Nördlich von Libyen – Dariush und Antje
Österreich
Deutschland
2022/2023
Dokumentarfilm
Credits
Regie
Produktionsfirma
Alle Credits
Regie
Produktionsfirma
Länge:
60 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
Uraufführung (DE): 27.04.2023, Hamburg, dokumentarfilmwoche
Titel
- Originaltitel (DE) Nördlich von Libyen – Dariush und Antje
- Weiterer Titel (DE) Nördlich von Libyen
Fassungen
Original
Länge:
60 min
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Aufführung:
Uraufführung (DE): 27.04.2023, Hamburg, dokumentarfilmwoche
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Bei der Filmtechnik gibt es noch Verbesserungspotenzial: manche Cuts sind etwas abrupt und das Ende erscheint ein wenig lose. Laut der Regisseurin war es ursprünglich nur ein 20-min Interview geplant, nun danach hat sie die Förderung bekommen und den originalen Plan in eine Stunde lang Film weiterentwickelt. Bei mir ist der trotzdem ein low-budget, mit starken humanistischen Haltung Doku, und was mich fasziniert, kann sein, liegt ganz genau an its "incomplete".
Am Anfang beim Anschauen war ich ein bisschen durcheinander: die zwei Protagonisten kommen aus Hamburg, naja, das erklärt das Shootingort, aber warum gibt es so viele Aufnahmen vom Hafen, vom Meer, sowie Leereinstellungen und alltäglichen Momenten? Mit der Zeit kommt mir klar, Hamburg ist jetzt nicht nur die Stadt, die unsere Protagonisten nach jeder Rettungsmission zurückkehren. Dieser ständige Wechsel zwischen Hamburg und dem Mittelmeer erzeugt einen starken Kontrast zur Gefahr und Ausnahmesituation der Seenotrettung.
Deswegen ist der Titel “Nördlich von Libyen”mehr als eine geografische Ortsangabe markiert. It reminds us: der Ort, von dem aus wir die Seenotrettung betrachten, an dem wir selbst sitzen, befindet sich auf der Seite der Sicherheit – im Norden, in Europa. Diese wiederholte Rückkehr bringt auch uns als Zuschauerinnen und Zuschauer wieder zurück zu unserem safe space.
Als Dariush im Film auf sein „langweiliges“ Alltagsleben zurückblickt, hat er selbst auch im Filmgespräch danach seine Ruhe, seinen Wohlstand und seine Geborgenheit gefunden: die Seenotrettung, die nicht nur das Schicksal der“Refugees”, sondern auch das Schicksal der Rettenden verändert. Diese unknown/anonymous heros haben dadurch ihre Einstellung zu ihrem eigenen Leben auch stark verändert. Die bisher verborgene Sicherheit, Zeit und Friedlichkeit ist jetzt klar und auffällig geworden, im Verglich zu den extremen Situationen, die Sie während der Rettung erlebt haben.
Dann zurück zu dem Teil, was ich von diesem Film bekommen habe: was mir am besten gefällt ist nicht, “wie mutig und großartig sie sind oder welche großartige Arbeit sie leisten”, eher wie diese Krisenerfahrung im Alltagsleben bleibt. Jetzt ist die Rettung fertig, die Iuventa liegt wieder im Hafen, Dariush und Antje sind wieder zurück nach Hause, safe and sound, aber das ist noch nicht das Ende: es bleibt in Erinnerungen, Gespräche, im Schweigen und in der erneuten Wahrnehmung des Alltags. Wenn wir jetzt auf die losen Schnitte in Hamburg zurückschauen, wirken sie fast wie Restwellen.