Die sieben Raben

DDR 1968/1969 Kurz-Animationsfilm

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Heinz17herne
Heinz17herne
Im Kinder- und Hausmärchen „Die sieben Raben“ der Brüder Grimm von 1812, das Ludwig Bechstein 1845 in sein „Deutsches Märchenbuch“ aufnahm, wird einem Vater nach sieben Jungen endlich das erhoffte Mädchen geboren. Weil es so schmächtig ist, schickt er seine Söhne zur Quelle, um einen Krug mit Wasser für die Nottaufe zu befüllen. Doch die Knaben streiten, sodass ihnen der Krug in den Brunnen fällt.

Sie trauen sich nicht nach Hause und der erzürnte Vater spricht: „Ich wollte, dass die Jungen alle zu Raben werden.“ Sein gedankenloser Wunsch erfüllt sich. Derweil wächst die Tochter auf, ohne überhaupt von der Existenz ihrer Brüder zu wissen. Als sie das Geschehen durch andere Leute erfährt, fühlt sie sich schuldig und macht sich auf die Suche nach den „Raben“. Sie durchwandert die ganze Welt, gelangt sogar zur heißen Sonne, zum kalten Mond und zu den funkelnden Sternen.

Letztere sind freundlich und der Morgenstern überreicht ihr ein Hinkelbeinchen (einen kleinen Hühnerknochen), mit dem sie den Glasberg aufschließen kann. Als sie diesen „Schlüssel“ verliert, schneidet sie sich einen Finger ab – und öffnet mit diesem das Tor. Ein Zwerg deckt den Tisch mit sieben Tellern und Bechern. Das Mädchen probiert von allem und lässt schließlich in den siebten Teller ihren Ring fallen.

„Wer hat von meinem Tellerchen gegessen? Wer hat aus meinem Becherchen getrunken?“ fragen die Raben. Als der siebte von ihren den Ring entdeckt, seufzt er: „Wäre doch nur unsere Schwester hier, so wären wir erlöst.“ Sie hört seinen Wunsch und tritt hervor: ihre Brüder sind erlöst und alle kehren zusammen nach Hause zurück.

Es existieren weltweit zahlreiche Varianten dieses blutigen Stoffes um die als Todesvögel geltenden Raben, die den Berg des Barbarossa umkreisen, bis dieser zurückkehrt. Andererseits repräsentieren die schwarzen Gesellen in der nordischen Mythologie die Weisheit. Seit Ferdinand Diebels Puppentrickfilm aus dem Jahr 1937 hat es zahlreiche Leinwand- und Bildschirmadaptionen gegeben, Christl Wiemers (Buch, Regie, Gestaltung und Animation) nur 22-minütiger Animations-Kurzfilm, der am 3. Juli 1970 im Kino-Begleitprogramm angelaufen ist, hat die ursprüngliche Geschichte kindgerecht verändert.

Danach ist es die böse Hexe, die den Krug der Kinder zerstört, weil sie nicht zur Taufe eingeladen worden ist. Sie verwandelt die Jungen in Raben, welche sieben Jahre später von ihrer kleinen Schwester gesucht werden, um sie zu erlösen. Ein Schäfer schenkt ihr warme Kleidung und schickt sie über sieben Berge und durch sieben Täler. Sie stapft mutig durch einen dunklen Wald und tritt tapfer zwei Räubern entgegen, die das Mädchen jedoch überwältigen und in ihre Höhle schleppen.

Doch sie kann entkommen, vertraut sich trotz Wirbelsturm den Meereswellen an und landet in einem wundersamen Reich auf dem Meeresboden bei einem Prinzen in einer von Seepferdchen gezogenen Muschelkutsche. Auf dem bis in die Tiefe reichenden Sonnenstrahl gelangt sie zum Mond und in die unendliche Sternenwelt, wo sie einen gläsernen Schlüssel zum Glasberg erhält. Nach einem beschwerlichen Aufstieg in schwindelerregende Höhen zerbricht der Schlüssel. Aber mit sieben Tropfen Blut aus ihrem Finger öffnet sich das Tor, sodass die Schwester den Käfig mit ihren Raben-Brüdern öffnen kann. Daheim hat die Freude schier kein Ende, wie der Erzähler Klaus Piontek zu berichten weiß.

Die Trickfilm-Animationen von Christl Wiemer, Ko-Autor Walter Rehn, Heinz Schulz, Manfred Lau und Herbert Kneschke sind von Zeichnungen Marc Chagalls inspiriert. Zur Musik von Conny Odd (Pseudonym für Carlernst Ortwein) tanzt ein Fisch-Ballett in dieser phantasievoll-heiteren Adaption des düsteren Grimmschen Märchens durch das Dresdener Defa-Studio (PL Eberhard Wiedrich).

Pitt Herrmann

Credits

Alle Credits

Länge:
601 m, 22 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DD): 1970, 271/70, Jugendfrei

Aufführung:

Uraufführung (DD): 03.07.1970

Titel

  • Originaltitel (DD) Die sieben Raben

Fassungen

Original

Länge:
601 m, 22 min
Format:
35mm
Bild/Ton:
Farbe, Ton
Prüfung/Zensur:

Zensur (DD): 1970, 271/70, Jugendfrei

Aufführung:

Uraufführung (DD): 03.07.1970

Digitalisierte Fassung

Länge:
22 min
Format:
DCP 2k, 1:1,37
Bild/Ton:
Farbe, Mono