Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Musik
Alle Credits
Regie
Drehbuch
Kamera
Ton
Musik
Produktionsfirma
Produktionsleitung
Erstverleih
Uraufführung (DE): 20.11.1971, Berlin/West, IFF;
Aufführung (DE): April 1972, Oberhausen, Westdeutsche Kurzfilmtage
Titel
- Originaltitel (DD) Im Märzen die Bäuerin
- Arbeitstitel (DD) 8. März
Fassungen
Original
Uraufführung (DE): 20.11.1971, Berlin/West, IFF;
Aufführung (DE): April 1972, Oberhausen, Westdeutsche Kurzfilmtage
Digitalisierte Fassung
Die Digitalisierung dieses Films wurde 2021 im Rahmen des Förderprogramm Filmerbe gefördert.
Das Förderprogramm Filmerbe (FFE) von BKM, den Ländern und FFA stellt seit dem 1. Januar 2019 für den Zeitraum von zehn Jahren jährlich bis zu 10 Millionen Euro für die Digitalisierung von Kinofilmen zur Verfügung.
Für die abendfüllenden Spiel- und Dokumentarfilme in diesem Förderprogramm stellt filmportal.de die jeweiligen Filmanfänge bereit. Eine Übersicht über alle geförderten Filme auf filmportal.de finden Sie hier.
Weitere Informationen unter www.ffa.de
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Grönert erinnert daran, wie nach der Befreiung vom Naziregime durch die Rote Armee ein früherer SS-Mann in der ersten Zeit das Bürgermeisteramt bekleidete und großer Männermangel im Ort herrschte. Weil die Ehegatten und älteren Söhne entweder im Krieg gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft waren. Damals mussten die Frauen alle Arbeiten daheim, im Stall und auf dem Feld bewältigen – und das ganz ohne Melkmaschinen oder mechanische Erntehelfer. Harte körperliche Arbeit bleibt freilich auch in der heutigen Landwirtschaft noch genug übrig, aber die größte Errungenschaft aus Sicht der Gesprächspartnerinnen Gitta Nickels ist nicht der technische Fortschritt, sondern die Gründung einer Kinderkrippe.
Am 8. März wird in der sozialistischen Hemisphäre der Internationale Frauentag gefeiert. Was die 25-jährige Viehpflegerin, die nebenbei ein dreijähriges Studium absolviert, nicht dazu bewegt, sich die Lobeshymnen der Genossen anzuhören und anschließend das Tanzbein zu schwingen: Ihre Sauen wollen persönlich gefüttert und betreut werden, Feiertag hin oder her. Gitta Nickel hat sich in ihrem sehr offenen Film zum Thema Gleichberechtigung auf dem Land einmal mehr konsequent eines eigenen Kommentars enthalten.
„Aus den rückhaltlosen, humorvollen und selbstbewussten Haltungen der Bäuerinnen und Bauern entsteht das Bild des neuen Menschen, wie er sich nur in unserer Gesellschaft entwickeln konnte, erworbenes sozialistisches Verhalten untereinander, das Regel ist und nicht Ausnahme“ heißt es in einem Text des Defa-Kurzfilmstudios. Und weiter: „Dicht neben der Freude ist Nachdenkliches vorzufinden. Die Geschichte eines Dorfes wird erzählt, Rudimente alter Erziehung und Ansätze alter Verhaltensweisen werden sichtbar. Ein außerordentlich wertvoller Beitrag zur Entwicklung der sozialistischen Moral und Ethik und eines uns gemäßen Humors.“
Der elfminütige Kurz-Dokumentarfilm ist am 18. Februar 1972 als Begleitfilm zum Hauptprogramm in den DDR-Kinos angelaufen. Zu einer Uraufführung am 20. November 1971 auf der 21. Berlinale findet sich auf der Homepage der Defa-Stiftung kein Hinweis, was im Übrigen auch für eine Aufführung im April 1972 auf den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen gilt. Ganz zu schweigen von der Ignoranz, dass selbst hochkarätige Defa-Produktionen für das Fernsehen der DDR für die Stiftung nicht zu existieren scheinen. Der einst vielleicht erklärliche Antagonismus zwischen Babelsberg – mit einer vergleichsweise größeren künstlerischen Freiheit – und dem streng ideologisch-politisch reglementierten Adlershof hat die deutsche Wiedervereinigung unsinnigerweise überlebt.
Pitt Herrmann