Freunde

Deutschland 1943/1944 Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

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Falk Schwarz
Vernunftehe gegen Liebesglut
"Es ist alles umsonst" scheint als Motto über diesem Film zu stehen. Die Filmateliers in Berlin waren zerstört, die Ateliers in Wien wegen der zahlreichen Angriffe nicht gut zu nutzen, weshalb die Produktion in das angeblich sichere Prag auswich. So erzählt der berüchtigte Nazi-Autor Gerhard Menzel eine Dreiecksgeschichte: zwei Männer buhlen um Alix (Hana Vitova), obwohl sich die beiden Männer , als sie noch Jungs waren, geschworen hatten, dass niemals eine Frau zwischen ihnen stehen sollte. Ein absurdes, der Jungenhaftigkeit der Beiden geschuldetes Versprechen. Männerbünde waren im Dritten Reich ein Thema. 20 Jahre später stellt sich dann heraus: dieser Schwur klappt nicht. Der nun zum Mann gereifte Gottfried (Attila Hörbiger) will ausgerechnet eine Frau heiraten, die bereits mit seinem Jugendfreund Guido (Ferdinand Marian) ein langwieriges Verhältnis hatte. Gottfried ahnt nichts, Alix sagt nichts, Guido möchte am liebsten Alix zurück. Das zieht sich hin. Emo inszeniert mit leichter Hand, denn auch hier musste alles bei der ersten Einstellung "sitzen", einen vergrübelten inneren Konflikt holte er unvergrübelt vor die Kamera. Fragt sich, warum er sich überhaupt auf so ein Drama eingelassen hatte. Wenn er die Kamera auf die beiden Gesichter der Männer hält, geschieht zu wenig. Die inneren Qualen werden nicht gegenwärtig. Die Schauspieler treten auf der Stelle. Alix verzichtet schließlich, läuft suizidal ins Eiswasser, die beiden Männer brechen ihr Schweigen und erkennen einander wieder. "So, Du hast also". Dann wird ein banaler Schluß daran gekleistert: Alix ist oh Wunder gerettet, die beiden Männer erneuern ihre Freundschaft, der störende Dritte, der"böse" Guido verschwindet. Sehr zum Kummer des Zuschauers. Denn der hinterhältig-selbstbewusst agierende Marian stiehlt dem allzu braven Attila Hörbiger komplett die Show. Emo inszeniert die Beiden so, dass auch dem Letzten klar wird: Alix und Guido passen zusammen, Alix und Gottfried werden eine brave Ehe ohne Leidenschaft führen. Vernunftehe gegen Liebesglut. Draußen ging die Welt unter, die Drei taten so, als gäbe es kein Draußen. Nur ihre wacklige Dreierbeziehung. Der Film wurde im Dritten Reich nicht mehr aufgeführt. Die Zensur verbot ihn - vermutlich wegen der schlechten Stimmung, die dieser Film verbreitete. Es war eben wirklich alles umsonst.

Credits

Regie

Drehbuch

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Alle Credits

Regie

Drehbuch

Bauten

Darsteller

Produktionsfirma

Produzent

Dreharbeiten

    • November 1943 - Mai 1944: Prag
Länge:
2400 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 02.11.1944, Verbot

Aufführung:

Deutsche Erstaufführung (DE): 25.07.1950, Berlin

Titel

  • Originaltitel (DE) Freunde
  • Verleihtitel Ehe in Gefahr

Fassungen

Original

Länge:
2400 m, 88 min
Format:
35mm, 1:1,37
Bild/Ton:
s/w, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 02.11.1944, Verbot

Aufführung:

Deutsche Erstaufführung (DE): 25.07.1950, Berlin