Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Schnitt
Musik
Darsteller
- Julka
- Julie
- Julka
- Julie
- Anne
- Ruth
- Hans
- Nähmädchen
- Nähmädchen Sabine
- Nähmädchen Klara
Produktionsfirma
Alle Credits
Regie
Regie-Assistenz
Continuity
Drehbuch
Kamera
Standfotos
Licht
Kamera-Bühne
Kostüme
Garderobe
Schnitt
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Ton-Design
Geräusche
Mischung
Musik
Darsteller
- Julka
- Julie
- Julka
- Julie
- Anne
- Ruth
- Hans
- Nähmädchen
- Nähmädchen Sabine
- Nähmädchen Klara
Produktionsfirma
in Zusammenarbeit mit
Redaktion
Herstellungsleitung
Produktionsleitung
Aufnahmeleitung
Produktions-Assistenz
Länge:
30 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
Aufführung (DE): 05.11.2020 - 14.11.2020, FILMZ, VoD
Titel
- Originaltitel (DE) Julka und Julie
Fassungen
Original
Länge:
30 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
Aufführung (DE): 05.11.2020 - 14.11.2020, FILMZ, VoD
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Mit müdem Gesichtsausdruck blickt Julka in den Spiegel. Sie erinnert sich an ihre Jugendzeit zurück, wo sie (nun Sara Simons) den von ihrer herrischen, ja gewalttätigen Mutter Ruth ausdrücklich beförderten Avancen von Hans, ihrem späteren Ehemann, ausweicht, der von Heirat spricht: „In zwei Jahren könnte ich sogar für eine Familie sorgen.“ Schreibt sie sich doch inzwischen innige Briefe mit der etwa gleichaltrigen Julie (Helena Gossmann), die sie im Handarbeitskurs ihrer Mutter kennengelernt hat.
Das „Boulanger-Mädchen“, wie Julie im Dorf genannt wird nach ihrem französisch klingenden Hausnamen, ist das genaue Gegenteil der befangenen, daheim streng erzogenen Julka: unkonventionell am Stickrahmen wie im äußeren Auftreten mit offen getragenen langen blonden Haaren statt der hier üblichen streng gebundenen Zöpfe und türkisfarbenen Fingernägeln, zwischen denen häufiger eine Zigarette steckt. Aus Freundschaft wird bald mehr am Teich und, ausgerechnet von Hans beobachtet, auch auf dem Bootssteg. Sodass Julkas Mutter einen Schlussstrich unter die in ihren Augen skandalöse Liaison zieht – und Julie in einer Heidelberger Nervenheilanstalt landet.
Das aber erfährt Julka erst sechzig Jahre später, als sie bei Julie (nun Jutta Hoffmann) plötzlich vor der Tür steht. „Du bist aber auch alt geworden“ entfährt es ihr, die auf die Möbelpacker wartet, weil sie die heimatlichen Gefilde verlassen will: „Zu viele schlechte Erinnerungen.“ Alte Liebe rostet nicht, beim Tee nun in Julkas Wohnung offenbaren sich aber auch noch nicht vernarbte Wunden. Julie hat zahlreiche (Liebes-) Briefe geschrieben, Julka nicht einen beantwortet. Kein Wunder: Sie wurden ihr von der Mutter vorenthalten – und finden sich unter einem Wäscheberg im Schlafzimmerschrank versteckt in einer alten Holzkiste.
Als Tochter Anne vorbeischaut, macht Julka sogleich wieder einen Rückzieher: Sie verleugnet ihre Liebe zu Julie wie damals ihrer Mutter gegenüber. Gemeinsame Radtouren, auch zu besagtem See, wo es zum ersten Kuss zwischen ihnen kam, aber schweißen Julie und Julka zusammen. Ihre Liebe zueinander ist längst wieder entflammt. Was sich nun nicht mehr verheimlichen lässt zum Entsetzten Annes, die plötzlich daran zweifelt, geliebtes Wunschkind in einer intakten Ehe gewesen zu sein. Am Ende, ein schöner fiktionsbrechender Einfall Gloria Sterns, träumt sich die alte Julika zur jungen Julie zurück.
Der 28-minütige Kurzfilm ist der bisher letzte der Defa-Starschauspielerin Jutta Hoffmann, die gerade ihren 85. Geburtstag feiern konnte. Die sehr emotionale Liebesgeschichte zweier Frauen, die ihre Liebe nicht leben konnten und einander nach Jahrzehnten der Trennung erstmals wiedersehen, ist zum Thema „Schuld und Sühne in der dramatischen Weltliteratur“ an der Filmuniversiät Konrad Wolf in Babelsberg entstanden. Er hat aber in Bezug auf die 1981 in Wien geborene, nach ihrem Regie-Studium in Potsdam dort samt Familie lebende Regisseurin auch einen autobiographischen Bezug, den Gloria Stern bereits in ihrer Dokumentation „Das Kind in der Schachtel“ thematisierte: Sie ist als Tochter einer psychisch kranken Mutter, deren Besuche bei ihr Angstzustände ausgelöst haben, bei einer Pflegefamilie aufgewachsen.
„Julka und Julie“ ist von 3-Sat für die Reihe „KlassiXS Junge Kurzfilme“ koproduziert, am 5. November 2020 beim Festival des Deutschen Films in Mainz aufgrund der Corona-Pandemie als Video-on-Demand (VoD) uraufgeführt und am 7. November 2020 im ZDF erstausgestrahlt worden.
Pitt Herrmann