Inhalt
Ohne festen Protagonisten oder lineare Erzählstruktur entfaltet der Film ein intimes Porträt von Bodybuildern in den Slums von Lagos. Schweißglänzende Muskeln und pralle Adern füllen die Leinwand. Fast ausschließlich in Nahaufnahmen gleitet die Kamera sanft wie Atem über Körper und Haut, sodass die Figuren in verschwommenen, abstrahierten Formen aufgehen. Karimah Ashadus langsame, behutsame Schwenks über Rücken, Brust und Arme lenken die Aufmerksamkeit auf die Verkörperung und Repräsentation des Schwarzen männlichen Körpers, ohne ihn als singulär oder fixiert erscheinen zu lassen.
Der metallische Klang der Hanteln mischt sich mit dem angestrengten Stöhnen und den Geräuschen der umgebenden Straßen. Atem und Muskeln folgen einer choreografierten, synkopierten Klangsprache und vermitteln die tiefe Hingabe der Männer an das Ritual der Körperformung. In MUSCLE verlangt diese kraftvolle und zugleich fragile Darstellung von Stärke nach der Resonanz eines Publikums. Während die Männer ihre Körper verfeinern und formen, werden wir Zeug*innen ihrer Wünsche, die sich in physischer Form manifestieren, und erahnen das immaterielle Reich der Affekte, das jedem von ihnen innewohnt.
Quelle: 76. Internationale Filmfestspiele Berlin (Katalog)
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