gehört zum Bestand der privatrechtlichen Friedrich-Wilhelm Murnau-Stiftung. Ohne öffentliche Förderung wäre die Restaurierung und Digitalisierung von 'Metropolis' nicht möglich gewesen. Das Jubiläum von 'Metropolis' soll verdeutlichen, dass der Erhalt des deutschen Filmerbes eine wichtige kulturpolitische Aufgabe ist. Filme sind unser visuelles Gedächtnis."
Quelle: www.murnau-stiftung.de