Ukrainer in Wetzlar 1919

Deutschland 1918 Kurz-Dokumentarfilm
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Dauer
09:15 min

Quelle: Deutsches Filminstitut - DIF

Aufnahmen aus dem Kriegsgefangenenlager Büblingshausen. Die ukrainischen Soldaten marschieren auf zur Fahnenweihe. Sie sind in neue Uniformen im ukrainischen Stil gekleidet und tragen Karakul-Mützen, ein ukrainisches Orchester spielt. Die Soldaten marschieren mit Gepäck zum Bahnhof, um wieder in ihre Heimat zurückzukehren. An seinem Ende, aufgenommen mit anderem Filmmaterial, zeigt der Film das Ukrainer-Denkmal an der Stelle des Lagers. Von diesem Film existieren mehrere Versionen. In einer anderen erlaubt ein Zwischentitel eine exakte Datierung: "Wetzlar, 3. März 1918/Heimkehr der Ukrainischen Kriegsgefangenen". Nach der Auflösung des Lagers entstand unter Verwendung der alten Baracken der Wetzlarer Vorort Büblingshausen. An der Stelle des Lagerausgangs befindet sich heute die Straße „Unter dem Nussbaum". Die Jahreszahl "1919" im Titel bezieht sich auf das später errichtete Denkmal, das der Film an seinem Ende zeigt.

Seit den 1910er Jahren hat Oskar Barnack, der Erfinder der Leica, mit seiner selbstkonstruierten Filmkamera Geschehnisse rund um Wetzlar im Bild festgehalten. Er dokumentierte Flutkatastrophen, Stadtfeste, medizinische Experimente, Sportereignisse und die Firma bei der er als Chefkonstrukteur beschäftigt war: die Optischen Werke Ernst Leitz in Wetzlar. Seine Filme bilden den Grundstock eines Filmarchivs, in dem die lokale Geschichte den gleichen Platz hat wie die Auswirkungen großer historischer Ereignisse.