Jürgen Vogel

Neu im Kino: Der Mann aus dem Eis

250.000 Besucher pilgern jedes Jahr ins Bozener Archäologiemuseum, um dort einen Blick auf Ötzi zu werfen. Die älteste Mumie der Welt löste nach ihrem Fund 1991 einen Medienhype aus. Und die immer noch andauernden Untersuchungen der Leiche durch Forscher und Kriminologen erbrachten nicht nur unzählige neue Erkenntnisse über das Leben unserer Vorfahren vor gut 5.300 Jahren sondern auch immer neue Spekulationen über die Ursache von Ötzis unbestritten gewaltsamen Tod. Angesichts der anhaltenden Faszination ist es fast ein wenig verwunderlich, dass der Gletschermann erst jetzt den Weg auf die große Leinwand findet. In "Der Mann aus dem Eis" erzählt Regisseur und Autor Felix Randau Ötzis Geschichte so, wie es hätte gewesen sein können – unter Einbezug aller bekannten Fakten - und schafft ein Drama um Liebe und Tod, Trauer, Rachsucht und Schuld, archaisch und zeitlos zugleich. Jürgen Vogel verkörpert Ötzi, im Film Kelab genannt, mit enormer physischer Präsenz. Die Handlung kommt fast ohne Dialoge aus, was Raum lässt für den zweiten Protagonisten: die eisige Gletscherwelt, die, in Bild und Ton grandios in Szene gesetzt, Kelab auf der Suche nach den Mördern seiner Sippe, alles abverlangt.