Robert Stadlober in "Führer und Verführer" (2024)
Robert Stadlober

Ab Donnerstag im Kino: Führer und Verführer

März 1938: Goebbels ist auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Macht. Durch seine Propaganda hat er höchste Zustimmungswerte für Hitlers Politik erzeugt. Doch der Diktator steuert jetzt entschlossen auf den Krieg zu – und Goebbels hat ihn bislang immer als Friedensbewahrer inszeniert. Ein Umsteuern ist kaum so schnell möglich, wie es der "Führer" will, und der kritisiert nun seinen wichtigsten Minister immer heftiger. Also bringt Goebbels eine nie dagewesene mediale Mobilmachung in Gang, löst das Pogrom vom 9. November 1938 aus, plant antisemitische Hetzfilme, schwört die Massen in gigantischen Aufmärschen auf den Krieg ein und verklärt dann mithilfe der neu gegründeten "Propagandakompanien" die ersten Eroberungen der Wehrmacht – mit Erfolg... In einer raffiniert montierten Mischung aus Archivaufnahmen und Spielszenen – mit Robert Stadlober als Goebbels und Fritz Karl als Hitler - erzählt Joachim Lang vom Weg Nazi-Deutschlands in den Krieg, in den Holocaust und schließlich in den Untergang. "Führer und Verführer" zeigt die Skrupellosigkeit der Riege um Hitler und dekonstruiert zugleich deren Propaganda, indem er beleuchtet, wie sie entstanden ist. So wird auch deutlich, wie wachsam wir heute wieder gegen Demagogie, "Fake News" und Hetze sein müssen. Denn sie mögen ohne Hakenkreuze und geifernde Reden daherkommen – weniger gefährlich sind sie nicht.