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Dr. Bluff

Deutschland 1934 Kurz-Spielfilm

Filme der NS-Zeit sind im Kontext der staatlich beeinflussten Produktion und Rezeption zu sehen. Mehr erfahren »

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Falk Schwarz
"Auf Milchzähne kann gewartet werden"
Am hellichten Tag feiern der Kurt (Werner Finck), der Robert (Martin Jacob), der Hans (Paul Ceplin) und die Lilly (Erika Dannhoff) ein durchaus freudiges und alkoholreiches Gelage. Sie sind ausgelassen und lustig und im Gespräch kommt dann heraus, dass Kurt eigentlich vom Geld seines Onkels Zahnmedizin studieren soll. Was aber eher in den Freuden der Geselligkeit untergeht. Während er herumalbert, wird langsam und bedächtig ein Korken aus der Weinflasche „extrahiert“. Gekonnt ist gekonnt. Der Onkel jedoch nähert sich (köstlich im breitesten Ostpreußisch Franz W. Schröder-Strom) und gibt sich als Patient mit Zahnschmerzen aus. Die jungen Trinker räumen die Wohnung schnell zur Praxis um und kleben draußen ein Schild an: „Auf Milchzähne kann gewartet werden“. Auf dieses Schild hin aber kommen noch andere Patienten in die „Praxis“, die Dr. Bluff arg in Bedrängnis bringen. Als er einem Patienten in den Mund schaut, diagnostiziert er: „Infantilität der linken Molinarien“. Mittlerweile gefällt dem falschen Doktor aber die richtige Tochter des Onkels ganz aussergewöhnlich. Sie schauen sich an, sie verlieben sich. Als dann der Freund sagt: „Willst du ihm nicht reinen Wein einschenken“, anwortet Dr. Bluff: „Cognac wäre mir lieber“. Man merkt schon: kein Gag wird ausgelassen, es herrscht fröhliche, durchaus alberne Stimmung. Zwanzig Minuten lässt sich sowas ohne weiteres durchhalten und bevor sich die Komödie hinzieht, ist schon alles vorbei. Viel brauchte man auch nicht für den Dreh - eine Wohnung, ein paar Requisiten, ein paar gute Schauspieler und ein pointensicheres Drehbuch. Kurt Ulrich, der Produzent achtete darauf, dass höchst sparsam gewirtschaftet wurde. Phil Jutzi, der „Arbeiterfilmer“, verdiente sich mit diesen Kurzspielfilmen sein Brot im Nazireich. So lässt er Werner Finck von Herzen albern sein und seine Sprache zerhacken wie eh und jeh - man hat schon schlechtere 20 Minuten herumgebracht.

Credits

Regie

Kamera

Darsteller

Alle Credits

Regie

Kamera

Darsteller

Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Melofilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 17.01.1934, B.35506, Jugendverbot

Titel

  • Originaltitel (DE) Dr. Bluff

Fassungen

Original

Format:
35mm, 1:1.33
Bild/Ton:
s/w, Tobis-Melofilm
Prüfung/Zensur:

Zensur (DE): 17.01.1934, B.35506, Jugendverbot