Inhalt
Endzeitstimmung auf einer Müllkippe bei Ostberlin. Über ihr kreisen Krähen und Möwen, unten walzt ein schweres Räumgerät über eine Fotografie von Michail Gorbatschow hinweg. Nicht weit entfernt von der Nationalflagge der Deutschen Demokratischen Republik gibt eine Broschüre Auskunft "Von den Anfängen unseres Staates", eine andere über "Ökonomie und Landesverteidigung". Die physischen Überreste eines untergegangenen Landes treffen hier auf private Hinterlassenschaften seiner Bürgerinnen und Bürger: Briefe, Fotos, Formulare bewegen sich sachte im Wind, dazu eine beschädigte Puppe, ein defektes Akkordeon, eine abgelegte Prothese. Ein junger Mann entledigt sich seiner Kleidung. Nackt bricht er auf. Nun, wohin?
Der Dokumentarist, Schriftsteller und Übersetzer Eduard Schreiber galt, solange sie existierte, als der einzige Essayfilmer der DDR. In den symbolträchtigen Bildern seines Kurzfilms machte er 1991 die Auflösung des sowjetischen Herrschaftsbereichs sinnfällig. Seine Östliche Landschaft ist die filmische Elegie auf das Ende eines Staats, von dem, frei nach Bert Brecht, bleiben wird, "der durch ihn hindurchging, der Wind!".
Quelle: 76. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
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